Kultur Kunst

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Kölner Galerien: Auf nach Hong Kong

Köln | Gleich vier Kölner Galerien wollen in diesem Jahr an der Art Basel Hong Kong, der größten Kunstmesse in Asien teilnehmen. Der „Ableger“ der Art Basel, der wichtigsten Kunstmesse der Welt, findet vom 29. bis 31. März 2019 statt, zwei Wochen vor der Art Cologne 2019 (11.-14. April 2019).

Die Art Basel, die wichtigste Kunstmesse der Welt, betreibt seit einigen Jahren sehr erfolgreich „Ableger“ in Miami (seit 2002) und Hong Kong (2013). Unter der Direktion von Adeline Ooi hat sich die Art Basel Hong Kong zur größten Kunstmesse Asiens entwickelt. Fast 250 Galerien nehmen an der Messe teil, darunter die Hälfte aus Asien. 60.000 Besucher, mehr als bei der Art Cologne (2018: 55.000), finden den Weg ins Convention & Exhibition Centre von Hong Kong.

Der wachsende Erfolg der Art Basel Hong Kong spiegelt auch den Umstand wider, dass es in den properierenden Ländern Asiens immer mehr Kunstsammler gibt, sowohl sozialprestigeorientierte Trophäenjäger als auch Sammler mit eigener Linie. Einige von ihnen sind mittlerweile auch international bekannt, so das chinesische Milliardärsehepaar Liu Yiqian und Wang Wei (mit dem Long Museum in Shanghai), der Sino-Indonesier Budi Tek (Yuz Museum in Jakarta), der Sino-Amerikaner Richard Chang (Domus Collection, New York und Beijing), oder der Japaner Soichiro Fukutake.

In der 7-Millionen-Einwohner-Metropole Hong Kong selbst sitzen einige wichtige Kunstsammler Asiens. Dazu zählen etwa der Immobilien-Mogul Joseph Lau, der mit seinen Kunstkäufen des Öfteren international Schlagzeilen macht, etwa als er 2006 Andy Warhols Mao-Portrait für 17,4 Millionen US-Dollar kaufte oder 2015 bei Christie’s in New York ein Picasso-Bild (Buste de femme, 1938) für 67,4 Millionen US-Dollar ersteigerte. Oder der Architekt William Lim, die fast ausschließlich Künstler aus Hong Kong sammelt. Der bei dem deutschen Verlag Hatje Cantz erschienene Katalog seiner Sammlung („The No Colors: Living Collection in Hong Kong“) gilt als so etwas wie das Standardwerk über die Hong Konger Künstler.

Noch wichtiger ist vielleicht Adrian Cheng. Der 1979 geborene Erbe des von seinem Großvater gegründeten Firmenkonglomerates New World Development (NWD) gilt als einer der jüngsten Milliardäre weltweit. Mit seinen „art malls“ weiß Adrian Cheng durchaus, (Immobilien-)geschäft und Kunst zu verbinden. Mit seiner 2010 gegründeten K 11 Art Foundation (KAF) verfolgt er das Ziel, junge zeitgenössische chinesische Künstler zu fördern und international bekannt zu machen. Darüber unterhält der Kunstsammler und Unternehmer einen eigenen Instagram Account mit über 55.000 Followern und ist damit selbst ein Kunst-Influencer.

So erstaunt es nicht, dass auch immer mehr der weltweit aktiven „Mega-Galeristen“ in Hong Kong eine Dependance eröffnet haben, allen voran Larry Gagosian, der weltweit wohl wichtigste Galerist, aber auch David Zwirner (New York, London, Hong Kong), Iwan und Manuela Wirth (Zürich, London, New York, und Hong Kong), White Cube (Jay Jopling) (London und Hong Kong) oder Emmanuel Perrotin (Paris, New York, Tokyo, Seoul und Hong Kong). In der Gemeinschaftsausstellung „Laws of Motion“ in der Gagosian Gallery Hong Kong Ende 2018 war auch die in Köln lebende Künstlerin Rosemarie Trockel vertreten

Dem Trend auf die Art Basel Hong Kong folgen nun auch einige Kölner Galeristen. Wie zu erfahren, werden an der Art Basel Hong Kong 2019 aus Köln die Galerie Buchholz, die Galerie Gisela Capitain, die Galerie Karsten Greve und die Galerie Nagel Draxler teilnehmen. Dazu kommen die Galerie Michael Werner, ehemals Köln, jetzt New York und London sowie die Galerie Sprüth Magers (Berlin, London, Los Angeles), die auch ihre Anfänge auch in Köln hat. Weitere bekannte deutsche Galerien, die in Hong Kong vertreten sein werden, sind die Galerie Bärbel Grässlin (Frankfurt) und die  Galerie Eigen + Art (Leipzig und Berlin).

„Die Art Basel Hong Kong ist die wichtigste Messe im asiatischen Raum. Sie hat es durch ihren großen Namen geschafft, die Vorbehalte asiatischer Sammler gegenüber westlicher Avantgardekunst fallenzulassen“, sagt Saskia Draxler  von der der Köln-Berliner Galerie Nagel-Draxler. „Die Sammler sind ähnlich divers wie in anderen Märkten. Was bislang ein Unterschied war: westliche Sammler wollten „die Ersten“ sein, während asiatische Sammler erst sehen wollten, dass eine Position auf dem Markt funktioniert. Allerdings sind auch die asiatischen Sammler experimentierfreudiger geworden, was nicht zuletzt der Präsenz der internationalen Galerien auf der Art Basel Hong Kong zu verdanken ist.“

Interessant auch die Auswahl der Künstler, die die deutschen Galerien auf der Art Basel Hong Kong zeigen werden. Die Galerie Nagel-Draxler geht mit einem internationalen Mix nach Hong Kong. Mit im Gepäck Arbeiten von Martin Kippenberger (1953-1997), der im Kölner Künstlerhotel Chelsea bleibende Spuren hinterlassen hat, der derzeit hoch gehandelte französische Installationskünstler Kader Attia, der in Los Angeles lebende US-Künstler Sayre Gomez, aber auch zwei chinesische Künstler: Zhao Gang und Ji Dachun. Zhao Gang, 1961 in Beijing geboren, wo er heute auch wieder lebt und arbeitet, ist selbst ein Wanderer zwischen den Welten, der fast zwei Jahrzehnte in Europa und New York studiert und gearbeitet hat und erst 2007 nach China zurückkehrte.

Die Galerie Karsten Greve geht mit einem bunten Potpourri nach Hong Kong und zeigt Pierrette Bloch, Louise Bourgeois, Enriko Castellani, Leiko Ikemura, Giorgie Morandi, Claire Morgan, Qui Shihua, Gideon Rubin, Georgie Russell, Joel Shapiro und Cy Twombly.

Bärbel Grässlin, die wohl wichtigste Frankfurter Galeristin, ist in diesem Jahr zum ersten Mal auf der Art Basel Hong Kong vertreten. Sie teilt mit, dass sie dort Arbeiten von Herbert Brandl, Günther Förg und Imi Knoebel zeigen wird. Günther Förg (1952-2013) ist auch dem Kölner Kunstpublikum bekannt: 1996 wurde er mit dem Wolfgang-Hahn-Preis Köln der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig ausgezeichnet.

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