Kultur Kunst

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Der Kölner Kunstsammler Ulrich Rheininghaus und Kuratorin Julia Friedrichs vor Palermos blauem Dreieck.

Kölner Kunstsammler Ulrich Rheininghaus ermöglicht Blinky Palermo Ausstellung im Museum Ludwig

Köln | Am 18. Januar eröffnet im Museum Ludwig die neue Ausstellung „Blinky Palermo. Die gesamten Edition“. Ermöglicht wurde dies durch eine Schenkung des Kölner Kunstsammlers Ulrich Rheininghaus. Damit ist das Museum Ludwig das Haus, das eine vollständige Sammlung der Editionen besitzt. Die Ausstellung zeigt 37 Editionen aus der Hochphase des Schaffens des Künstlers, der mit bürgerlichem Namen Peter Heisterkamp hieß.

Den Besucher umgibt eine künstlerische Vielfältigkeit und doch zugleich etwas Einheitliches, wenn er die Ausstellung „Blinky Palermo. Die gesamten Editionen.“ betritt. Die grafischen Formen, mit denen der Künstler arbeitete, wiederholen sich stets, doch sie wirken auf den Betrachter immer ein bisschen anders.

Zu Beginn der Ausstellung hängt ein vierteiliges Werk mit dem Titel „4 Prototypen“ von 1970. Es zeigt zwei unterschiedliche Dreiecke, ein Rechteck und eine Art Oval, das keinem typischem grafischem Schema entspreche, wie die Kuratorin. Der Begriff „Prototyp“ wurde von Blinky Palermo aus der Industrie übernommen. Dort dienen Prototypen als Muster dazu etwas vervielfältigen zu können. Der Kunstgeist der 1960er Jahre war davon geprägt, Kunst zu vervielfältigen, günstiger zu verkaufen und für eine breitere Masse zugänglich zu machen. Die Kuratorin Julia Friedrichs wertet die Tatsache, dass die Ausstellung ausschließlich aus Editionen besteht, nicht als minderwertig. Denn Editionen sind keine künstlerischen Einzelstücke sondern eine vom Künstler festgelegte Anzahl gleicher Arbeiten.  Im Gegenteil, die von Museumsdirektor Yilmaz Dziewior hoch gelobte Kuratorin, sieht dies als Möglichkeit eine Ausstellung neu zu gestalten.

Kunst soll für alle zugänglich sein

Dieser Wille, Kunst für alle zu machen, zeigt sich nicht nur in den Arbeiten Palermos, sondern auch in den Beweggründen von Ulrich Rheininghaus, die gesammelten Editionen zu schenken. Der Kölner Kunstsammler kaufte 1980 sein erstes Werk von Blinky Palermo und schenkte dem Museum Ludwig seine daraus entstandene Sammlung vor zwei Jahren. Sein Anliegen ist es Kunst für alle sichtbar zu machen. Er möchte, dass die Kunst für jeden zugänglich ist. Sie bringe niemandem etwas, wenn sie bei ihm Keller verstaubt. Einen bestimmen Anlass für den Zeitpunkt der Schenkung gab es nicht. Es war einfach an der Zeit, so Rheininghaus. Darüber hinaus legt er großen Wert darauf, dass seine gesammelte Kunst in Köln bleibt und freut sich, den Tränen nahe, die Werke ans Museums Ludwig übergeben zu haben. „Ich fühle mich durch das Schenken, selber beschenkt“, antwortete Rheininghaus auf die Frage, ob es ihm schwer fiele, die gesammelten Editionen „herzugeben“.

Ausstellung schafft es die Ideen von Palermo zu vermitteln

Ein „Prototyp“ von Palermo ist das blaue Dreieck. Dies befindet sich in einer Papp-box und noch mehr. Neben der Originalarbeit erwarb der Käufer eine Schablone, einen Pinsel und blaue Farbe sowie die Aufforderung selbst künstlerisch tätig zu werden. So konnte der Kunstkonsument das blaue Dreieck vervielfältigen. Des weiteren sollte das Originalblatt egal an wen weitegereicht werden. Damit wollte Palermo die Zugänglichkeit zur Kunst ausdrücken. Nicht nur der Besitzer wurde selbst zum Künstler sondern ein Originalwerk wurde einfach verschenkt. Das blaue Dreieck wurde im Museum über dem Durchgang zum weiten Ausstellungsraum aufgemalt. Das Originalblatt liegt jedoch in der Vitrine, nebst Aufforderung, Pinsel und Tube im Originalzustand.

Im nächsten Raum hängt ein Werk etwas höher. Steht man vor der Beschriftung, muss man den Blick, anders als beim Rest der Ausstellung, heben. Die „Graue Scheibe“ von 1970 hängt auf rund drei Metern Höhe. Dies wurde von Blinky Palermos Ausstellungsform übernommen, der das Objekt stets hoch hängte. Auf Grund dessen und der abstrakten, Wolken ähnlichen Form des Objektes, nannten seine Freunde das Werk auch „Wölkchen“, erklärt Kuratorin Julia Friedrichs.

Zurück im ersten Raum hängt das Diptychon „Flipper“ von 1970. Das Werk, bestehend aus zwei Bildern, die nur zusammen verkauft werden durften, zeigt den Schaffungsprozess eines Drucks für einen Spielautomaten in Palermos Stammkneipe Uel in Düsseldorf. Links der erste Schritt bei dem rote Quader auf weißem Grund gedruckt wurden. Das rechte Bild zeigt den zweiten Schritt bei dem blaue Quader auf den Karton gedruckt wurden. Palermo wollte mit der Aufbewahrung des ersten Schrittes dazu beitragen, dass der Betrachter die Schaffungsprozesse besser nachvollziehen kann.

Die Editionen von Blinky Palermos Schaffen wurden von Julia Friedrichs kuratiert. Begleitet wird die Ausstellung von einem Ausstellungskatalog, den die Kuratorin gemeinsam mit Yilmaz Dziewior, Susanne Küper und Fred Jahn anfertigte.

Die Ausstellung eröffnet am 18. Januar und läuft bis zum 3. Mai.

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