Kultur Bühne

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Achim Conrad belastet Thomas Hupfer mit Gerichtsakten. Foto: MeyerOriginals

Freies Werkstatt-Theater: Mit „Kafka“ auf Erkenntnissuche

Köln | Kult-Autor Franz Kafka fesselt auch als schillernde, widersprüchliche Persönlichkeit. Da ist es naheliegend, von „Kafka“ ein biografisches Theaterstück zu erwarten. Doch Achim Conrad und Thomas Hupfer nutzen seine Erzählungen und privaten Schriften als Steinbruch, setzen die Zitate zu einer fesselnden, ebenso zeitlosen wie allgemeingültigen Auseinandersetzung über den Sinn des Lebens zwischen Anpassung und Auflehnung zusammen. Im Freien Werkstatt-Theater gab’s dafür langen Premierenbeifall.

Kafkas „Amerika“ und „Der Prozess“ sind dieser Inszenierung Klammer und roter Faden zugleich. Das „Naturtheater von Oklahoma“ sucht einen Schauspieler. Karl Roßmann alias Kafka meldet sich – er wollte immer schon Schauspieler werden. Oder doch Schriftsteller? Um sein Traumziel zu erreichen, soll er Forderungen und Regeln erfüllen – mal sind sie surreal, mal durchaus realistisch. Die Grenze zwischen Innen- und Außenwelt verwischt und erscheint gleichzeitig unüberwindlich.

Verzweifelt sucht er Artgenossen, ebenso vergeblich eine Partnerin – denn ein Mann ohne Frau ist kein Mensch. Er beklagt sein fehlendes Familiengefühl, schmust mit einem Hund, duelliert sich mit einer Wasserpistole. Schließlich steht er in einem geheimen Verfahren vor Gericht – und stirbt.

Ein Stück über die Höhen und Tiefen des Lebens

70 Minuten dauert das Stück, ein Koproduktion von FWT, movingtheatre.de und den Kreuzgangspielen Feuchtwangen. Dabei durchwandern die Zuschauer nicht nur die Räumlichkeiten des Freien Werkstatt-Theaters, sondern hautnah auch die Höhen und Tiefen des Protagonisten. Aber Vorsicht: Dem einen oder der anderen kann es passieren, ins Geschehen einbezogen zu werden.

Doch das ist nie peinlich. So behutsam, wie das Duo in diesen Kurzszenen mit seinem Publikum umgeht, so drastisch und voller Verzweiflung, Wut, Heimtücke und vollem körperlichem Einsatz spielen die beiden. Thomas Hupfer als Prüfling, Achim Conrad als wandlungsreicher Prüfer – und auch wenn er Flügel anzieht: Ein Schutzengel ist er wahrlich nicht. Oder geht K. doch in ein höheres Leben ein?

„Kafka“ – die nächsten Vorstellungen: 1. und 2. Februar, 16. und 17. Februar, 23. Februar. Jeweils 20 Uhr. Freies Werkstatt-Theater, Freies Werkstatt-Theater, Zugweg 10, 50677 Köln, Tel. 02 21 / 32 78 17

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