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Jodie Foster bei den 69. Filmfestspielen von Cannes

Jodie Foster will Leni Riefenstahl doch nicht selbst spielen

Los Angeles | Hollywood-Star Jodie Foster ("Das Schweigen der Lämmer", "Angeklagt") hat ihre Pläne, die umstrittene deutsche Film-Regisseurin Leni Riefenstahl in einem Film darzustellen, endgültig aufgegeben. "Ich wollte Leni Riefenstahl selbst spielen. Inzwischen bin ich zu alt dafür. Sie war Ende 30, als der Zweite Weltkrieg zu Ende ging", sagte Foster der "Welt am Sonntag". Die 2003 verstorbene Riefenstahl war einerseits als innovative Künstlerin gepriesen, andererseits als Hitlers Propaganda-Regisseurin kritisiert worden. Foster hatte sich mehrmals mit ihr getroffen.

"Mein Antrieb war immer, einen komplexen Film über sie zu machen, einen tiefgründigen. Einen Film, der die psychologische Essenz und die Widersprüche von Leni erfasst. Ich habe sie einmal in Deutschland in der Nähe von München besucht. Das andere Mal, glaube ich, in New York", sagte sie der Zeitung, "sie wollte die Rechte an ihrer Autobiografie verkaufen. Wir haben sie nicht gekauft. Es wäre mir wichtig gewesen, ein authentisches, ehrliches Porträt von ihr zu zeichnen - nicht eines, das sie am Ende missbilligt hätte. Es gab mehrere Versuche, ein Drehbuch zu verfassen. Aber ich habe es nicht richtig hinbekommen. Und wenn du es nicht schaffst, solltest du es lieber gar nicht machen." Foster, die für ihre Rollen in "Angeklagt" und "Das Schweigen der Lämmer" zweimal mit dem Oscar ausgezeichnet worden ist, hat sich in der Vergangenheit zunehmend als Regisseurin einen Namen gemacht.

Zuletzt auch für Folgen von Erfolgsserien wie "Orange Is The New Black" oder "House Of Cards" für Netflix. Der Streamingdienst erscheint ihr in vielerlei Hinsicht reizvoller als das traditionelle Hollywood. "Netflix respektiert Filmemacher. So haben sie David Fincher, mich und viele andere bekommen, indem sie uns sagten: `Wir wollen eure Handschrift in den Filmen erkennen. Wir wollen euch nicht vorschreiben, was ihr zu tun habt`", sagte sie der "Welt am Sonntag". "Sie werfen bei Netflix nicht das Geld zum Fenster raus. Aber: Sie respektieren uns. Und deshalb sind die Film-Visionäre dorthin abgewandert." In der kommenden Woche ist ihre vierte Regiearbeit, der Finanz-Thriller "Money Monster" mit Julia Roberts und George Clooney in den Hauptrollen, in den deutschen Kinos zu sehen. Unabhängig von ihren Recherchen an der Wall Street hat sie selbst ganz persönliche Erfahrungen mit Finanzcrashs gemacht.

"Mein erster Kinofilm, `Das Wunderkind Tate`, war von Orion Pictures produziert worden, dasselbe Studio, das zuvor `Das Schweigen der Lämmer` finanziert hatte. Ja, und dann ging Orion bankrott, kurz bevor sie meine erste Regiearbeit veröffentlichen sollten. Das hatte mir die Augen geöffnet, wie die Finanzwelt tickt", sagte Foster der Zeitung, "ich musste vor ein Insolvenzgericht ziehen und versuchen, Geld loszueisen, damit ich meinen Film in verschiedenen Ländern überhaupt veröffentlichen konnte."

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