Kultur Bühne

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Schauspielchef Stefan Bachmann, seine neuen Chefdramaturgin Beate Heine (l.) und Tanzkuratorin Hanna Koller.

Schauspielchef Stefan Bachmann: Das gibt’s in der Spielzeit 2017/18

Köln | 20 Premieren – darunter 4 Schauspiel- und eine Tanzuraufführung sowie 2 deutsche Erstaufführungen –, 18 Wiederaufnahmen und 4 Gastspiele: Das bietet das Schauspiel Köln in der kommenden Spielzeit 2017/18 in seinen drei Spielstätten an. Intendant Stefan Bachmann blickte jetzt in die Zukunft und zog eine vorläufige Bilanz der noch laufenden Spielzeit.

Die nächste Spielzeit wird am 22. September einem Klassiker eröffnet: Ibsens „Peer Gynt“, vom Hausherrn inszeniert:. Das Stück über einen Lügner steht für Stefan Bachmann programmatisch für das zentrale Thema der nächsten Spielzeit: Die Suche nach dem wahren Ich einer Person, für ihn auch ein höchst aktuelles politisches Thema. Weitere Klassiker sind Shakespeares „Romeo und Juli“ (das Regiedebüt von Pinar Karabulut auf der großen Bühne von Depot 1), Schillers „Wilhelm Tell“ (eine Koproduktion unter der Regie von Bachmann mit dem Theater Basel, dort begeistert gefeiert), Gerhard Hauptmanns „Die Weber“, Büchners „Woyzeck“, „Don Quijote“ nach Miguel de Cervantes sowie „Endspiel“ von Samuel Beckett.

Technische Aufrüstung von Depot 1 macht Übernahme aus Wien möglich

Vom Wiener Burgtheater übernommen wird Elfriede Jelineks „Winterreise“, ebenfalls von Bachmann inszeniert. Die Aufführung in Köln ist nur möglich, weil inzwischen die Bühnentechnik von Depot 1 technisch aufgerüstet wurde. Doch nicht unendgültig geklärt ist das Gastspiel von „2666“ nach einem Rom,an von Roberto Bolano. Das Stück hatte in Avignon Premiere und verlangt von den Zuschauern – bei vier Pausen – 12 Stunden Aufmerksamkeit.

Als Experimentierfeld für junges Theater wird die „Außenspielstätte am Offenbachplatz“ weiterentwickelt. Gleich drei der Uraufführungen finden hier statt. „Alles was ich nicht erinnere“ Regie: Charlotte Sprenger) macht am 11. November den Anfang: Grundlage ist ein Roman von Jonas Hassen Khamiri, in dem die Persönlichkeit eines Selbstmörders aufgrund von Gesprächen mit verwandten und Freunden im Nachhinein zusammengesetzt wird.

Am Offenbachplatz wird tagesgenau der 200. Geburtstag von Karl Marx gefeiert

„Heimwärts“, Ibrahim Amirs zweite Auftragsarbeit für das Schauspiel Köln nach „Stirb, bevor du stirbst“, erlebt hier unter der Regie von Stefan Bachmann die deutsche Erstaufführung): Ein alter Emigrant will in seiner Heimat Syrien sterben und macht sich mit einem Arzt und einer transsexuellen Sanitäterin auf den Weg – doch bevor er sein Ziel erreicht, stirbt er. Schließlich wird am Offenbachplatz pünktlich am 5. Mai der 200. Geburtstag von Karl Marx gefeiert: Die „subbotniks“ hauchen dafür dem Marx-Spruch „Wir sind die Affen eines kalten Gottes“ neues Leben ein.

„Jeden Monat einmal Tanz“, kann Kuratorin Hanna Koller versprechen – wobei sich Oper und Schauspiel abwechseln. In Mülheim kommt Richard Siegals „Triple Bill“ zur Uraufführung, eine Kooperation mit Tanz Köln und dem Muffatwerk München. Urausfgeführt. Ein Wiedersehen gibt es mit Sasha Waltz und ihrer „Allee der Kosmonauten“, Wim Vandekeybus zeigt seinen Klassiker „In spite of wishing and wanting“.

Am 3. Juli entscheidet sich, wie lange das „Interim“ Mülheim noch dauert

Dass sich Stefan Bachmann in die als Interimspielstätte geplanten Bühnen im Mülheimer Carlswerk verliebt hat, ist ihm anzumerken. Nicht nur, weil er sie Schritt für Schritt technisch aufrüstet – um dem Publikum höheren Genuss bieten zu können und um seinem Ensemble die Arbeit zu erleichtern. Das fühlt sich offensichtlich – „bis auf die Künstlergarderoben“ – so wohl, dass es bislang keinen Personalwechsel gab. Ausnahme: Das Ausscheiden des Chefdramaturgen Thomas Laue, ihm folgt Beate Heine nach.

Wie lange dieses Provisorium allerdings noch bestehen bleibt, wird – so hofft er – endgültig am 3. Juli entschieden: Dann wollen OB Henriette Reker und Bernd Streitberger, technischer Leiter der Städtischen Bühnen, den endgültigen Eröffnungstermin und Kostenplan für die dann sanierten Bühnen verkünden. Die Spielstätten in Mülheim würde Bachmann gerne als kulturelle Begegnungsstätte erhalten – nicht nur wegen der Nähe zu den Anwohner, die sich etwa in den Stücken „Die Lücke“ und gerade „Istanbul“ niedergeschlagen hat. Gesucht sind „kreative Ideen“.

Zufrieden ist Bachmann mit dem bisherigen Verlauf der Spielzeit 2016/17. Er rechnet mit deutlich über 100.000 Besuchern, nahe am bisherigen Rekord von 2015/16. Fast alle Vorstellungen seien ausverkauft gewesen, enttäuscht habe ihn lediglich der besuch von Tschechows „Iwanow“. Weshalb das Stück wohl auch nicht wieder aufgenommen wird. Um fünf Prozent habe man die Zahl der „Standardabonnements“ steigern können – von 6.000 auf 6.300. Bei Spezialabos seien es sogar 10 Prozent mehr.

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