Kultur Bühne

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„The 27 Club“ in der Kölner Philharmonie

Köln | Die Show beginnt im frühen 20. Jahrhundert und endet im neuen Jahrtausend – „The 27 Club – Legends Never Die“, die aktuell im Rahmen des 31. Kölner Sommerfestival in der Kölner Philharmonie zu Gast ist und am Dienstag Premiere feierte. Es geht um Rockmusik und deren legendäre Interpreten, die jeder kennt und denen gemeinsam ist, dass sie mit 27 Jahren diese Welt verließen und unvergessliche Songs hinterließen. Es gab Standing Ovations und Mega-Applaus und manche Besucher kommentierten nach der Show: „Toller Spaß“.

Marion Campbell erzählt die Geschichte der Rocklegenden chronologisch und mystifiziert sie ein wenig manchmal mit manchmal ohne Verschwörungstheorie, die sie aber immer mit einem Augenzwinkern wieder einfängt. Die Story von Robert Johnson (1911-1938), Brian Jones (1942-1969), Jimi Hendrix (1942-1970), Janis Joplin (1943-1970), Jim Morrison (1943-1971), Kurt Cobain (1967-1994) und Amy Winehouse (1983-2011). „The 27 Club“ musicalisiert die Geschichten der Heldinnen und Helden des Rock, ohne sie inhaltlich zu verdichten, sondern lässt deren Musik sprechen.

Die wird von einer 13-köpfigen Band intoniert und von wechselnden Sängern interpretiert. Dabei geht es dem Werk nicht um eine Neuinterpretation durch die Stimme einzelner Interpreten, wie wir das aus Coversongs kennen, sondern stark darum, möglichst nahe ans Original zu kommen. So wie viele Kölnerinnen und Kölner das von der Talentprobe kennen. Das gelingt manchmal sehr gut, manchmal ein wenig weniger gut, vor allem wenn der oder die Künstlerin besonders viele Ecken, Kanten und eine besonders eigenwillig Stimme hatte. Gäbe es eine Platzierung der Interpreten des Abends würde die Interpretation von Roo Savill als Amy Winehouse auf Platz 1 landen. Allerdings spürt man bei Savill, dass sie noch mehr kann, als nur zu covern.

Das Publikum wurde vor allem von den älteren Songs mitgerissen, denn bei den meisten dürfte dies wie ein Spiegel in ihre Jugend gewirkt haben. Und die Show nutzte einen interessanten Kunstgriff. So stellte ein junger Conor Houston den jugendlichen Mick Jagger dar, in der Hommage an Rolling Stone Mitgründer Brian Jones. Mick Jagger singt ja selbst noch mit seinen 75 Jahren. Aber gerade diese Nummer kam besonders gut an. Mit dem inszenierten jungen Jagger blicke die, deren Generation er ist, auf ihre Jugend, sehe ich den heute gealterten Jagger als Original, merke ich selbst, ich bin alt geworden. So entführt mich die Show mit ein wenig Phantasie in meine Jugend in der ich wild und rebellisch gegen meine Eltern aufbegehrte, indem ich „Satisfaction“ hörte. Ganz anders reagierte das Publikum dagegen auf die Darstellung von Curt Cobain und Nirvana. Hier gab es dünneren Szeneapplaus, obwohl gerade Max Milner als Curt Cobain eine gute Show machte. Aber für das ältere Publikum war der Musikstil „Grunge“ dann doch zu weit entfernt von ihren süß-sauren Jugenderinnerungen. Zu allen Songs gruppierten sich drei Tänzerinnen, die zwar nicht immer synchron waren, aber original aus der Werbung einer Cola-Marke der 70er Jahre hätten stammen können.

Und so sah man nach der Show manches in Würde und Schönheit gealterte Pärchen aus der Philharmonie mit wehendem weißen Haar schweben, eng umschlungen und sich küssend, gar so, als wären sie noch mal verliebt turtelnde Twens und auf dem Weg nach Hause von einem Klub, den es so heute Downtown gar nicht mehr gibt.

Die Show ist im Rahmen des 31. Kölner Sommerfestivals noch bis zum 12. August zu sehen. Alle Infos und Tickets unter www.bb-promotion.com

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