Kultur Kunst

kollwitz_step_09062020

Kölner Museum zeigt Sonderausstellung im 75. Todesjahr von Kollwitz

Persönliche Momente im Werk von Käthe Kollwitz

Köln | Wer die Künstlerin Käthe Kollwitz auf alten Fotoaufnahmen sieht, blickt auf eine ernst und konzentriert schauende Frau, die mit ihrem Werk als die bedeutendste deutsche Künstlerin der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gilt und deren Zeichnungen, Druckgrafiken und Skulpturen eine weltweite Strahlkraft besitzt. Ihre politischen Plakate wie „Nie wieder Krieg“ (1924), eine Ikone der Friedensbewegung, die Radierung „Weberzug“ (1893/97) oder die Lithografie „Deutschlands Kinder hungern!“ (1923) gehören seit Generationen zum Kanon der Schulbuch-Illustrationen.

Doch ihre Kunst umfasst weit mehr. In Köln befindet sich die weltweit umfangreichste Sammlung ihrer Werke. Seit dem 22. April 1985, dem 40. Todestag der Künstlerin, vermittelt das Käthe Kollwitz Museum Köln mit seiner weltweit umfangreichsten Kollwitz-Sammlung einen umfassenden Überblick über ein Werk, das über eine rein politische Vereinnahmung weit hinausgeht. An kaum einem anderen Ort kann man Käthe Kollwitz näher kommen.

Im 75. Todesjahr von Käthe Kollwitz lenkt das Kölner Museum den Blick auf die persönlichen Aspekte ihres Werks. Die sonst so ernste Künstlerin erscheint darin als liebevolle Ehefrau, Mutter und Großmutter, die gerne lachte und mit ihrer Familie feierte. Im wieder waren ihre Söhne und Enkel ein Motiv für Kollwitz Zeichnungen. Aber auch die beiden Hunde finden sich dort wieder. Viele Bögen, die jetzt in der Sonderausstellung bis zum 20. September gezeigt werden, stammen aus dem privaten Nachlass der Künstlerin und waren noch nie oder nur sehr selten in der Öffentlichkeit zu sehen.

Zwei Themen stehen dabei mit den Motiven der „Liebe“ und des Abschieds „Lassenmüssen“ im Mittelpunkt. „Liebe und Lassenmüssen des Geliebtesten, und es halten (wollen) – immer dasselbe“, sinniert Kollwitz im Januar in einem Brief an ihren Sohn Hans. Wie ein roter Faden zieht sich die künstlerische Reflexion von privaten und auch intimen Momenten durch ihr Lebenswerk. So begleiten ausgewählte Zitate aus ihren Tagebüchern und Briefen den Besucher durch die Schau. „Die Tiefe ihres Ausdrucks und die Schönheit ihrer Sprache begeistert sofort“, sagt Museumsdirektorin Hannelore Fischer. Insgesamt werden jetzt am Kölner Neumarkt 220 Werke von Kollwitz gezeigt.

Die neue Sonderausstellung im 75. Todesjahr von Käthe Kollwitz ist auch die Wiedereröffnung des Kölner Museums nach der coronoa-bedingten Schließung Mitte März. Während der Schließung fanden im Museum umfrangreiche Bauarbeiten für den Brandschutz statt. Geplant sind als besondere Veranstaltungen unter anderem eine Extraführung „Kollwitz – Meisterwerke“ am Geburtstag der Künstlerin am 8. Juli um 18 Uhr (Anmeldung bis 7. Juli), eine Konzertlesung „Zur Orientierung“ am 26. August sowie verschiedene Workshops und ein Programm für Kinder.

--- --- ---

Service: Käthe-Kollwitz-Museum, Neumarkt 18-24 (Neumarktpassage), Köln, Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11-16 Uhr, Führung: Donnerstag und Sonntag 15 Uhr, Eintritt: fünf (ermäßigt zwei) Euro. Es gelten die Abstands- und Hygieneregeln: Im Museum muss eine Schutzmaske getragen werden, Führungen sind für bis zu fünf Personen möglich und es dürfen maximal 65 Personen gleichzeitig ins Museum.

Zurück zur Rubrik Kunst

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Kunst

skulpturenpark_koeln_step_08082020

Eine kleine Schnecke als Mahnmal des Artensterbens

Köln | „Lonely George“ war der Name eines besonderen Tieres – einer hawaiianischen Baumschnecke, die Anfang vergangenen Jahres nach langer Gefangenschaft gestorben war. Sie galt als letzte ihrer Art – lange hatten die Forscher noch versucht, ein passendes Weibchen aufzutreiben. Doch das war in den 14 Jahren, in denen George im Fokus der Wissenschaft stand, nicht gelungen. Jetzt ist die einsame Schnecke zurückgekehrt. Im Kölner Skulpturenpark ist sie als lebensgroße Bronze, die am Stamm eines Baumes klebt, zu sehen. Wer George entdecken möchte, muss allerdings sehr genau hinsehen – das kleine Tier befindet sich etwa Kirchererbsen-groß und farblich gut getarnt in gut zwei Meter an der Baumrinde.

Köln | Die Ausstellung "Andy Warhol Now" sollte eigentlich im Museum Ludwig ab dem 10. Oktober gezeigt werden. Die Gemeinschaftsausstellung mit der Tate Modern startet jetzt am 12. Dezember.

DAM_Boehm100_Ausstellung_Foto_Moritz_Bernoully_013

Ein Beton-Dom als Architektur-Ikone

Es ist der zweitgrößte Kirchenbau im Erzbistum Köln: Der Mariendom in Neviges. Das Deutsche Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt widmet der Beton-Kathedrale des Kölner Architekten Gottfried Böhm eine eigene Ausstellung. Auch eine Hommage aus Anlass des 100. Geburtstags. Christoph Mohr befragte DAM-Direktor Peter Cachola Schmal und den Kurator Oliver Elser zu Architektur, Beton, Kirchen und den großen Kölner Architekten.

KOMMUNALWAHL 2020

wahlbox

Report-K berichtet intensiv über die Kommunalwahl am 13. September 2020. Hier finden Sie alle Informationen rund um die Kommunalwahl, Interviews mit Kandidatinnen und Kandidaten. 2020 wählt Köln einen neuen Rat, 9 Bezirksvertretungen, den Integrationsrat und eine oder einen Oberbürgermeisterin oder Oberbürgermeister. Hier finden Sie alle Infos zur Kommunalwahl 2020 in NRW >

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS

Kölner Karneval

3_g_10012020klein

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Designer*innen-Gespräche

designerinnen_gespraeche300_20012019

Design Parcour Ehrenfeld 2019 im Rahmen der Passagen. 18 Designer und Designer*innen traf report-K, Internetzeitung Köln, zum Gespräch im Video-Livestream.

Designer*innen Gespräche zum Nachsehen >