Kultur Bühne

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Das Archivbild zeigt die Spielstätte des Kölner Schauspiels in Köln-Mülheim. Foto: Eppinger

Schauspiel Köln stellt Programm für neue Spielzeit vor

Hoffnung auf die Rückkehr zur Normalität

Köln | Gerade hat die Stadt beschlossen, die laufende Spielzeit ihrer Bühnen wegen der Corona-Pandemie mit den nach wie vor hohen Infektionszahlen vorzeitig zu beenden. Seit November vergangenen Jahres waren auch beim Schauspiel im Depot keine Zuschauer mehr zugelassen. Programm gab es trotzdem, und zwar digital per Stream. Das galt auch für die Premieren, die im Internet verfolgt werden konnten. Die neue Spielzeit wurde ebenfalls online von Intendant Stefan Bachmann präsentiert. Man hofft hier im Herbst auf deutlich mehr Normalität und auf die Rückkehr des Publikums in die Mülheimer Interimsspielstätte.

Los geht es im Herbst mit Lessings Aufklärungsdrama „Nathan der Weisse“, das am 10. September im Depot 1 seine Premiere feiert. Inszeniert wird das Stück vom Intendanten, der damit seine Auseinandersetzung mit der Bedeutung von Identität und Religion fortsetzt, mit der er bei der Regie von „Vögel“ begonnen hatte. Weiter geht es am 15. September mit der deutschen Erstaufführung von „Utopolis Köln“ an 48 Orten in der Stadt, an denen sich die Zuschauer für eine gemeinsame Reise durch Köln treffen. Zwei Tage später folgt die Uraufführung von „Ode“ von Thomas Melle in der neuen Fassung von 2021, ein Stück bei dem es um die Positionierung von Kunst und deren Freiheit geht.

Am 2. Oktober gibt es die Premiere von Virginia Woolfs „Orlando“ im Depot 1 unter der Regie von Lucia Bihler. Diese überführt den Roman nun zusammen mit der Tanzkompanie Ballet of Difference auf die Bühne. Gemeinsam stürzen sie sich in das binäre Geschlechtersystem, um es wie Virginia Woolf zu zerlegen und eine neue Perspektive zu erschaffen. Noch keinen genauen Termin hat die Premiere von Rainald Goetz „Reich des Todes“, das Stefan Bachmann als Kooperation mit dem Düsseldorfer Schauspielhaus auf die Bühne des Depot 1 bringt. Das Stück blickt auf die Anschläge des 11. September 2001 und deren Folgen. Für den Oktober ist die Uraufführung von „Metropol“ nach dem gleichnamigen Roman von Eugen Ruge im Depot 2 terminiert. Zeitlich angesiedelt ist die Familiengeschichte im Moskau der 1930er Jahre.

„Kein Schlussstrich“ ist ein bundesweites Theaterprojekt mit künstlerischen und zivilgesellschaftlichen Interventionen zum NSU-Komplex in der Zeit von 21. Oktober bis zum 7. November. Im Herbst feiert auch die „Die Lücke 2.0“ von Nuran David Calis Premiere im Depot 2. „Die Atemschaukel“ von Herta Müller kommt in einer Theaterfassung von Bastian Kraft am 22. Oktober als Uraufführung ins Depot 1. Es geht um einen 17-Jährigen der am Ende der Zweiten Weltkrieges vom rumänischen Siebenbürgen in ein sowjetisches Arbeitslager gebracht wird und der sich dort komplett verändert. Einen Tag später feiert „Bruder Eichmann“ von Heinar Kipphardt Premiere im Depot 2. Es geht um den Kriegsverbrecher Adolf Eichmann, der 1961 in Israel zum Tode verurteilt wird.

Am 12. November gibt es die digitale Uraufführung von „Oblomow Revisited“, am 19. November folgt die Uraufführung von „Der Wilde“ in Depot 2. Eine weitere Uraufführung gibt es mit „Domprojekt“ von Oliver Frljic am 17. Dezember im Depot 1. Mit dem Dom als Hauptfigur soll am Schauspiel Köln die Geschichte der Institution Kirche erzählt werden. Am 21. Januar steht mit „Molière“ die nächste Premiere auf dem Programm. Es geht um das Werk und das Leben des berühmten französischen Dramatikers. Die Regie führt Frank Castorf.

Uraufführung von „Wunderschönes Welkfleisch“

Am 29. Januar ist die Uraufführung von „Wunderschönes Welkfleisch“ im Depot 2 eingeplant. Ihr folgt am 11. Februar die Premiere von „Triple“ von Richard Siegal und seinem Ballet of Difference. Am 18. März gibt es im Depot 1 die Premiere von „Falstaff“. Für den 8. April ist die Uraufführung von „Mölln 92/22“ terminiert, ein Stück, in dem es um den Brandanschlag auf das Haus der Familie Arslan in Mölln vor 30 Jahren geht, bei dem drei Menschen gestorben sind. Der Anschlag war nur Teil einer rechtsextremen Bewegung gegen Menschen, die eingewandert waren, mit schrecklichen Taten zum Beispiel in Rostock, Solingen und Hoyerswerda.

Weiter geht es im Schauspiel mit den beiden Uraufführungen von „Richard III.“ am 23. April und von „Svenja“ am 29. April. Es folgen die Uraufführung von „Ballet of Obedience“ von Richard Siegal am 20. Mai und der Open-Air-Premiere von „Engel in Amerika“ im Mai 2022. Im Juni gibt es noch das Szenefestival „Britney X“, das in der Stadt seinen Platz findet. Informationen zum weiteren Programm und den Tanzgastspielen der neuen Spielzeit finden sich online unter: www.schauspiel.koeln

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