Kultur Bühne

trockadero_300713klein

Premierenkritik: „Les Ballets Trockadero de Monte Carlo“ famosmissimo

Köln | Premierenkritik | Sie kennen die Musik von Johannes Sebastian Bach, seine Fugen, seine musikalische Velocity, dann stellen Sie sich vor diese tänzerisch zu interpretieren. Dem „Les Ballets Trockadero de Monte Carlo“, kurz Trocks, gelingt dies mit „Go for Barocco“ choreografiert im Stil von George Balanchine auf eine so verblüffende, moderne Art und Weise, das man nie wieder das Wort Ballett milde und gütig belächelt, sondern neben Bolschoi immer an die tanzenden Kerle aus New York denkt. Dies gilt gleichermaßen auch für ihre Interpretationen von „Schwanensee“ und „Paquita“. Die Kölner Philharmonie – ausverkauft – spendete minutenlang Standing Ovations und Jubelrufe, zu Recht.

Sehenswert: Starke Bilder

Die Trocks tragen Spitzenschuh, Tiaren und Tutus. Die Trocks zelebrieren den Tanz in höchster Perfektion. Die Trocks sind alle Prima Ballerinen, die auf fantastische Weise in der Gruppe harmonieren und disharmonieren. Die Trocks persiflieren den Zickenkrieg unter den Prima Ballerinen, mit einem Augenzwinkern, nicht das Ballett an sich, dazu ist es ihnen zu heilig und nur so gelingt der Kunstgriff zwischen höchster Schule und Kunst und Comedy. Die Trocks als professionelle Tänzer können das mit einer Leichtigkeit und dürfen Slapstick einbauen, weil sie echte Könner, Künstler sind, ein Reflex den das Publikum in den Pausen diskutiert. Das Besondere und daher geht der berauscht aus der Philharmonie, der Bilder liebt, ist ihre Fähigkeit zur Visualisierung und Inszenierung. Der sterbende Schwan ist nicht nur tänzerisch famos, sondern ein Gemälde das vor den Augen der Zuschauer entsteht und sich im visuellen Gedächtnis tief verhaftet.

Grandios: Schwanensee

Der II. Akt von Schwanensee eröffnet den Abend mit Benno, Prinz Siegfried, Odette, den Schwänen und Rothbart, der es gewittern lässt. Schwanensee perfekt getanzt, harmonisch bis ins letzte Detail und die Brüche perfekt gesetzt, immer so, dass man sie nicht erwartet und das von Anbeginn an, wenn Rothbart im Trockeneisnebel einen Holzpappschwan einmal quer über die Bühne zieht. Das Publikum höchst amused. Dabei kommt den Trocks die Kölner Philharmonie entgegen, durch ihre Nähe zwischen Publikum und Tänzern. Da wird die ausgefeilte und genauso perfekt gesetzte Mimik, wie die Tanzelemente, deutlich erlebbar. Traumhaft in Szene gesetzt, von Choreografie und Lichtinszenierung auch der Kampf um den Blumenstrauß für die beste aller Tänzerinnen.'

Abstrakt: Bach getanzt

Die Interpretation „Go for Barocco“ im Stils des amerikanischen Choreografen George Balanchine, dem Gründer des New York City Ballets und Vertreter des neoklassischen Balletts, und getanzter und visualisierter Fugen von Johann Sebastian Bach, lässt einen den Atem anhalten und stocken. Es gelingt den Trocks die Fuge durch synchrone und asynchrone harmonisierte Tanzelemente in ihrer Sperrigkeit und Leichtigkeit vom Moderato, Adagio bis Allegro erlebbar zu machen und in ein abstraktes Bild tänzerisch zu formulieren.

Der dritte Teil der Kölner Vorstellung „Paquita“, gefälliger und bodenständiger zur Musik von Ludwig Minkus ist klassisches Handlungsballett im französischen Stil und wurde 1846 an der Pariser Oper uraufgeführt, allerdings mit der Musik von Ernest Deldevez. Erst in der russischen Version kam die Musik von Minkus. Das Programmheft spricht von einem choreografischen Feuerwerk, das die virtuosen Möglichkeiten des akademischen klassischen Tanzes auslotet. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Und das Fazit? Absolut Empfehlenswert und man muss die faszinierenden Trocks live erleben. Das Kölner Publikum war euphorisiert.

---
Alle Informationen und eine Bildergalerie zu den Trocks in Köln finden Sie hier >
---

Zurück zur Rubrik Bühne

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Bühne

tdk_step_27052020

Das Theater der Keller meldet sich am Samstag mit einer Premiere in der TanzFaktur zurück.

Köln | „Wir wollen unbedingt wieder Theater spielen, auch wenn die Gegenwart zurzeit ein schwieriges Feld ist. Wir haben als letztes Kölner Theater am 14. März gespielt und werden jetzt mit unserer Premiere am Samstag die Ersten sein, die zurückkehren“, sagt Intendant Heinz Simon Keller. Zweieinhalb Monate war sein Haus jetzt wegen der Corona-Krise geschlossen. Nun kehrt man am 30. Mai mit der Premiere des Tanztheater-Stücks „Das Experiment“ von Bibiana Jiménez wieder zurück ins Rampenlicht. Zwei Tänzerinnen werden dabei auf der Bühne stehen, die Stimme der Schauspielerin kommt aus dem Off. Bei der Probebühne schaffte man mit großflächig angebrachter Plastikfolie kurzerhand ein corona-sicheres Bühnenbild.

himmelundkoelle_step_19052020

Köln bekommt sein eigenes Musical mit viel Humor und Gefühl

Köln | Da treffen zwei Welten aufeinander: Jungpfarrer Elmar stammt aus dem Schwarzwald und hat gerade das Priesterseminar verlassen. Von der frommen Provinz wird er für seine erste Stelle in die sündige Großstadt Köln geschickt, wo die Bilbel mehr ein Servicevorschlag als eine strikte Anweisung ist. Schon die ersten Begegnungen auf der Domplatte sind für Elmar ein echter Kulturschock. Und bevor er am Rhein seine erste Sonntagspredigt halten kann, gerät er mitten ins wilde Treiben eines kölschen Samstagsabends im Schatten des Doms. Schnell muss er feststellen, gegen Junggesellinnenabschiede und dem nächtlichen Treiben auf dem Brüsseler Platz waren Sodom und Gomorra eine Oase des Friedens und der Ruhe. An seiner Seite ist das echte kölsche Mädchen Kathy, dass kurz vor der Hochzeit feststellt, dass sie schwanger ist, nur leider nicht vom Bräutigam. Da ist geistiger Beistand gefragt und der führt den jungen Priester in die Welt der Shisha-Bars und Brauhäuser.

Köln | Der Kunstsalon vergibt in diesem Jahr seinen Theaterpreis an vier Produktionen: „Raub – nach F. Schiller", Künstlerkollektiv Spiegelberg,
„In Decent Times", Constantin Hochkeppel, „Pressspan", Artmann&Duvoisin, „FLAKON", Mara Tsironi, Behrang Karimi, Paul Wiersbinski. Damit will der Kunstsalon die freie Theaterszene in dieser schwierigen Zeit mit je 2.500 Euro unterstützen.

karnevals

Über 80 Karnevalsgesellschaften, Bands, Rednerinnen und Redner folgten der Einladung von report-K und plauderten am Roten Fass über die Session, das Motto, ihre Lieblingsveedel und mehr:

Der Kölner Karneval plaudert am Roten Fass von report-K.de, Kölns Internetzeitung über die Session 2020.

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS

Fleumes filettiert

fleumes_filettiert

In der Gastkolumne „Fleumes filettiert“ blickt Gisbert Fleumes bei report-K auf liebevoll charmante Art und mit spitzer Feder auf Köln, das Stadtleben am Nabel des Rheins und mehr ...

Folge Eins: Wir sind Weiberfastnacht breit

KARNEVAL NACHRICHTEN

Kölner Karneval

3_g_10012020klein

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Kölner Karneval

3_g_10012020klein

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Designer*innen-Gespräche

designerinnen_gespraeche300_20012019

Design Parcour Ehrenfeld 2019 im Rahmen der Passagen. 18 Designer und Designer*innen traf report-K, Internetzeitung Köln, zum Gespräch im Video-Livestream.

Designer*innen Gespräche zum Nachsehen >