Kultur Bühne

22102018_Rumpelstilzchen_MetropolTheater

Manuel Rittich, Karl Kaerlein und Mareike Marx (v.l.) interpretieren im Metropol-Theater Grimms Klassiker „Rumpelstilzchen“ für Erwachsene. Foto: Metropol-Theater

Metropol-Theater: Kapitalismuskritik mit „Rumpelstilzchen“

Köln | Ach wie schön das wäre – aber aus Stroh Gold spinnen, das gelingt nur im Märchen. Im Metropol-Theater hatte jetzt „Rumpelstilzchen“ Premiere. Ausdrücklich als „Kein Kindermärchen“ annonciert – doch Stroh wird auch für die Erwachsenen zu Gold. Eine Stunde lang.

Wozu ist der Mensch bereit, um reich zu werden? Oder um die Staatsschulden zu tilgen, wie der König in diesem Märchen? Wen ist er bereit zu verraten? So das Anliegen der Inszenierung. Kapitalismuskritik also, das Hinterfragen der menschlichen Schwächen, auch ein bisschen Psychoanalyse.

Dazu hat Regisseur Matthias Brandebusemeyer das Märchen passend gemacht. Wer den Klassiker „Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß“ erwartet, wird allerdings enttäuscht werden. Dieser Spruch fällt nicht. Das sei hier ausnahmsweise verraten. Nicht aber, wie sich das Stück zu einem bösen Intrigenspiel inklusive Menschenhandel und Auftragsmord entwickelt. Spannung muss schließlich sein. Und Spaß. Beides gibt’s – und das liegt auch an den drei Schauspielern.

Es macht Freude, dem Bühnen-Trio zuzusehen und zuzuhören

Mareike Marx überzeugt als zunächst verängstigte Müllerstochter, die sich langsam zu einer standfesten Frau entwickelt, die weiß, was sie will – und auch nicht davor zurückschreckt, ihren Vater ermorden zu lassen, um weiter Königin zu sein. Manuel Rittich ist der König, mit schwarzer Lederjacke erinnert er ein bisschen an den „wilden“ Rockerchef Marlon Brando: ein Schuss Selbstherrlichkeit umweht ihn, doch der Skrupellose kann auch ein weicher Vater sein. Schließlich Karl Kaerlein im Sadomaso-Dress als „Rumpelstilzchen“: gerissen und verschlagen, akrobatisch springt er über die Bühne. Es macht Freude, dem Bühnen-Trio zuzusehen und zuzuhören

Es ist eine stimmige Inszenierung mit viel Liebe zum Detail. Die Bühne wird in eine Spinnstube mit Bar verwandelt. Bei den Kostümen setzt man auf schwarzledrigen „Steampunk“. Doch die versprochene Kritik wird nur subkutan verabreicht. Schade – da hat man doch mehr erwartet.

"Rumpelstilzchen. Kein Kindermärchen“ – die nächsten Vorstellungen: 28. bis 30. November, jeweils 20 Uhr. Metropol-Theater, Eifelstr. 33 50677 Köln.

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