Kultur Kunst

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Auch Kölns Istanbul-Stipendiaten stellten im vorigen Jahr im Show-Room des Kunsthauses Rhenania aus. Die Besucher konnten gleichzeitig den Blick auf den Rheinauhafen genießen.

Kulturausschuss: Kunsthaus Rhenania in der Diskussion

Köln | Wie geht’s weiter mit dem „Showroom“ im Künstlerhaus Rhenania? Mitte dieses Jahres soll ein neuer Mieter her. Um dies zu beraten, legten CDU und Grüne am vergangenen Dienstag einen Dringlichkeitsantrag im Kulturausschuss vor. Was folgte, war alles andere als eine Glanzstunde – fast so lange dauerte es tatsächlich – der politischen Diskussion. Und kein erfreulicher Blick in die Kölner Kunstszene.

Es begann damit, dass nicht nur die SPD eine Verschiebung der Diskussion in die nächste Sitzung beantragte: Sie müsse erst die Mitteilung der Verwaltung lesen, die diese nach einer Anfrage der Grünen im Januar vorgelegt hatte. Nach gutem politischem Brauch wäre dem Antrag auf Verschiebung wegen Beratungsbedarfs sofort zugestimmt worden. Jetzt aber – Pustekuchen! So einigte man sich mühsam darauf, die Gelegenheit zu nutzen, Anwesende um erläuternde Informationen zu bitten. Informationen, die dann zum Teil unklar waren, sich zum Teil auch widersprachen.

Es fehlen regelmäßige Protokolle des HGK-Rhenania-Beirats

Und so ist der Sachstand: Über 40 Künstlerinnen und Künstler haben in dem ehemaligen Getreidespeicher am Rhein ihr Atelier. Diese Arbeitsräume werden vom Besitzer, dem städtischen Unternehmen Häfen und Güterverkehr Köln (HGK) in Absprache mit seinem Beirat vergeben. Darin ist unter anderem das Kulturamt und der Künstlerverein „Bayenwerft Kunsthaus Rhenania“ vertreten, der etwa die Hälfte der Rhenania-Künstler vertritt. Ordnungs- und regelmäßige Protokolle über dessen Sitzungen, so erfuhr man, liegen nicht vor.

Im Erdgeschoss des Hauses liegt ein großer Ausstellungsraum. Den hat das Kulturamt gemietet und zunächst – mit Subventionen – an den „Bayenwerft“-Verein vermietet. Es zeigte sich aber bald, dass dieser nicht in der Lage war, Raum und Ausstellungen ohne Probleme zu managen. So wurde der Raum nach Absprache an die GbR der beiden Künstler André Sauer und Lyoudmilla Milanova vermietet, die den Ausstellungs- und Veranstaltungsbetrieb seitdem zur Zufriedenheit aller organisieren.

Nachmieter gesucht – mit oder ohne Ausschreibung?

Der Mietvertrag läuft zum Juli dieses Jahres aus, das Kulturamt bereitet die erforderliche Ausschreibung vor – für Amtsleiterin Barbara Foerster eine Aufgabe im Rahmen der laufenden Geschäfte. Der Beirat sprach sich in einer nicht-protokollierten Sitzung dafür aus, dass der Verein „Bayenwerft“ Nachmieter werden soll. Dabei stimmten – gegen üblichen demokratischen Brauch – auch Vereinsmitglieder mit. Ob zwei oder drei, ob dafür oder dagegen – keiner weiß es. Doch bald kamen Zweifel an dessen Kompetenz auf – zurück auf Los!

Am 19. Februar lud Foerster Beirat, Verein und die anderen Rhenania-Künstler ein. Schnell zeigte sich, dass der Verein keine breite Unterstützung genießt. Immerhin: Am Ende stand ein Kompromiss: Es gibt eine öffentliche Ausschreibung. Jeder Künstler kann – anonym – eine Stellungnahme zu den eingereichten Bewerbungen abgeben. Diese werden dann vom Kulturamt für die eigene und entscheidende Bewertung berücksichtigt. So Foerster auf Nachfrage nach der Sitzung.

War diese jüngste Entwicklung CDU und Grünen nicht bekannt – oder wurde sie anders interpretiert? Per Dringlichkeitsantrag sollte nun geklärt werden, welche Funktion der HGK-Beirat bezüglich des Show-Rooms hat – nur eine beratende oder eine mitbestimmende? CDU und Grüne favorisieren jedenfalls eine Übernahme durch den Verein „Bayenwerft“ – ohne Ausschreibung und bewerten dies offensichtlich auch nicht als laufendes Geschäft der Kulturverwaltung.

Geht’s um Information oder um Kontrolle im Vorfeld?

Oder geht es hier – nicht zum ersten Mal – um einen Konflikt, zwischen Kulturamt im Speziellen (das seine Arbeit offensichtlich nicht schlecht versieht und darüber regelmäßig Rechenschaft ablegt) und der Kulturverwaltung im Allgemeinen, die sich auf Erfüllung ihres laufenden Geschäfts berufen, und Teilen der Politik, die einerseits auf kontinuierlicher Information bestehen, dies aber latent mit einem permanenten Kontrollwunsch verbindet?

Das Verhältnis zwischen Politik und Verwaltung ist jedenfalls angespannt. Und wenn fast jeder im Anschluss solche Sitzungen ätzend findet – sollte man Selbstkritik betreiben. Dann bräuchte man auch nicht – wie in diesem Fall beschlossen – eine zeitaufwändige Sondersitzung. Denn die Ratsmitglieder haben allen Respekt für ihr schlecht dotiertes ehrenamtliches Engagement verdient – schwer machen sie sich ihre Arbeit oft genug selber.

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