Kultur Kunst

skulpturenpark_17102017

Es ist angerichtet: Pedro Wirtz serviert bei „KölnSkulptur“ sein „Triobites“-Spiegelei. Dahinter die weiße „Garden Gallery“ von Sou Fujimoto (seit 2011), rechts im Hintergrund rechts ein „Baumkreuz“ von Jan Kiefer.  

„KölnSkulptur“ 2017 mit acht neuen Kunstwerken

Köln | Seit 20 Jahren gibt es „KölnSkulptur“ im Park gegenüber dem Zoo unter der Zoobrücke. Alle zwei Jahre wird um- und abgeräumt, kommen einige neue Kunstwerke dazu. Am Wochenende war es wieder so weit: 3.000 Besucher bestaunten zur Jubiläumsausgabe die 8 neuen und 40 „alten“ Kunstwerke von Künstlern aus dem In- und Ausland.

Dass man auf einem heißen Autodach Spiegeleier braten kann, ist ein Märchen. Kein Märchen sind die drei riesigen Spiegeleier, die Pedro Wirz auf der Wiese auf großen Steinen angerichtet hat: Aus lackierter Bronze sind sie, das größte strahlt mit seinem gelben Dotter, die beiden anderen scheinen grau und verbrannt.

Es ist ein Spiel mit der Natur, mit dem Rasen, den Bäumen und Büschen, das die Künstler hier herausfordert. Teresa Solares lässt eine rosa Schnecke aus dem Boden kriechen und wieder darin verschwinden. Auf ihrem geriffelten Körper glitzern die abgebrochenen Mulden von Löffeln und Soßenkellen in der Sonne.

Auf der grünen Wiese liegen golden schimmernde Walnüsse aus Bronze

Zwar schimmern auch Eduardo Navarros Dutzende bronzene Walnüsse in der Sonne – man muss aber schon genau hinsehen, um sie auf dem Rasen zu finden. Direkt ins Auge dagegen fällt schon aus der Ferne der hochbeinige weiß bemalte Bronzefuchs namens „Thaealab“von Lin May Saeed. Auf seinem Rücken trägt er sorgsam aufgereiht Haselnüsse. Nicht zu übersehen sind auch die neun Kakteen aus weißem Marmor, die Claudia Comte in den Park gepflanzt hat. „The Nordic cactuses“ bringen einen Hauch amerikanischer Wüste an den Rhein.

Ebenfalls neun Objekte hat Solange Pessoa auf die Wiese gestellt. Sie sind aus Speckstein, hierzulande vor allem als weiches Material für kleine Schnitzereien bekannt. Hier aber sind sie groß, von oben ausgehöhlt. In einigen sind auf dem Grund kleine Mulden, in anderen winden sich Labyrinthe. Hier kann das Regenwasser spielen und sich sammeln – und Vögel anlocken. Wie bei der rot-blauen Beton-Schale von Andrea Büttner. Auf dem Rand haben sich schon einige Vögel aus Bronze niedergelassen.

Bäume bieten Hochprozentiges – man kann, muss aber nicht trinken

Der Spaziergang durch den Park ist ein Vergnügen. Einst gab es dort auch ein Café, das aber ist leider schon lange geschlossen. Wer jetzt Stärkung braucht, wer gar zu verdursten droht, dem winkt Rettung dank Jan Kiefer. Der hat an acht Bäumen kleine Kreuze aufgehängt, darin Flaschen mit Hochprozentigem zum Selbstbedienen (Gläser allerdings fehlen). Der Künstler greift damit einen Brauch aus dem Schweizer Bergtourismus auf. Der funktioniert auch im Flachland.

Der Skulpturenpark wurde 1997 von dem inzwischen verstorbenen Sammler-Ehepaar eröffnet. Die Künstler stellen ihre Arbeiten – oft extra für diesen Ausstellungsort geschaffen – honorarfrei zur Verfügung.

Der Park ist täglich geöffnet. Eingänge sind an der Riehler Straße und dem Konrad-Adenauer-Ufer (jeweils zwischen Elsa-Brandström-Straße und Frohngasse). Oktober-März: 10.30-17 Uhr, April-September 10.30-19 Uhr. Eintritt frei

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