Kultur Bühne

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„Das Fest“– eine starke Ensemble-Leistung um den Kampf zwischen Wahrheit und Verdrängung. | Foto: MeyerOriginals / TdK

Theater der Keller: „Das Fest“ – Ein Familientreffen gerät aus den Fugen

Köln | Gedacht sind sie meist als harmonisches Treffen. Doch bisweilen können Familienfeste ungewollt aus dem Ruder laufen. So wie beim Treffen, von dem der Däne Thomas Vinterberg vor 20 Jahren in seinem Film „Das Fest“ erzählte. Charlotte Sprenger hat den Klassiker der „Dogma 95“-Gruppe jetzt mit Julia Fischer für die Bühne bearbeitet. Die Premiere im Theater der Keller wurde begeistert aufgenommen.

Im Familienkreis gefeiert werden soll der 60. Geburtstag des Gastronomen Helge. Alle erwarten ein fröhliches – vor allem friedliches – Zusammensein. Doch Sohn Christian stört die erhoffte Idylle und lüftet in seiner Tischrede ein Geheimnis: Der Vater hat ihn und seine Schwester Linda als Kinder missbraucht. Die beging deswegen später Selbstmord. Außerdem wird öffentlich, dass der Vater – nicht nur – mit dem Kindermädchen ein Verhältnis hatte.

Die Mutter wusste vom Missbrauch des Ehemannes – und schwieg

Christians Bruder Michael und Schwester Helene wollen davon nichts wissen, sie halten am Bild der heilen Familie fest. „Vorbild“ für diese Haltung ist ihre (tote) Mutter: Sie wusste vom Machtmissbrauch ihres Ehemannes, unternahm jedoch nichts. Stattdessen kontert sie, Christian sei schon als Kind der Störenfried gewesen, ein Einzelgänger – und sei es immer noch. Das Fest wird zum Schlachtfeld – nach taktischen Winkelzügen und wechselnden Koalitionen gewinnt am Ende die Verdrängung, die Wahrheit bleibt als die große Verliererin zurück.

Immer wieder entlädt sich die Spannung in wilden Tanzeinlagen, die schweratmend beendet werden. Immer wieder suchen die Akteure Schutz vor den Enthüllungen in den Reihen des Publikums, das so zum Teilnehmer des Festes wird. Doch Schutz finden die Familienmitglieder weder hinter den Rollos, die – auch im Zuschauerraum – von der Decke hängen, sich heruntersenken und in Sichtblenden verwandeln lassen. Und auch wenn Zuschauer zu Pärchen zusammengefügt werden, ist das nicht mehr als der vergebliche Versuch, FriedeFreudeEierkuchen zu verbreiten.

Auf der Bühne schweißtreibende, packende Höchstleistung

Charlotte Sprenger treibt das Ensemble – neben Senior Ralf Harster sechs junge Schauspielerinnen und Schauspieler von der Schauspielschule Der Keller – zu schweißtreibenden Höchstleitungen, ob als Solist oder in der Gruppe. Neben Ralf Harster, Ulrich, Brit Purwin und Denis Merzbach besonders zu nennen wären Markus J. Bachmann (Christian), Frank Casali ( Helge) und Paula Schäfer (Linda).

Es ist eine düstere, packende Inszenierung voller szenischer Überraschungen, der man sich keine der gut 90 Minuten entziehen kann. Lediglich „Vor-“ und „Nachspiel“ mit aufgesetzter (Trotzdem-)Guter-Laune-Stimmung im dafür allzu engen Foyer des Theaters trüben das hervorragende Gesamtbild.

„Das Fest“ – die nächsten Vorstellungen: 5. (18 Uhr), 17., 18. und 21. Mai, jeweils 20 Uhr, Theater der Keller, Kleingedankstr. 6, 50677 Köln, Karten: Tel. 02 21 / 31 80 59 (Mo-Fr 10-17 Uhr)

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