Kultur Bühne

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Ein Niederschlag nach dem anderen für Kosmetik-Verkäuferin Cookie (Fiona Metscher). Doch sie rappelt sich immer wieder auf . | Foto: MeyerOriginals / FWT

Freies Werkstatt-Theater: Mit „für immer schön“

Köln | Wer schön ist, ist glücklich. Mit dieser Überzeugung kämpft sich die „geborene Kosmetikverkäuferin“ Cookie von Hausbesuch zu Hausbesuch durchs Leben. Ein trauriges Leben, das Noah Haidle in seinem Stück „Für immer schön“ nachzeichnet. Und das die Zuschauer im Freien Werkstatt-Theater mitreißt.

Cookie (Fiona Duesterberg) glaubt fest daran: Erst Schönheit macht den Menschen zum Ebenbild Gottes. Und man darf nie aufgeben, muss auch nach einer Niederlage wieder aufstehen. Es ist der Traum vom Glück, der Glaube daran, dass jeder seines Glückes Schmied ist. Ihr eingetrichtert haben ihn ihre Mutter und ein evangelikaler Prediger (Thomas Wenzel).

US-Autor Haidle liefert hier das Bild des „American Way of Life“. Doch das erscheint im Laufe des Abends immer unwichtiger – es bleibt die tragikomische Geschichte einer verzweifelten, letztlich erfolglosen Selbstbehauptung gegen alle Widrigkeiten des Lebens. Mitreißend und ergreifend – wenn auch etwas zu lang – von Guido Rademachers inszeniert.

Mit „Showtime“ leitet Cookie ihre Verkaufsbesuche ein, klingelt, rattert ihr Sprüchlein herunter – doch immer wieder und immer öfter bleibt die Tür vor ihr ungeöffnet. Da mag sie sich die Füße noch so blutig laufen. Erfolgreicher ist ihre schrille junge Kollegin Heather (Raphaela Kiczka), die sie selber angelernt und ihr die gleichen Sprüche beigebracht hat. Als die beiden sich unerwartet treffen, kommt es zum blutigen Fechtkampf mit Nagelfeilen.

Drunter und drüber geht es in Cookies Leben. Und mit der Moral hat sie es nicht gerade, sie schläft nicht nur mit dem Mann einer Kollegin, der sich später umbringt. Sie verführt einen wesentlichen jüngeren Kunden, der später Heather heiratet. Der One-Night-Stand hat eine Tochter zur Folge, von der der Vater zunächst nichts weiß, der sie aber später aufnimmt.

Später nimmt sie ihre Tochter zu sich, will aus ihr auch eine Kosmetik-Verkäuferin machen. Doch die weigert sich, haut ab und taucht im Drogen-Milieu unter. Nadja Duesterberg glänzt hier als – im besten Sinne – tragische Gestalt. Als ihre alt gewordene Mutter sie endlich wiederfindet, ist sie tot.

Wie Cookie vorher das Baby im Kinderwagen durch die 20 Meter lange Kellerbühne geschoben hat, schiebt sie nun die Leiche ihrer Tochter hin und her. Und versucht vergeblich, Geld für deren Beerdigung einzunehmen. Am Ende stirbt auch sie – und kehrt zu ihrer Mutter ins Totenreich ein.

Am Ende ist vor allem Fiona Metscher die energiegeladene Parforce-Jagd anzumerken, die ihr kaum eine Pause gönnt. Um so berechtigter nach gut 100 Minuten der Premierenbeifall für sie und alle anderen Beteiligten.

„Für immer schön“ – die nächsten Termine: 19., 23. und 24. Mai, jeweils 20 Uhr. Freies Werkstatt-Theater, Freies Werkstatt-Theater, Zugweg 10, 50677 Köln, Tel. 02 21 / 32 78 17, www.fwt-koeln.de.

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