Kultur Film

jodie_foster_Denis-Makarenko_shutterstock_22052016w

Jodie Foster bei den 69. Filmfestspielen von Cannes

Jodie Foster will Leni Riefenstahl doch nicht selbst spielen

Los Angeles | Hollywood-Star Jodie Foster ("Das Schweigen der Lämmer", "Angeklagt") hat ihre Pläne, die umstrittene deutsche Film-Regisseurin Leni Riefenstahl in einem Film darzustellen, endgültig aufgegeben. "Ich wollte Leni Riefenstahl selbst spielen. Inzwischen bin ich zu alt dafür. Sie war Ende 30, als der Zweite Weltkrieg zu Ende ging", sagte Foster der "Welt am Sonntag". Die 2003 verstorbene Riefenstahl war einerseits als innovative Künstlerin gepriesen, andererseits als Hitlers Propaganda-Regisseurin kritisiert worden. Foster hatte sich mehrmals mit ihr getroffen.

"Mein Antrieb war immer, einen komplexen Film über sie zu machen, einen tiefgründigen. Einen Film, der die psychologische Essenz und die Widersprüche von Leni erfasst. Ich habe sie einmal in Deutschland in der Nähe von München besucht. Das andere Mal, glaube ich, in New York", sagte sie der Zeitung, "sie wollte die Rechte an ihrer Autobiografie verkaufen. Wir haben sie nicht gekauft. Es wäre mir wichtig gewesen, ein authentisches, ehrliches Porträt von ihr zu zeichnen - nicht eines, das sie am Ende missbilligt hätte. Es gab mehrere Versuche, ein Drehbuch zu verfassen. Aber ich habe es nicht richtig hinbekommen. Und wenn du es nicht schaffst, solltest du es lieber gar nicht machen." Foster, die für ihre Rollen in "Angeklagt" und "Das Schweigen der Lämmer" zweimal mit dem Oscar ausgezeichnet worden ist, hat sich in der Vergangenheit zunehmend als Regisseurin einen Namen gemacht.

Zuletzt auch für Folgen von Erfolgsserien wie "Orange Is The New Black" oder "House Of Cards" für Netflix. Der Streamingdienst erscheint ihr in vielerlei Hinsicht reizvoller als das traditionelle Hollywood. "Netflix respektiert Filmemacher. So haben sie David Fincher, mich und viele andere bekommen, indem sie uns sagten: `Wir wollen eure Handschrift in den Filmen erkennen. Wir wollen euch nicht vorschreiben, was ihr zu tun habt`", sagte sie der "Welt am Sonntag". "Sie werfen bei Netflix nicht das Geld zum Fenster raus. Aber: Sie respektieren uns. Und deshalb sind die Film-Visionäre dorthin abgewandert." In der kommenden Woche ist ihre vierte Regiearbeit, der Finanz-Thriller "Money Monster" mit Julia Roberts und George Clooney in den Hauptrollen, in den deutschen Kinos zu sehen. Unabhängig von ihren Recherchen an der Wall Street hat sie selbst ganz persönliche Erfahrungen mit Finanzcrashs gemacht.

"Mein erster Kinofilm, `Das Wunderkind Tate`, war von Orion Pictures produziert worden, dasselbe Studio, das zuvor `Das Schweigen der Lämmer` finanziert hatte. Ja, und dann ging Orion bankrott, kurz bevor sie meine erste Regiearbeit veröffentlichen sollten. Das hatte mir die Augen geöffnet, wie die Finanzwelt tickt", sagte Foster der Zeitung, "ich musste vor ein Insolvenzgericht ziehen und versuchen, Geld loszueisen, damit ich meinen Film in verschiedenen Ländern überhaupt veröffentlichen konnte."

Textende

Zurück zur Rubrik Film

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Film

Los Angeles | Die Netflix-Serie "The Crown" ist als großer Sieger aus der 73. Verleihung der Primetime Emmy Awards hervorgegangen. Die Serie über das Leben der britischen Königin Elisabeth II. gewann in der Sparte Drama alle Hauptkategorien und holte am Ende mit sieben Siegen die meisten Auszeichnungen. In der Sparte Comedy dominierte die Apple-Serie "Ted Lasso" mit vier Preisen.

Berlin | Schauspielerin Sibel Kekilli geht mit der deutschen Film- und Fernsehbranche hart ins Gericht. "Mir scheint, dass die Bedürfnisse des älteren Publikums eher berücksichtigt werden als die der Jüngeren", sagte die 41-Jährige der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitagausgabe).

Berlin | Die deutsche Schauspielerin und Drehbuchautorin Heide Keller ist tot. Sie sei bereits am Freitag im Alter von 81 Jahren gestorben, teilte das ZDF am Montag mit. Keller wurde vor allem für ihre Rolle als Chefhostess Beatrice in der ZDF-Serie "Das Traumschiff" bekannt.

NACHRICHTEN + THEMEN AKTUELL

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS

Kölner Karneval

3_g_10012020klein

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Designer*innen-Gespräche

designerinnen_gespraeche300_20012019

Design Parcour Ehrenfeld 2019 im Rahmen der Passagen. 18 Designer und Designer*innen traf report-K, Internetzeitung Köln, zum Gespräch im Video-Livestream.

Designer*innen Gespräche zum Nachsehen >