Kultur Kunst

Designer-Schmiede aus Ehrenfeld: Ecosign Akademie für Gestaltung

Köln | Die Ecosign Akademie für Gestaltung wurde 1994 von der Diplom-Designerin Karin-Simone Fuhs gegründet. Ihre Idee war es, in einem flexiblen, neuartigen Lehrkonzept Design und Nachhaltigkeit miteinander zu verbinden. Designerinnen und Designer sollten den Herausforderungen unserer Zeit entsprechend mehr können, als Dinge und Oberflächen schön zu gestalten. Ziel ist es daher, Gestalterinnen und Gestalter mit breitem Fachwissen, kreativem Potential und einem Gespür für soziale, ökologische und ökonomische Probleme und deren Lösung auszubilden.

Mit diesem Ansatz leistet die Ecosign nach wie vor Pionierarbeit im deutschen Bildungswesen. Aktuell betreuen über 45 Lehrbeauftragte rund 230 Studierende in modernen Räumen im Kölner Design Quartier Ehrenfeld. Die Studierenden verfügen über freundliche Unterrichtsräume, Werkstatt, Fotolabor und -studio. Großen Wert wird auf individuelle Betreuung gelegt. Die mittlerweile knapp 250 Absolventinnen und Absolventen tragen den Gedanken einer nachhaltigen, zukunftsfähigen Gestaltung als selbstständige Kommunikations- oder Produktdesigner, Fotodesigner, Illustratoren, sowie als Art Direktoren in Werbeagenturen, Agenturinhaber oder auch durch leitende Positionen im Designmanagement in alle Welt.

Philosophie der Ecosign

Angesichts sozialer Ungerechtigkeiten und bedrohlicher Umweltveränderungen verlangt die Welt nach sensiblen Konzepten für Unternehmen, Organisationen und Gesellschaft. Lösungswege und -ideen bietet das nachhaltige Design. Voraussetzung dafür ist, dass der Designer sich der Probleme bewusst ist. Nur mit diesem Bewusstsein sowie wirtschaftlichen, sozialen, ökologischen und ästhetischen Kompetenzen kann er als Erhalter von Ressourcen und Gestalter der Umwelt Verantwortung übernehmen. Dafür wird ein solides kulturelles und philosophisches Fundament benötigt, das an der Ecosign vermittelt wird.

Nachhaltige Gestaltung

Ökologie, Ökonomie und soziale Ziele bilden laut Ecosign die drei Säulen der Nachhaltigkeit. In ihrem Lehrkonzept sind diese Säulen unter dem Dach der Ästhetik vereint. Nachhaltigkeit bedeutet für die Akademie auch, das Ökosystem der Erde für künftige Generationen zu bewahren. Voraussetzung dafür ist, ökologische, ökonomische und soziale Aspekte gleichermaßen zu berücksichtigen.

Die Herausforderung für die Studierenden soll darin bestehen, Ideen und Produkte zu entwickeln, die Wege aus den Problemen zeigen. Die Ecosign motiviert die angehenden Designer dazu, aktuelle gesellschaftliche Problemstellungen zu erkennen und Lösungen zu entwickeln. Damit nehmen sie nach der Philosophie der Ecosign eine kompetente und selbstbewusste Vermittlerstellung zwischen Mensch, Gesellschaft, Politik und Umwelt ein. Die Design-Akademie will nachhaltige Produktionsverfahren und Konsummuster in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion rücken.

Studienverlauf

Die Ecosign bietet für nachhaltiges Design ein interdisziplinäres Vollzeitstudium an, das zur Ausübung des Berufs Designer/-in qualifiziert. Als Abschluss wird ein privates Diplom vergeben. Obwohl nicht staatlich, genießt der Abschluss in der Designbranche ein hohes Renommee. Die Absolventinnen und Absolventen dürfen darüber hinaus die rechtlich geschützte Bezeichnung „ecosigner®“ tragen.

Die Regelstudienzeit beträgt insgesamt vier Jahre (ein Vorbereitungssemester und sechs Fachsemester sowie ein Prüfungssemester). Im Verlauf des Studiums müssen die Studierenden drei Mappenprüfungen ablegen und zwei größere wissenschaftliche Arbeiten verfassen. Das praktische Handwerkszeug vermitteln reale Projekte und Seminare sowie Fachkurse wie Zeichnen, Fotografie, Computerkurse, Buchbinden, Modellbau usw. Den theoretischen Hintergrund bilden die Fächer Philosophie, Psychologie, Designtheorie, Kunstgeschichte, Designmanagement, Marketing, Ökonomie & Ökologie, BWL, Urheberrecht, Business English, Berufsplanung, Design & Ökologie u.a. Durch zahlreiche Workshops, Vortragsabende und Fachexkursionen werden spezielle Themen und Arbeitsweisen vertieft.

Kooperationen und Auszeichnungen

Besonderen Wert legt die Ecosign auf die Bildung von Netzwerken mit Instituten, Organisationen und Fachleuten aus dem Nachhaltigkeitsbereich. Daraus resultiert eine intensive Zusammenarbeit mit vielen namhaften und renommierten Kooperationspartnern. Beispielsweise organisiert die Ecosign gemeinsam mit dem  Wuppertal Institut, der Folkwang Universität Essen sowie den Universitäten Wuppertal und Luzern jährlich eine Summer School zum Thema „Nachhaltiges Design“. Aus solchen und anderen Kooperationen resultieren zahlreiche Kontakte und Netzwerke, von denen insbesondere die Absolventinnen und Absolventen enorm profitieren. Des Weiteren werden viele Semesterprojekte in Zusammenarbeit mit Unternehmen, Instituten und Organisationen angeboten, so dass die Studierenden bereits früh selbst Kontakte und Netzwerke aufbauen können.

Ihre Kooperationspartner sucht sich die Ecosign immer sehr bewusst aus, bisher hat die Akademie z.B. mit folgenden Unternehmen und Organisationen zusammengearbeitet: Abfallwirtschaftsbetriebe Köln (AWB), Biomöbel Genske, Daimler-Benz, Deutsche Aidshilfe e.V., Die Klima-Allianz, Germanwatch, Greenpeace, Klimahaus Bremerhaven, Misereor e.V., Stadt Köln, Temma Biosupermärkte, Transfair, Wuppertal Institut, UNICEF und viele mehr.

Von der UNESCO wurde die die private Akademie durch das Nationalkomitee der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ bereits mehrfach projektbezogen für vorbildliche, zukunftsweisende Bildungsarbeit ausgezeichnet. Karin-Simone Fuhs, Gründerin und Direktorin der Ecosign, wurde darüber hinaus im Oktober 2011 mit dem Utopia-Award in der Kategorie Vorbilder ausgezeichnet. Fuhs erhielt den Jury-Preis für das Lehrkonzept der Ecosign.

Die Qualität der Ausbildung an der ecosign spiegelt sich des Weiteren in den zahlreichen Auszeichnungen der Studierenden und Absolventen wider: „Red Dot Awards“, „if Awards“, Nominierungen für den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland, Auszeichnungen beim „Kölner Design Preis“, um nur einige zu nennen.  

Zurück zur Rubrik Kunst

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Kunst

freese_2212020

Köln | Klaus Gerrit Friese, zuerst Kunstverleger, dann Galerist, gehört zu den bekannteren Figuren der deutschen Kunstszene. Das hängt mit seiner Galerie zusammen, die zuerst in Stuttgart, seit 2015 in Berlin beheimatet ist, vor allem aber mit seiner Rolle an der Spitze des Bundesverbands Deutscher Galerien. Friese ist auch Vorsitzender des Trägervereins des Zentralarchivs für deutsche und internationale Kunstmarktforschung (ZADIK) in Köln.

jahn_screen_22112020

Köln | Die Galerie Jahn + Jahn in München entstand im Jahre 2017 aus dem Zusammenschluss der alten, 1978 gegründeten Galerie Fred Jahn, die große Namen wie Gerhard Richter oder Georg Baselitz vertrat, und der 2008 eröffneten Galerie Matthias Jahn, die sich auf junge Künstler fokussierte. Christoph Mohr befragte Matthias Jahn, was die Absage der Art Cologne 2020 für die Galerie bedeutet.

mayoral_screenshot_22112020

Köln | Seit ihrer Eröffnung im Jahre 1989 ist in die in Barcelona ansässige Galerie Mayoral eine der wichtigsten Galerien Spaniens geworden. Die Galerie vertritt vor allem sehr bekannte Künstler des 20. Jahrhunderts wie Calder, Chillida, Dalí, Magritte, Miró und Picasso. Vor einiger Zeit hat die Galeria Mayoral auch eine Niederlassung in Paris eröffnet. Christoph Mohr sprach mit Co-Director Jordí Mayoral über die Bedeutung der ART COLOGNE für die spanische Galerie.
--- --- ---
Hinweis der Redaktion: Das Interview ist zweisprachig angelegt.
--- --- --

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS

KOMMUNALWAHL 2020

wahlbox

Report-K berichtet intensiv über die Kommunalwahl am 13. September 2020. Hier finden Sie alle Informationen rund um die Kommunalwahl, Interviews mit Kandidatinnen und Kandidaten. 2020 wählt Köln einen neuen Rat, 9 Bezirksvertretungen, den Integrationsrat und eine oder einen Oberbürgermeisterin oder Oberbürgermeister. Hier finden Sie alle Infos zur Kommunalwahl 2020 in NRW >

Kölner Karneval

3_g_10012020klein

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Designer*innen-Gespräche

designerinnen_gespraeche300_20012019

Design Parcour Ehrenfeld 2019 im Rahmen der Passagen. 18 Designer und Designer*innen traf report-K, Internetzeitung Köln, zum Gespräch im Video-Livestream.

Designer*innen Gespräche zum Nachsehen >