Kultur Bühne

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Maximilian Hildebrand (r.) und Felix Witzlau brauchen reichlich Bühnenblut – schließlich ist Walfang ist ein blutiges Geschäft. | Foto: MeyerOriginals / TiB

Theater im Bauturm: „Moby Dick“ begeistert das Publikum

Köln | Am Ende hat Kapitän Ahab seinen Kampf gegen Moby Dick verloren: Der Weiße Wal zieht ihn unbarmherzig mit in die Tiefe. Lässt sich dieses Epos von Herman Melville – in der Rezeption eng verbunden mit der grandiosen Verfilmung mit Gregory Peck als Ahab – auf die Bühne bringen? Gar auf eine kleine wie im Theater im Bauturm? Für Maximilian Hildebrand und Felix Witzlau kein Problem.

Sie sind nur zu zweit und bringen doch pralles Abenteuer auf die Bühne. Eine weiße Plastikplane wird kurzfristig zum Wal, sie verheddern sich Taue, überstehen einen Taifun. In schnellem Wechsel übernehmen Hildebrand und Witzlau Ahabs Rolle und reißen das Publikum mit. Und nass ist es – jede Menge Wasserflaschen stehen bereit, aus denen sie sich gegenseitig überschütten. Regisseur Kieran Joel schöpft buchstäblich aus dem Vollen.

Mehr erfahren über Narwal und den Heißajuchhe-Tümmler

Doch nimmt der Rachezug Ahabs, dem Moby Dick vor Jahren einmal ein Bein abgebissen hat und dann entkam, nur die Hälfte des knapp 90 Minuten dauernden Stückes ein. Nicht weniger unterhaltsam eingerahmt ist dieses 1851 erschienene Epos vom Kampf zwischen Mensch und Natur von einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Walfang und der fast ekstatischen Begeisterung für die vielen Arten der vom Aussterben bedrohten Meeressäugern.

Hildebrandt hat sich als Beispiel den Narwal ausgesucht, von dessen Biologie er immer wieder voller Enthusiasmus erzählt. Bei Witzlau ist es der Heißajuchhe-Tümmler. Kennen Sie nicht? Sie werden ihn kennenlernen.

Respekt vor den Walfängern alten Schlages, Kritik am modernen Walfang

Die beiden haben Respekt vor den Walfängern alten Schlages, die vor den berühmten Entdeckern die sieben Weltmeere befuhren. Nicht zuletzt war es eine harte, oft tödliche Arbeit. Keine Zustimmung dagegen findet der Walfang, dem heute Norwegen, Island und nicht zuletzt Japan mit vorgeschobenen „wissenschaftlichen Gründen“ frönen.

Und wie schon in „Don Quijote“, für den sie im Vorjahr den Kölner Theaterpreis erhielten, geben sie auch hier Einblick in die Entstehungsgeschichte des Stückes und wie das Thema sie allmählich packte. Am Ende steht die Erkenntnis: Wie Ahab seine Mannschaft zur gefährlichen Jagd manipulierte, ist es heute mit den Argumenten für den Walfang.

„Moby Dick“ – die nächsten Termine: 22. bis 27. März. Theater im Bauturm, Aachener Str. 24-26, 50674 Köln, www.theater-im-bauturm.de, Karten: Tel. 0221 / 52 42 42, www.off-ticket.de, www.koelnticket.de und bei allen KölnTicket-Vorverkaufsstellen

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