Kultur Bühne

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Leeres Musicaltheater

Kritik an Kultur-Rettungspolitik des Staates wird lauter

Hamburg | Das Musical-Unternehmen Stage Entertainment hat die deutsche Rettungspolitik in der Coronakrise als innefektiv kritisiert. "Im Moment benötigen wir etwa fünf Millionen Euro im Monat, um den Betrieb aufrechterhalten zu können", sagte die Chefin von Stage Entertainment, Uschi Neuss, der "Welt" (Montagsausgabe). Bisher habe das Unternehmen von Rücklagen gezehrt, in diesen Jahr werde es von seinem Eigentümer, dem New Yorker Familienunternehmen Advance Publications, unterstützt.

Stage Entertainment habe ein erfolgreiches Geschäftsmodell und immer gut gewirtschaftet, so Neuss. Jetzt sei es das Opfer eines Berufsverbotes. Zu den Hilfen des Staates sagte die Geschäftsführerin: "Es war ein Fehler, dass sich die Politik vor dem Ausarbeiten der Hilfsprogramme nicht mit unserer Branche beraten hat. Deshalb passen die meisten Unterstützungen nicht." Das Unternehmen habe alles probiert, Fachkollegen und Wirtschaftsprüfer hätten alle Fördertöpfe geprüft. "Doch auf uns passt davon nur wenig", so Neuss.

Am Ende könne Stage Entertainment vielleicht einen einstelligen Millionen-Euro-Betrag an staatlicher Hilfe bekommen. "Um das einmal in ein Verhältnis zu setzen: Wir werden mindestens ein Jahr den Musicalbetrieb geschlossen haben. Dadurch gehen uns 300 Millionen Euro an Umsatz verloren", sagte Neuss.

Fast alle der etwa 1.500 Mitarbeiter befinden sich in Kurzarbeit, darunter sämtliche Künstler. Man werde sich von einem Drittel der Verwaltungsmitarbeiter trennen müssen, sagte Neuss. Das Unternehmen müsse dauerhaft niedrigere Kosten in der Verwaltung erreichen. Es werde neben dem Weg über die Rente oder die Fluktuation auch Kündigungen geben. Bei einer Wiederaufnahme des Musicaltheaters brauche Stage Entertainment eine Anwesenheit nahe der Vollauslastung, um wirtschaftlich arbeiten zu können. "Zwischen 50 Prozent und 80 Prozent Auslastung sind die Untergrenzen, je nach Show und Standort", sagte Neuss.

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