Kultur Bühne

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Der Bürgermeister (Philipp Pleßmann, hinten) will „sein“ Einkaufszentrum haben – die Gemeinde folgt ihm gehorsam. Foto: Ana Lukenda / Schauspiel

„Herzerlfresser“: Trash-Unterhaltung in der Schauspiel-Grotte

Köln | Politsatire, tragische Liebesgeschichte und blutiger Krimi: In seinem Stück „Herzerlfresser“ mixt der österreichische Autor Ferdinand Schmalz alles zusammen. Das Ergebnis ist eine knappe Stunde geballte trashige Unterhaltung, jetzt zu sehen in der Schauspiel-Grotte – ein gelungenes Regiedebüt von Alina Fluck, die dabei auf ein starkes Schauspieler-Quintett zurückgreifen kann.

Irgendwie erinnert die Politposse aus der österreichischen Provinz an Köln: Der Oberbürgermeister (ein blasierter Philipp Pleßmann) will sich mit einem neuen Einkaufszentrum profilieren. Die Gemeinde folgt ihm wie die Schafe dem Leithammel. Kurz vor der Eröffnung werden auf dem Gelände zwei Frauenleichen entdeckt, ihnen wurde das Herz aus dem Körper gefressen. Eine Katastrophe, die die Eröffnung gefährdet. Dann zeigt der Bau auch noch Risse, der Politiker steht buchstäblich im Regen.

Er beauftragt einen von ihm abhängigen Security-Mann (dienstbeflissen: Nikolaus Handwerker) den Fall abseits des offiziellen Wegs aufzuklären. Worauf der den Lockvogel spielt und sich als Frau verkleidet. Denn das ist den beiden klar: Der „Herzerlfresser“ war kein Marder. Und auch nicht der Serienmörder, der vor langer Zeit fünf Frauen auf ähnliche Weise ermordete und im Moor versenkte, wo jetzt das Einkaufszentrum entstehen soll. Wer also ahmt ihn nach?

Derweil muss sich der Bürgermeister der verliebten Irene erwehren (Magda Lena Schlott: schwankend zwischen Esoterik und Coolness). Die hat das ewige Dilemma der Liebenden erkannt: Ich will doch nur, dass der andere mich will – aber zu meinen Bedingungen. Aber das soll der andere von selbst wollen. Wenn er es aber will, will er es, weil er es will oder weil ich es will? Dieses Problem kann sie nicht lösen, wohl aber kann sie in die Zukunft ihrer Kunden blicken, die sie aus den Füßen abliest.

Für Florentina (Elisa Schlott verzehrt sich in unglücklicher Liebe) sieht sie Dunkles voraus. Was dann auch zutrifft: Florentina verliebt sich in einen Metzger (ein gerissener Nils Hohenhövel). Der entpuppt sich als der gesuchte Frauenmörder – und wird von Florentina erschossen. Nun kann die Eröffnung gefeiert werden. Und das Publikum hat seinen Spaß gehabt.

„Herzerlfresser“ – die nächsten Vorstellungen: 6. und 23. Februar, jeweils 20 Uhr, Schauspiel Köln, Grotte Depot im Carlswerk, Schanzenstr. 6-20, 51063 Köln-Mülheim, Karten: Tel. 0221 / 22 12 84 00, Fax 0221 / 22 12 82 49, E-Mail: tickets@buehnenkoeln.de, dazu alle Vorverkaufsstellen von KölnTicket. Kartenservice mit Vorverkauf und Abo-Büro in der Opernpassage zwischen Glockengasse und Breite Straße.

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