Kultur Bühne

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Kölner Musiker EES: „Die Corona-Krise hat die Menschen in Afrika deutlich härter getroffen“

Kölner Musiker EES präsentiert am Dienstagabend, 9. Juni, ab 21 Uhr seine Charity-Show in der Wassermannhalle

Köln | Eric Sell a.k.a EES ist ein Musiker, der zwischen den Welten lebt. In Namibia geboren und aufgewachsen, wohnt er inzwischen in Köln. Seitdem er 2001 seine Karriere gestartet hat, wurden von EES 13 Alben veröffentlicht. In Afrika hat er genauso so treue Fans wie in Europa und der Wahlheimat Deutschland. Seine Musik vereint Genres wie Kwaito, African House, Afro-Pop und Afro-Reggae. Er präsentiert seine Songs sowohl in Afrikaans wie auch auf Englisch und Deutsch – alles fügt sich zu einem einzigartigen Gesangsstil zusammen.

Jetzt hat er sich in der Corona-Krise entschlossen, anderen Menschen mit einer großen Charity-Show zu unterstützen. Zu den Initiatoren gehören neben EES Menschen, wie der Toningenieur Christian Orth, die in der Musik- und Fernsehbranche von den Folgen der Pandemie massiv betroffen sind. Am Dienstagabend um 21 Uhr startet die Show in der Kölner Wassermannhalle. Es gibt dabei im kleinen Rahmen Publikum vor Ort und gleichzeitig wird das Event weltweit per Stream live im Internet zu sehen sein. Wer zuschaut, kann sich direkt an der Spendenaktion beteiligen. 50 Prozent der Spenden geht an die Welthungerhilfe. Der Rest geht in eine Sammelkasse, mit der an der Show beteiligte Techniker und Künstler, die jetzt in der Krisenzeit um ihre Existenz bangen müssen, unterstützt werden. EES selbst verzichtet auf seine Gage.

Wie erleben Sie im Moment in Köln die Corona-Krise?

EES: Eigentlich sollte mein neues Album im April an den Start gehen. Das war wegen der Krise aber nicht möglich. Abgesagt wurden auch alle Festivals sowie die Tour zu meinem Kinofilm, der gerade ebenfalls auf Eis liegt. Das war für mich eine schwere Phase, weil ich dachte, ich muss für dieses Jahr alles abschreiben. Die Show war jetzt wie ein kleiner Lichtblick. Ich habe so auch erfahren, dass ich nicht der einzige bin, der von der Krise betroffen ist. Auch bei anderen Menschen sind alle Termine weggebrochen. Wir sitzen da alle in einem Boot und haben jetzt gemeinsam etwas geschaffen – unsere Fernsehshow.

Sie haben Ihre Wurzeln in Namibia. Was bekommen Sie von dort mit?

EES: Dort hat es die Menschen deutlich härter getroffen, als dies bei uns der Fall ist. Das erfahre ich aus den täglichen Gesprächen mit meiner Familie und Freunden. Während bei uns die Menschen jammern, wenn sie mit Maske einkaufen müssen, haben die Leute in Namibia schlicht nichts zu essen. Normalerweise kaufen sie das günstig auf der Straße. Aber der Straßenverkauf wurde verboten und so müssen jetzt die Menschen vom Township zehn Kilometer zum nächsten Laden laufen, wo alles dreimal so teuer ist. Geld für Masken haben auch nur sehr wenige. Da herrscht Panik und Angst – Rücklagen haben weder die Menschen noch der Staat. Diese Zustände sind der Grund, warum wir Spenden für die Welthungerhilfe sammeln.

Wie ist die Idee zur Show entstanden?

EES: Eigentlich war nur ein Livestream geplant. Als wir die Location angeschaut haben, kam der Entschluss, mit Publikum zu arbeiten. Dazu kommen Gäste wie die Influencer Felix von der Laden und Cobe & Mone sowie die Musiker Mo Torres und Bonita Niessen. Es wird vor Ort Gespräche und Spiele zwischen den Gästen geben. Dazu kommen elf Songs, die live von mir und den anderen beiden Musikern präsentiert werden. Komplett neu ist für mich die Rolle als Moderator.

Christian Orth: Insgesamt haben wir inklusive der Gäste und Caterer ein Team von 40 Leuten, die alle aus der Fernseh- und Musikbranche stammen. Binnen von zehn Tagen haben wir alles auf die Beine gestellt. In der Halle haben wir komplettes Fernsehstudio aufgebaut. Im Moment wird ja viel Equipment auch nicht gebraucht, da nur wenig stattfindet. Vor Ort haben wir sowohl beim Publikum als auch beim Team strenge Hygieneregeln.

Wie wird die Krise die Gesellschaft verändern?

EES: Ich hoffe, dass wir alle bewusster leben werden und nicht nur ständig dem Geld und dem Erfolg hinterherrennen. Ich selbst habe auch darüber nachgedacht, was ich mit meiner Musik wirklich will. Ich habe mir viele alte Songs angeschaut und so manchen dabei wieder neu entdeckt.

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Zu sehen gibt es die „EES – Yes-Ja!“-Show am Dienstagabend, 9. Juni, ab 21 Uhr als Live-Stream im Youtube-Kanal von EES sowie unter:

https://yourshow.live

Tickets gibt es unter:

https://diehalletor2.ticket.io/3tlafpbm/

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