Kultur Kunst

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Blick in das Arbeitszimmer der Kölner Kollwitz-Sammlerin: Das zweie Bild von links ist die Lithografie „Mütter“. Foto: privat/Käthe-Kollwitz-Museum Köln

Käthe Kollwitz-Museum: Arbeiten, essen und leben mit Kollwitz’ Bildern

Köln | Sie hielt das Mutterglück im Bild fest. Aber auch hungernde Kinder und die vielfältigen Schrecken des Krieges waren das Thema von Käthe Kollwitz. Kann man mit ihren düsteren Bildern im Arbeits- oder gar Esszimmer leben? Ja, kann man. Unter dem provokanten Titel „Kollwitz im Esszimmer – Leben mit ‚schwerer Kost‘...“ verraten im Käthe-Kollwitz-Museum drei Privat-Sammler(-Ehepaare), wie das geht.

Je 13 Mieter Wand hat ihnen Museumsdirektorin Hannelore Fischer für diese beeindruckende Ausstellung zur Verfügung gestellt. Die Auswahl der Exponate haben die Sammler getroffen, auch die Kinder durften mitreden. Insgesamt sind knapp 40 Radierungen, Lithographien, Holzschnitte und Plastiken zu sehen, dazu Plakate, Flugblätter, Postkarten und Buchillustrationen. Dass darunter auch „Dubletten“ sind, ist durchaus gewollt.

Jeder Sammler stellt seine Leihgabe mit persönlichen Worten vor

Vorgestellt werden die Sammler durch die Antworten auf sieben Fragen über ihre Sammlung. Diese beschreiben zusätzlich zu jedem der von ihnen zur Verfügungen gestellten Leihgaben, was das Bild für sie bedeutet. So erhält die Ausstellungen einen höchst intimen, persönlichen Charakter.

Dass eine Gynäkologin aus Münster einen berufsbedingten Bezug etwa zu einem Kollwitz-Plakat hat, mit dem diese zu Muttermilchspenden für unterernährte Kinder aufruft, mag nahe liegen. Auch die innige Szene von Mutter und Vater am Krankenbett ihres Kleinkinds mag eine Verbindung zum gemeinsamen Beruf – auch der Ehemann ist Arzt – herstellen. Doch wird hier auch die persönliche Erinnerung an die Krankheit ihres eigenen Kindes wachgerufen.

Die enge Beziehung von Mutter und Kind fasziniert dieses Sammlerpaar besonders, und so passen auch mittelalterliche Madonnenfiguren mit dem Jesuskind auf dem Arm hierher. Nahe geht dem Arzt auch die Lithografie „Abschied und Tod“, auf dem eine alte Frau zärtlich vom Tod umschmeichelt wird. Es erinnere ihn an den Teil seines Berufs, den ein Arzt lieber mit einen Patienten „verloren“ zu haben, umschreibt.

Bilder und Themen von höchster Aktualität

Käthe Kollwitz schützt ihre beiden Söhne – so zeigte sie sich selbst auch auf der Lithographie „Mütter“ aus dem Jahr 1919. Das Bild hängt heute im Arbeitszimmer einer Kölner Unternehmerin – und erinnert sie täglich, so sagt sie, an ihre soziale Verantwortung in dieser Gesellschaft. Und nicht nur für sie sind Bilder von hungernden Kindern oder Plakate gegen den Abtreibungsparagrafen 218 von höchster Aktualität. Dass sie auch andere politische Künstler wie John Heartfield sammelt, wundert da nicht.

Emotionale und biografische Beziehungen hat auch das Schweizer Juristenpaar zu den Werken seiner Kollwitz-Sammlung. Doch mindestens gleichstark ist ihr kunsthistorisches Interesse. Neben der Frage, wie Kollwitz die Rolle der Frau im 20. Jahrhundert widerspiegelt ist es die Faszination, wie aus einer (Vor-)Studie das endgültige Werk entsteht. So sind hier etwa Handstudien zum Zyklus „Bauernkrieg“ oder gleich vier Zustände des Holzschnitts „Hunger“ zu sehen. Da wird sogar Hausherrin Fischer trotz ihrer umfangreichen Sammlung ein bisschen neidisch.

„Kollwitz im Esszimmer – Leben mit ‚schwerer Kost‘...“ bis 29. September 2019. Kollwitz-Museum, Neumarkt 18-24 (Neumarkt-Passage), 50667 Köln, Tel. 0221 / 227-28 99 / 26 02, Öffnungszeiten: Di-Fr 10-18 Uhr, Sa, So und feiertags 11-18 Uhr, Eintritt: 5/2 Euro

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