Kultur Bühne

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Magda Lena Schlott sucht in der Familiengeschichte nach dem Erfolgsrezept der AfD. Foto: Amrei Kemming / Schauspiel

„Vaterland“ im Schauspiel Köln: Magda Lena Schlott verbeißt sich in die AfD

Köln | Bei der jüngsten Landtagswahl blieb die AfD weit hinter den eigenen Erwartungen zurück. Aber die erlangten 7 Prozent sind immer noch zu viel, mögen viele gedacht haben. Wie Schauspielerin Magda Lena Schlott und Regisseurin Pinar Karabulut vom Schauspiel Köln. In ihrem gemeinsamen Stück „Vaterland“ lassen sie ihrer Verachtung und Wut gegen die Rechtsextremisten freien Lauf.

Mit „Vaterland“ erzählen sie ein „alternatives Märchen für Deutschland“ und modeln dafür „Rotkäppchen um. Der Wolf ist dabei der Hass und die Wut auf alles Fremde, kurz der Grund, warum viele ihre Stimme der AfD gegeben haben. Ihm das Fell über die Ohren ziehen möchten sie, ihn auffressen, verdauen und auskacken. Und dann fröhlich mit der Großmutter feiern. Ach, wenn es denn so einfach wäre.

Denn da ist ja auch noch der Vater der Solistin Schlott, die sich dem Publikum als Mitglied einer alten DDR-Puppenspieler-Dynastie vorstellt (autobiografische Bezüge der in der DDR geborenen gelernten Puppenspielerin seien dahingestellt). Wie wurde aus dem doch eigentlich recht netten Mann, der immer verreisen wollte, ein AfD-Anhänger?

Eine überzeugende Antwort finden sie und Karabulut nicht bei ihrem Streifzug durch Wirtschafts- und Familienpolitik, durch Fremdenhass und die Geschichte der rechten Parteien in Köln. Was sicher auch etwas viel verlangt wäre. So bewegt sich die 60 Minuten lange Performance etwa zu sehr an der Oberfläche. Wenn es trotzdem nicht langweilig wird, liegt das an der burschikos-verspielten Komödiantin Schlott, die das Publikum nicht nur mit grotesken Tanzeinlagen mitreißt. Sondern auch – gelernt ist eben gelernt – wenn sie Puppen in das Spiel einbezieht.

Die Standing Ovations zur Premiere waren mehr als verdient.

„Vaterland“ – die nächsten Vorstellungen: 2. Juni (22 Uhr), 9. Juli, Schauspiel, Außenspielstätte am Offenbachplatz, Karten: Tel. 0221 / 22 12 84 00, Fax 0221 / 22 12 82 49, E-Mail: tickets@buehnenkoeln.de, dazu alle Vorverkaufsstellen von KölnTicket. Kartenservice mit Vorverkauf und Abo-Büro in der Opernpassage zwischen Glockengasse und Breite Straße. 

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