Kultur Bühne

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Thomas Hackenberg und Hella von Sinnen in „Flaschko“: Ihr Können kann die Inszenierung nicht rausreißen. Foto: MeyerOriginals / TiB

"Flaschko": Hella von Sinnens Theater-Comeback ausgebremst

Köln | Sein ganzes Leben verbringt „Flaschko“ in einem elektrischen Heizsack vor der Glotze. Sieht am liebsten Pornos und wird von seiner Mutter umhegt und abgestaubt. Ein Plot, den der Wiener Cartoonist Nicolas Mahler immer wieder variiert. Und der jetzt von Christoph Gottwald fürs Theater im Bauturm dramatisiert und inszeniert und mit Hella von Sinnen und Thomas Hackenberg umgesetzt wurde. 

Die beiden gaben ihr Bestes. Hackenberg muss insgesamt über eine Stunde unbeweglich in dem (hoffentlich nicht auch noch beheizten) Ganzkörpersack schwitzen, darf nur kurz den oberen Oberkörper freimachen. Das dem Publikum unsichtbare TV-Programm begleitet er mit rollenden Augen, grimassierendem Mund und einer vorwitzigen Zunge, dass es eine Lust war.

Nach Jahren der Theaterbühnen-Abstinenz zeigt Hella von Sinnen, was in ihr steckt: eine großartige Volksschauspielerin (und nicht nur als putzsüchtige, besoffene, komische Alte), die alle Gefühlsregister ziehen kann: von ergreifend bis zur Klamotte. Höchste Zeit, dass ihr eine große Rolle angeboten wird.

Doch das alles reicht nicht, „Flaschko“ zu einem rundum gelungenen Theaterereignis zu machen. Zwar gibt es einige durchschimmernde rote Handlungsfäden. So die Damenkränzchen, die die Mutter – Lieblingskleid: Kittelschürze und gewagte Begräbnishüte – zur Alkoholikerin machen oder der drohende Verkauf der Wohnung.

In der Nummernrevue stecken reichlich Lacher. Wenn die Mutter etwa bei einer Einäscherungszeremonie immer nur denkt: Ist der Herd aus? Wenn sie einen Hamster zum Detektiv machen will (ihr Krimi findet natürlich keinen Verleger). Wenn sie ihrem Sohn erklärt, dass Einzige, was er von seinem ihm unbekannten Trucker-Vater geerbt hat, sei das Sitzen.

Doch zieht sich das alles zäh plätschernd dahin, allzu langatmig werden die Pointen vorbereitet, um dann wie eine Seifenblase leise zu zerplatzen. Gekonntes Timing sieht anders aus. So verwundert es nicht, dass es in Erwartung von Hella von Sinnens Bühnen-Comeback starken Begrüßungsapplaus gab, der Premierenschlussbeifall dagegen verdammt knapp ausfiel.

„Flaschko“ – weitere Vorstellungen: 5.. 9., 10., 16. und 17.  Februar, jeweils 20 Uhr, Theater im Bauturm, Aachener Str. 24-26, 50674 Köln, www.theater-im-bauturm.de, Karten: Tel. 0221 / 52 42 42, www.off-ticket.de, www.koelnticket.de und bei allen KölnTicket-Vorverkaufsstellen

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