Kultur Bühne

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Musical „Hair“ – witzig, bunt und ein Hauch lasziv

Köln | Zu Beginn hören wir die Stimmen vieler US-Präsidenten Barack Obame, Georg W. Bush, Trump und anderer. Und dann beginnt die Reise in das Wassermannzeitalter „The Age of Aquarius“ und das Musical Hair, das in diesem Jahr 50 Jahre Londoner Bühnenjubiläum feiert. Die Besucher des 32. Kölner Sommerfestivals in der Philharmonie tanzten am Ende zu „Let the Sun shine in“ in der Zugabe gemeinsam mit den Darstellern auf der Bühne.

Das Kölner Publikum zeigte sich völlig begeistert von der Premiere der 50-jährigen Jubiläumsproduktion von „Hair“, die von Regisseur Jonathan O´Boyle in weiten Teilen originalgetreu und an manchen Punkten aufgefrischt auf die Kölner Bühne kam. Natürlich ist die Bühne der Kölner Philharmonie nicht der Central Park aus dem legendären Film aus dem Jahr 1979 von Milos Forman aber der „Tribal“-Dance, die Kultsongs und das Ablegen der Klamotten beim „Be in“ alles ist bei der Kölner Aufführung mit dabei. Überhaupt bunt. Echte Kölsche würde vielleicht das Bühnenbild am besten umschreiben mit „ein bunter Lappenclown“ in dem mittendrin auch noch ein Tipi steht, in dem der Bassist sitzt. Die Musik ist live gespielt und gesungen.

Grandiose Besetzung

Beim Gesang brillierten die Frauen stärker als die Männer. Jake Quickenden als Berger ist nicht nur optisch eine dominierende Figur, schauspielerisch ausdrucksstark sondern überzeugte auch stimmlich mehr als Paul Wilkins in der Rolle des Claude. Sein Gesang blieb flach und sein Spiel von Anfang an oberflächlich, fast schon hektisch. Es gelang ihm nicht, sein hin- und hergerissen sein zwischen elterlicher und gesellschaftlicher Konvention und Verantwortung sowie dem Faszinosum Hippikultur deutlich herauszuspielen. Und dass, obwohl die ihn umgebenden Charakteren glänzend in ihren Hippie-Rollen aufgingen und diese lebendig verkörperten. Bradley Judge als Woof agierte herrlich schrill, Marcus Collins als Afroamerikaner Hud konnte fast schon als Jimi Hendrix durchgehen. Collins überzeugte nicht nur schauspielerisch, sondern vor allem auch gesanglich. Die Besetzung der weiblichen Rollen sind hochkarätig und überzeugen bei der Kölner Premiere: Alison Arnopp als Jeanie, Aiesha Pease als Dionne, Natalie Green als Cassie und Kelly Sweeney als Crissy.

„Make love not war“

Die Story ist weltbekannt: Claude Bukowski stößt zu einem Hippie-Tribe, die ein Gegenmodell zur gesellschaftlichen Realität des Konservativsmus vor dem Hintergrund des Vietnam-Krieges propagieren: „Make love not war“. Die Männer sollen in den Krieg und wehren sich, bis auf Claude, dagegen. Sie verweigern sich, ganz nach dem damaligen Spruch: „Stell Dir vor es ist Krieg und keiner geht hin.“ Im Tribe rumort es zwischenmenschlich und an seinem letzten Abend erlebt Claude einen besonders psychodelischen Trip. Es geht drunter und drüber und kein modischer visueller Effekt darf fehlen bis hin zu Neon-Farben und Schwarzlicht.

„Hair“ 2019 in der Kölner Philharmonie ist ein schriller und bunter Trip ins Hippie-Zeitalter und lässt absolut begeisterte Kölner Zuschauerinnen und Zuschauer zurück. Und vielen von ihnen werden von Songs wie „Ain´t got no“, „Hair“, „Good Morning Starshine“ und „Let the sun shine in“ in die Kölner Nacht und als Ohrwurm vielleicht noch in den nächsten Tag begleitet. Das 32. Kölner Sommerfestival zeigt eine faszinierende Neuinszenierung des Kultklassikers „Hair“.

„Hair“ im Rahmen des Kölner Sommerfestivals ist noch bis zum 4. August in der Kölner Philharmonie zu sehen. Mehr Informationen und Karten unter www.bb-promotion.com

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