Kultur Bühne

complexions-contemporary-ballet-foto-01-star-dust-credit-sharen-bradford

Kölner Sommerfestival startet mit Star Dust: Vom Klassikvirtousen bis zur Popikone

Köln | Das US-Dancecompany Complexions Contemporary Ballet kommt vom 16. bis zum 21. Juli beim Kölner Sommerfestival in der Philharmonie mit „Star Dust – from Bach to Bowie“ erstmals zum Gastspiel nach Deutschland.

Die Karriere von Desmond Richardson ist so ungewöhnlich wie erfolgreich. Mit zwölf Jahren wird der New Yorker an der Highschool als Tänzer wegen seines besonderen Bewegungstalents für das Schulballett entdeckt. Mit 15 kommt der US-Amerikaner zum Stipendium an das damals international renommierte Kölner Tanzhaus. Mit 17 entdeckt ihn der King of Pop, Michael Jackson, und engagiert Richardson regelmäßig als Tänzer. Auch mit anderen Stars wie Madonna, Aretha Franklin und Prince steht er als Tänzer auf der Bühne.

Er war der erste afroamerikanische Tänzer, der beim American Ballet Theatre als Erster Solist verpflichtet wurde. Sein Weg führt ihn zum Ballett Frankfurt unter William Forsythe. Als Solist tanzt er beim renommierten Alvin Ailey Dance Theatre, wo er Dwight Rhoden kennenlernt, mit dem er vor 25 Jahren seine eigene Tanzkompanie Complexions Contemporary Ballet gründet. Mit der Produktion „Star Dust – from Bach to Bowie“ kommt dieses jetzt erstmals nach Deutschland und präsentiert sich jetzt vom 16. bis zum 21. Juli beim Kölner Sommerfestival in der Philharmonie.

„Wir haben uns bei Ailey als Tänzer getroffen. Daraus ist eine tolle Freundschaft entstanden. Wir haben als Tänzer ganz unterschiedliche Qualitäten gehabt, trotzdem haben wir oft zusammen getanzt“, sagt Richardson. „Von Desmond als jungen Tänzer war Ailey sofort begeistert. Er war mit 18 so jung und so gut“, erinnert sich Rhoden.

Produktion für den Broadway

Aus der Freundschaft entwickelt sich das gemeinsame Projekt, für das man Tänzer der großen US-Companys gewinnen kann. Die erste Produktion wird am Broadway direkt zum Erfolg. „Es war wie, wenn die Vereinten Nationen auf die Bühne stehen. Wir hatten alle Hautfarben, alle Körpertypen und Genres vereint – vom Streetdancer bis zum klassischen Balletttänzer. Alle Mitglieder hatten noch Jobs bei anderen Companys, geprobt wurde oft in der Nacht. Irgendwann ist daraus dann Mitte der 90er unsere eigene freie Kompanie geworden“, sagt Rhoden.

Das Ziel der beiden Gründer war es, Kontraste zu schaffen und die Verschiedenheit zu feiern. „Wir schauen nicht nach bestimmten Typen, wenn wir für eine neue Produktion nach Tänzern suchen. Es muss einfach vom Gefühl und von der Qualität her passen. Viele haben über Multikulti nur gesprochen, bei uns gab es das einfach“, betont Richardson. Für New York sei so ein Mix bei einer Tanzkompanie etwas ganz Neues gewesen.

Bis zu 38 Wochen im Jahr sind die Tänzer zusammen. Aktuell kommen diese aus den USA, Kanada, Israel, Australien, Kolumbien sowie aus Japan und Korea. Musikalisch reicht das Spektrum der Company von Klassik über Pop und RnB bis zum Hardrock. „Diese Vielfalt ist es, die mich begeistert. Außerdem gibt es zwischen den Tänzern hier eine tolle Kameradschaft“, sagt Tänzerin Larissa Gerszke, eine Kanadierin mit deutschen Wurzeln.

Idee entstand in Detroit

Die Idee für das aktuelle Programm „Star Dust“ ist 2016 in Detroit entstanden. „Ich bin ein großer Fan von David Bowie, seine Musik hat mich sehr inspiriert. Diese Produktion mit seinen Songs wollte ich unbedingt machen. Mich hat seine, sich stetig verändernde Persönlichkeit und seine Wandel durch die verschiedenen Genres total begeistert. Seine Musik ist so tanzbar und mit den außergewöhnlichen Kostümen und den Make-Up-Ideen ist sie wie für uns gemacht. Dieser Mann hat Musik für vier Jahrzehnte geschaffen, jedes Albumcover war eine neue Welt, die wir jetzt mit unserem Tanz auf die Bühne bringen“, sagt Rhoden über seine Hommage an die Popikone.

Mit „Bach 25“ stellt er die musikalische Bandbreite des Barockmeisters Johann Sebastian Bach und dessen Sohn Carl Philipp Emanuel gegenüber. „Das ist eine Referenz an diese musikalische Ära, die so tanzbar ist. Sie ist optimal für Bewegung geeignet. Sie hat Power, ist sehr athletisch, aber auch technisch für Tänzer sehr anspruchsvoll“, sagt Rhoden. Das Stück „Bach 25“ ist während der Jubiläumstour der Company zum 25-jährigen Bestehen entstanden. „Bach gehört zu meinen Lieblingskomponisten. Der Rhythmus, die Vielfalt und die reichen Dynamiken des Meistermusikers verbinden sich organisch mit dem Stil von Complexions“, schwärmt Rhoden, der auch für Topstars wie Prince, Lenny Kravitz der Marvin Gaye als Choreograph gearbeitet hat.

Nach Köln kommt „Star Dust – from Bach to Bowie“ vom 16. bis zum 21. Juli im Rahmen des Kölner Sommerfestival in die Philharmonie. Karten gibt es unter Tel. 0221/280280 oder www.bb-promotion.com

Zurück zur Rubrik Bühne

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Bühne

urania_step_04082019

Am 13. September feiert das neu inszenierte „Sherlock-Musical“ im Urania-Theater seine Premiere.

Köln | Vor einem Jahr fand im Ehrenfelder Urania-Theater die erfolgreiche Uraufführung des „Sherlock-Musicals“ statt. Jetzt geht die Theatermacherin und Regisseurin Bettina Montazem mit dem überarbeiteten und neu inszenierten Stück an den Start. Die Premiere findet am 13. September statt. Danach gibt es 13 weitere Vorstellungen in Köln, bevor das Musical auf Deutschlandtour geht.

hair-foto-08-credit-johan-persson

Köln | Zu Beginn hören wir die Stimmen vieler US-Präsidenten Barack Obame, Georg W. Bush, Trump und anderer. Und dann beginnt die Reise in das Wassermannzeitalter „The Age of Aquarius“ und das Musical Hair, das in diesem Jahr 50 Jahre Londoner Bühnenjubiläum feiert. Die Besucher des 32. Kölner Sommerfestivals in der Philharmonie tanzten am Ende zu „Let the Sun shine in“ in der Zugabe gemeinsam mit den Darstellern auf der Bühne.

hair-foto-02-credit-johan-persson

Beim 32. Kölner Sommerfestival ist die Kultshow vom 30. Juli bis zum 4. August in einer neuen, englischsprachigen Version zu Gast.

Köln | Es ist das Jahr 1967 und die bunte Hippie-Jugend im East Village von New York sehnt sich danach, die Welt grundlegend nach ihren Vorstellungen zu verändern. Im Schatten des allgegenwärtigen Vietnam-Krieges protestieren sie gegen alle Autoritäten und praktizieren ihren eigenen Lebensstil. „Make Love, not War“ lautet ihre Devise. Fasziniert von dieser Welt schließt sich der junge Claude begeistert den Hippies und deren neuen Lebensart an. Doch sein Traum droht zu platzen, als er den Einberufungsbescheid der Armee für Vietnam erhält.

icons_sm_12092015w

(ruht aktuell)     |     Twitter     |     RSS

Kölner Karneval

karneval_Koeln_20012019

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Kölner Karneval

karneval_Koeln_20012019

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Designer*innen-Gespräche

designerinnen_gespraeche300_20012019

Design Parcour Ehrenfeld 2019 im Rahmen der Passagen. 18 Designer und Designer*innen traf report-K, Internetzeitung Köln, zum Gespräch im Video-Livestream.

Designer*innen Gespräche zum Nachsehen >