Kultur Bühne

theater_Mirko_Plengenmeyer_ehu_23_06_17

Laura (Maren Solty) vrsucht ihr Glück bei Elias (Alex Kkallenbach)

Freies Werkstatt-Theater: Nachwuchs überzeugt mit „Nicht jetzt!“

Köln | Seit Jahren treffen sich die fünf zu einer „coolen“ Silvesterparty. Doch diesmal läuft die Stimmung aus dem Ruder: Statt fröhlich auf das neue Jahr anzustoßen, sind plötzlich lautstarke Selbstzweifel angesagt. In „Nicht jetzt!“ bündeln sich die Fragen nach der Zukunft und dem Selbst. Jetzt hatte das Stück Premiere im Freien Werkstatt-Theater.

Fünf junge Menschen, sie haben gerade die Schule beendet und eine Berufsausbildung begonnen. Da ist die elegante Laura (Maren Solty), selbstverliebt und überzeugt, jeden Mann herumzukriegen. Ganz das Gegenteil ist Maja (Xanan Welte): burschikos, aber ohne Freunde, ängstlich verkriecht sie sich in die sozialen Netzwerke. Dann die Jungs. Mike (Daniel Goihl) kehrt den forschen Macho und Frauenbezwinger heraus, Charlie (Yannick Holthausen) hält sich am Klavier fest, das er aber nicht mehr spielen will. Und ein schüchterner Elias (Alex Kallenbach), der etwas Unausgesprochenes mit sich herumträgt.

Immer wieder beginnt die Handlung von vorne

Die Stimmung auf der Party kippt, als erste Zweifel auftauchen, ob man im abgelaufenen Jahr die richtigen Entscheidungen getroffen hat. Die guten Vorsätze fürs nächste Jahr – mutig sein, eine eigene Meinung haben, tun was man will – erhalten einen Hintergrund. In einer rasanten Szenenfolge wird die Handlung immer wieder zurück gestellt, kann dann unter geänderten Voraussetzungen „von vorne“ beginnen – hin zum richtigen Ziel? Einmal tauschen die Schauspieler sogar querbeet ihre Rollen. Es ist ausgerechnet Maja, die in einer Brandrede die anderen zu Selbstkritik und konsequenter Selbstveränderung ermutigt.

Elias hält seine Banklehre für den falschen Weg, Charlie will sich aus dem Schatten seines Vaters lösen und selber erfolgreicher Musiker werden, Mike wird als talentierter Dichter „entlarvt“. Etwas allgemeiner ist Lauras Wunsch, endlich den eigenen Weg zu finden. Und so kann am Ende doch noch Silvester gefeiert werden – beim gemeinsamen Singen und Spielen von Oasis’ „Wonderwall“-Entwicklungshymne.

Das Spiegelbild der jungen Generation von heute

„Nicht jetzt!“ ist eine in allen Facetten gelungene, selbstentwickelte Zustandsbeschreibung einer Generation, gespielt von starken, jederzeit überzeugenden Nachwuchsschauspielern unter der Regie von Tatiana Feldman und Noelle Fleckenstein. Dass sich Elias als schwul outet, muss wohl heute dazugehören. Und dass das wahre Glück in Künstlerberufen wie Musiker, Dichter und Fotograf (Elias) lockt – nun ja. Maja immerhin will sich mit einer App im IT-Dschungel durchsetzen.

Die Koproduktion von Junger Theatergemeinde und Theaterakademie Köln erhielt nach einer Stunde den verdienten Premierenbeifall.

„Nicht jetzt!“ – weitere Vorstellungen: 23. bis 25. Juni, jeweils 20 Uhr, Freies Werkstatt-Theater, Zugweg 10, 50677 Köln, www.fwt-koeln.de. Da die Zuschauerzahl beschränkt ist, gibt es die Karten nur im Vorverkauf über die Theaterkasse: Tel. 02 21 / 32 78 17, E-Mail: fwt-koeln@t-online.de

Zurück zur Rubrik Bühne

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Bühne

theaterpreis_foto_kunstsalon_17072017

Köln | Drei Theaterproduktionen wurden beim 1. „Kunstsalon-Theaterpreis-Festival“ ins Rennen geschickt. Gewonnen hat„living happily ever after“ von.

ehu_14_07_17

Köln | Facettenreiche Charaktere, blitzschnelle Rollen- und Kostümwechsel, aktuelle Spitzen, spielfreudige Akteure, ein trickreiches Bühnenbild – die Markenzeichen des N.N.-Theaters prägen auch das neue Stück „Ich fürchte nichts – Luther 2017“. Jetzt hatte es seine Kölner Premiere und wurde im Friedenspark begeistert gefeiert.

ErzbistumKoeln_AnitaHirschbeck_07_07_17

Köln | Der Autor Theater-Autor Nuran David Calis erhält den Ludwig-Mülheims-Theaterpreis. Gewürdigt wird damit seine Kölner Trilogie „Die Lücke/Glaubenskämpfer/Istanbul“. Der mit 25.000 Euro dotierte Preis will die „Begegnung zwischen Religion und gegenwärtiger Theaterszene“ fördern.

Cologne Pride 2017 zusammengefasst

csd_box_07_07_17

 

Bereits am 24. Juni startete der diesjährige Cologne Pride unter dem Motto „Nie wieder“. Zahlreiche Veranstaltungen aus den Bereichen Politik, Kultur und Aufklärung umrahmen den Höhepunkt am CSD-Wochenende. Die Highlights vom CSD-Wochenende 2017 finden Sie hier:

Cologne Pride 2017 - Parade, Demonstration und Abschlusskundgebung [PLUS: im Livestream nachsehen]

Kerzenlichter gegen das Vergessen - Cologne Pride 2017 [PLUS: Livestream nachsehen]

Der Polit-Talk [PLUS: Livestream nachsehen]

Heiko Maas eröffnet den Cologne Pride 2017 [PLUS: Livestream nachsehen]

Cologne Pride Wochenende 2017 – report-K berichtet live

Cologne Pride 2017 - Das Motto: „Nie wieder!“

KARNEVAL NACHRICHTEN

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS

digital_21122014

Aktuelle Nachrichten zur Netzpolitik und Netzökonomie in Deutschland.
---
Digitale Gadgets