Kultur Bühne

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Ein Regenbogen verspricht Kate (Yvon Jansen) und Steve (Rafael Sanchez) Eheglück – doch das ist schon nach 90 Minuten vorbei. | Foto: Ana Lukenda / Schauspiel

„How to date a feminist“: Premiere im Schauspiel gefeiert

Köln | Gutes Boulevardtheater geht auch ohne Verwechslungen und handfestes Türen-auf-und-zu. Wie, das zeigt die Britin Samantha Ellis mit ihrem zeitgeistkritisches Stück „How to date a feminist“. Die Kölner Premiere wurde jetzt in der Schauspiel-Außenspielstätte am Offenbachplatz begeistert gefeiert.

Es beginnt bei den Vorbereitungen zu einem Maskenball. Die erfolgreiche Journmalistin Kate (Yvon Jansen) verkleidet sich auf der einen Seite der Bühne als Superwoman, Bäcker Steve (Rafael Sanchez) auf der anderen als Superman. Wobei er deutlich Schwierigkeiten hat, in die enge Strumpfhose zu schlüpfen. Doch dann zieht er es vor, als Robin Hood aufzutreten.

Vor dem Liebesbekenntnis eine Entschuldigung für das Patriarchat

Superman erinnert ihn zu sehr an einen Vertreter des Patriarchats, für dessen historische Frauenunterdrückung er sich gleich wortreich entschuldigt. Schließlich versteht er sich als Feminist. Nicht unbedingt der geeignete Anfang für eine Liebesbeziehung, wenn die Angebetete auf harte Männertypen steht.

Blitzschnell und auf offener Bühne wie hier schlüpfen Jansen und Sanchez auch in andere Rollen. Nicht nur in die von Ex-Lover und -Loverin, vor allem in die ihrer alleinerziehenden Eltern – die die entgegengesetzten Geschlechterrollen ihrer Kinder vertreten. Kates Vater Joe ist ein Kavalier alter Schule und dazu noch streng religiös, Steves Mutter Morag eine selbstbewusste Malerin, eine Politaktivistin, stolz darauf, mit ihren Protesten einen Atomkrieg verhindert zu haben.

Dass Vater und Mutter sich lieben, schockt den Nachwuchs

Klar, dass sie etwas gegen die Partnerwahl ihrer Kinder haben. Doch als diese trotzdem heiraten, finden beide näher als nah zueinander. Was den Nachwuchs entsetzt und empört – und die Ehe schon nach 90 Minuten platzen lässt.

Bevor es doch noch zu einem Happy End kommt, müssen sich die beiden Hauptdarsteller im Wechsel durch die unterschiedlichen Festlegung von Geschlechterrollen kämpfen. Wenn man so will, ein intelligentes Tür auf, Tür zu. Und am Ende siegt doch die Liebe – unabhängig von Kostümen.

Die spritzige Inszenierung, für die ebenfalls Jansen und Sanchez (auch privat liiert) verantwortlich zeichnen, ist voller Pointen zwischen liebevoller Kabbelei und hitzigem Streit, die immer wieder auch die reine Spielebene verlassen. Dazu sorgen komische Einlagen wie Steve als Zirkusakrobat regelmäßig für Lacher und Szenenapplaus. Nicht zu vergessen die Musikauswahl mit Oldie-Lovesongs.

Nach gut 100 Minuten dann der mehr als verdiente Schlussapplaus. Und sicher angeregte Paar-Diskussionen auf dem Nachhauseweg.

„How to date a feminist“ – die nächsten Vorstellungen: 9. und 25. April, 11. Mai, jeweils 20 Uhr. Schauspiel Köln, Außenspielstätte am Offenbachplatz, Karten: Tel. 0221 / 22 12 84 00, Fax 0221 / 22 12 82 49, E-Mail: tickets@buehnenkoeln.de, dazu alle Vorverkaufsstellen von KölnTicket. Kartenservice mit Vorverkauf und Abo-Büro in der Opernpassage zwischen Glockengasse und Breite Straße. 

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