Kultur Film

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Guido Hammesfahr

Guido Hammesfahr: "Aktuell bastle ich auch wieder an meinem Segelboot."

Wer kennt sie nicht die Sendung Löwenzahn. Aber was macht Guido Hammesfahr in der Corona-Zeit?

Wie erleben Sie die Coronakrise aktuell?

Guido Hammesfahr: Unser Drehplan ist wegen der Krise verschoben worden. Ich lebe ziemlich zurückgezogen, bin aber jeden Tag eine Stunde mit dem Rad in der Stadt unterwegs. So sehe ich, was los ist. Bislang war es sehr ruhig, seit dieser Woche ist wieder mehr los, aber die Menschen verhalten sich trotzdem diszipliniert. Aktuell bastle ich auch wieder an meinem Segelboot.

Wird Corona zum Thema bei Löwenzahl?

Hammesfahr: Bei den neuen Folgen ist es kein Thema. Wir brauchen für die fiktionale Sendung und Drehbuchentwicklung immer einen ziemlich langen Vorlauf. Da kann man aktuelle Themen nicht sofort umsetzen. Aber natürlich befassen wir uns in der Redaktion mit der aktuellen Situation, in der Kinder gerade leben. Wir arbeiten momentan an einem unterhaltsamen Kurzformat nach Löwenzahn-Art für ein weiteres Angebot im Internet, quasi „live“ aus dem Bauwagen.

Wann haben Sie Ihr erste Löwenzahn-Sendung gesehen?

Hammesfahr: Das müsste 40 Jahre her sein, da war ich etwa elf oder zwölf Jahre alt. Peter Lustig hat ein tolles Bett gebaut und ist in seinen Bauwagen eingezogen, mit dem er in der Stadt ganz nahe an der Natur wohnen kann. Das fand ich damals ziemlich spannend. Ich hätte nie gedacht, dass ich irgendwann die Nachfolge antreten werde.

Sie haben mit Peter Lustig auch eine gemeinsame Folge gedreht?

Hammesfahr: Ja, das war zu seinem 70. Geburtstag. Das war ein wunderschöner Tag und die Zusammenarbeit lief wirklich prima. Wir haben uns sehr gut verstanden und waren auch bei der Mittagspause zusammen. Mit Peter Lustig konnte man sich toll unterhalten.

Wie schwierig war es seine Nachfolge anzutreten?

Hammesfahr: Es war schon eine besondere Situation, beim Casting in den Kulissen der Sendung zu stehen.Ich war damals ziemlich aufgeregt. Aber bei den ersten Folgen, gab es so viele Dinge, mit denen man sich beschäftigen musste, da war dann keine Zeit mehr, sich groß mit der Nachfolgefrage zu beschäftigen. Und dann kam noch das positive Feedback vom Publikum und von Peter Lustig selbst. Wir sind dem Format treu geblieben, ich habe aber trotzdem meinen eigenen Stil entwickelt.

Was macht das Besondere der Sendung aus?

Hammesfahr: Es geht in jeder Sendung um eine spezielle Problemstellung aus den Bereichen Natur, Technik und Umwelt, die Fritz lösen muss. Er muss sich zum Thema klug machen und nimmt sein Publikum an die Hand, um es durch die Geschichte zu führen. Zu diesem Format gibt es nichts Vergleichbares, auch weil Fritz ja immer auch den direkten Blick in die Kamera hat und sich so direkt an seine Zuschauer wendet.

Gibt es noch den Tipp, am Ende der Sendung den Fernseher auszuschalten?

Hammesfahr: Nein, das gibt es in der Form nicht mehr. Dafür kümmere ich mich am Ende immer um meinen Hund, mit dem ich losziehe. Das ist ein wenig so wie Lucky Luke, der mit seinem Pferd in den Horizont reitet.

Was macht den Reiz der Rolle aus?

Hammesfahr: Man ist als Schauspieler wirklich gefragt und die Aufgabe sind sehr facettenreich. Man interagiert mit den Mitmenschen, mit Wissenschaftlern und natürlich auch mit dem Hund. Und man erlebt spannende Geschichten und Abenteuer, in die man direkt hineinspringt. Dazu kommt, dass man bei der Arbeit jeden Tag draußen und in der Sonne unterwegs ist. Das ist schon etwas anderes wie im Studio oder auf der Bühne.

Für das Jubiläum waren Sie auch in Südafrika.

Hammesfahr: Da sind vier neue Folgen entstanden, die sich zum Beispiel mit Themen wie Elefanten, Raubkatzen und Krokodilen auseinandersetzen. Es geht um die Safari, aber auch um das Land Südafrika. Grund für die Reise von Fritz ist, dass eine Freundin in Südafrika eine Farm übernommen hat, die er jetzt besucht.

Sie leben in Köln. Welche Beziehung haben Sie zur Stadt?

Hammesfahr: Mir gefällt in Köln, dass dort immer alles sehr nah beieinander ist. Man kann fast alles zu Fuß oder mit dem Rad erreichen. Die Kölner sind sehr aufgeschlossen und man bekommt schnell Kontakt. Ich lebe seit 1995 in Köln. Es ist dort gemütlicher als in Berlin, wo ich regelmäßig beruflich bin. Die Menschen sind offen, aber auch verbindlich und nicht oberflächlich.

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