Kultur Film

Serdar Somuncu will unberechenbar bleiben

Berlin | Der Kabarettist Serdar Somuncu will unberechenbar bleiben. Heute reiche es nicht mehr, nur anzuprangern: "Die Realität hat den Sarkasmus der Bühne eingeholt. Dumme Leute machen inzwischen Politik, kluge machen Kabarett", sagte Somuncu der "Zeit Campus".

Er selbst stelle mit seiner Kanzlerkandidatur für die Satirepartei "Die Partei" die Fragen: "Bin ich Politiker? Bin ich ein Clown? Oder bin ich eine Mischung aus beidem?" Seine Partei sehe sich nicht als real existierende politische Kraft, "sondern als eine Ergänzung zum gesellschaftlichen Diskurs". Allerdings, so Somuncu weiter: "Ich bin nicht angetreten, um zu verlieren." Als er noch regelmäßig auf der Bühne stand, hatte Somuncu mitunter Personenschutz und trug schusssichere Westen: "Ich habe gegen alle ausgeteilt, deshalb habe ich auch überall Feinde."

Nicht nur Neonazis drohten ihm, auch türkische Taxifahrer und Veganer seien ihm nicht wohlgesonnen. Zur bereits eingestellten Anzeige der AfD gegen ihn wegen Volksverhetzung stellte er klar: "Ich bin kein Volksverhetzer. Im Gegenteil, ich stand ein Leben lang gegen Volksverhetzer auf der Bühne."

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