Kultur Bühne

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Sylvia Brécko im Atelier Theater übersetzt Jugendsprache

Sylvia Brécko spielt famos mit dem Publikum und das retuniert brillant

Köln | Sylvia Brécko filettiert Sprache und zieht sie aus bis zur Betrachtung von einzelnen Vokalen in der aktuellen Jugendsprache. Heute Abend gastierte sie im Atelier Theater an der Roonstraße mit ihrem zweiten Programm „Liebling, wir müssen reden!“ Ihr Programm ist interaktiv, intensiv und zeitweise katapultiert sich in bester Improqualität das Publikum selbst mitten ins Programm. Das ist so gewollt und zählt zu den Spitzenmomenten des Abends. Denn Brécko ist so souverän das sie aus dieser Integration Kapital schlägt.

Brécko trägt Königsblau, geschlitzt und figurbetont. Mit kleinen Accessoires wechselt sie virtuos auf der Bühne die Rolle. Mit grauer Assi-Kappe und Totenkopf rückt sie der Jugendsprache zu Leibe, als Moderatorin mit rotem Mikrofon wechselt sie in ihr altes Metier, schließlich war sie einmal Nachrichtensprecherin und mit der Ukulele rückt sie dem Phänomen Guttenberg zu Leibe. Den nennt sie liebevoll „Gutti“ zerpflückt ihn aber textlich. Besonders stark gelingt das Zweigespräch mit sich selbst und einer Psychologin. Brécko changiert in der Rolle und spielt beide Parts, das Publikum quietschte vor Vergnügen.

Brécko beobachtet sehr gut, seziert Alltagssituationen und Alltägliches und bringt sie dann mit geschliffener Sprache, ungewöhnlichen Abschlüssen auf den Punkt und die Theaterbühne des Atelier-Theaters. Kabarett eben. Und hier schließt sich der Kreis zu ihrem Programm. Kabarettistin sei sie, weil Männer eben nicht reden, daher „Liebling, wir müssen reden!“. Kölsche Momente fehlen nicht und auch den ein oder anderen Evergreen-Kalauer streut sie beiläufig mit ein, nicht ohne kokettierend zu erklären, dass sie um das Alter des Scherzes weiß. Das Publikum jauchzt. Dazu sprengselt sie Gesangliches ein. Das kleine und feine Atelier Theater platzte aus allen Nähten und die Gäste sassen sogar mit auf der Bühne.

Sylvia Brécko hat Theaterwissenschaften studiert und sowohl im Schauspiel und Gesang ausgebildet. Bekannt wurde sie einem breiteren Publikum zunächst im journalistischen Fach als Moderatorin beim WDR, unter anderem der Lokalzeit. Das war in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts, wo sie auch mit Jean Pütz in der Hobbythek vor der Kamera stand. Seit 2008 hat sie sich dem Kabarett verschrieben.

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