Kultur Kunst

madonna_uma_16102015

Madonna trifft Uma im Rautenstrauch-Joest-Museum.

Kulturquartier am Neumarkt - Madonna trifft indische Göttin

Köln | Seit der Eröffnung des Kulturquartiers im Jahr 2010 sind das Rautenstrauch-Joest-Museum und das Museum Schnütgen Nachbarn am Neumarkt. Fast 800 000 Besucher konnten beide Häuser in dieser Zeit zählen. Waren es in den Anfangsjahren bis zu 250 000 Besucher im Jahr, hat sich die jährliche Gästezahl inzwischen auf etwa knapp 100 000 eingependelt. Acht Sonderschauen hat es bislang in beiden Museen geben. Für Schlagzeilen sorgten auch Probleme mit baulichen Mängeln im neuen Gebäude.

Madonna trifft Uma

Überlegungen zu gemeinsamen Aktivitäten gab es schon früh, umgesetzt wurde sie jetzt erstmals anlässlich des fünfjährigen Bestehens. „Madonna trifft Uma“ heißt die Ausstellung, die ab heute zu sehen ist und die eine Laufzeit bis zum 31. Januar hat. Die Idee dahinter ist es, Ausstellungsstück aus beiden Museen zueinander an einem Ort in Beziehung zu setzen. Insgesamt gibt es 23 Paarungen, die alle in einem Begleitheft verzeichnet sind. Dort findet sich auch der Grundriss des Kulturquartiers, mit dem die Besucher die Objekte finden können.

Namensgebend für die Ausstellung sind die Thronende Muttergottes mit dem Bergkristall aus dem 13. Jahrhundert und die weibliche Gottheit Uma aus der Angkor-Periode in Kambodscha, die in der Religionsabteilung des Rautenstrauch-Joest-Museums zueinandergefunden haben und die den Eindruck erwecken, nie getrennt gewesen zu sein.

Uma ist die Gemahlin von Gott Shiva. In ihr haben diverse altindische Muttergottheiten Eingang gefunden. Die Gottesmutter Maria sitzt auf einem Pfostenthron und hält ihren Sohn Jesus auf dem Schoß. Die Darstellung der thronenden Madonna mit Kind ist ein Bild der Menschwerdung Gottes, dem zentralen Mysterium des christlichen Glaubens.

Bei einer weiteren Paarung trifft eine weibliche Figur der Baule aus der Elfenbeinküste unter dem Titel „Sehnsuchtsbilder“ auf ein stehendes Christuskind. Die afrikanische Figur symbolisiert die Traumfrau, nach der sich ein Mann sehnt, und die er bei einem Schnitzer in Auftrag gegeben hat. Der Ursprung des Christuskindes liegt in italienischen Nonnenklöstern, wo das Jesuskind besonders gefühlsbetont verehrt worden ist.

Austausch der Kulturen

Vom Austausch der Kulturen zeugen ein Ziborium und Millefiori-Perlen. In Europa galt der exotischen Kokosnuss eine besondere Wertschätzung – ihr wurden als Meernuss besondere magische Kräfte nachgesagt. Genutzt wurden die mit kunstvollen Schnitzereien versehenen Nüsse für die Aufbewahrung wertvoller Dinge wie Hostien. Ähnlich exotisch und wertvoll waren in Afrika die Glasperlen aus Europa, mit denen wertvolle Gewürze, Seide oder Elfenbein eingetauscht worden sind. Teilweise wurden die Perlen auch als Währung benutzt.

Weitere Paarungen sind eine Schneckentrompete aus Neuseelandung und die Glocke aus der Kölner Kirche St. Cäcilien oder ein Abtstuhl aus Burma und das Chorgestühl der ehemaligen Stiftskirche St. Georg in Wassenberg. Ein betender Mönch aus Thailand trifft im Kulturquartier auf Johannes von der Triumphkreuzgruppe aus Sonnenburg, genauso begegnen sich im Museum Schnütgen ein Sufi-Gewand mit gestickten Koransprüchen und kirchliches Gewand aus dem Mittelalter. Unter dem Stichwort „Nagelzeichen“ stehen sich dort auch ein Kruzifix, mit dem mit Nägeln ans Kreuz geschlagenen Jesus, und eine Nkisi-Figur, einem Nagelfetisch, aus dem Kongo gegenüber. 

Madonna trifft Uma

Ausstellung. Vom 16. Oktober bis zum 31. Januar im Rautenstrauch-Joest-Museum und im Museum Schnütgen an der Cäcilienstraße 29-33 wird die Schau „Madonna trifft Uma“ gezeigt. Öffnungszeiten: Di-So 10-18 Uhr, Do bis 22 Uhr. Eintritt: Kombiticket neun (ermäßigt sechs) Euro.

Zurück zur Rubrik Kunst

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Kunst

ArtCologne

Köln | Die Kölner Messe Art Cologne will eine Plattform launchen auf der Anbahnungen für spätere Verkäufe möglich sein sollen. Gefördert wird das städtische und kommerzielle Unternehmen Kölnmesse bei diesen Bemühungen von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen des Programms "Neustart Kultur".

Köln | Im Museum Ludwig und damit im Besitz der Stadt Köln befindet sich ein Aquarell von Egon Schiele mit dem Titel „Kauernder weiblicher Akt“. Dieses gibt die Stadt jetzt an die Erben von Dr. Heinrich Rieger, Wien, zurück. Der Rat der Stadt Köln beschloss dies in seiner Sitzung am 23. März.

berlin_stadtschloss_pixabay_19032021

Berlin | Die bekannte Kunsthistorikern Bénédicte Savoy warnt davor, die legendären Benin-Bronzen im wiederaufgebauten Berliner Stadtschloss auszustellen. "Eigentlich sollte das Schloss 2019 eröffnet werden, und damals wäre eine Präsentation gerade noch denkbar gewesen. Aber mit jedem Monat, mit jedem Tag sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die Bronzen gezeigt werden können, ohne sich zu blamieren, zumal der Botschafter von Nigeria die Rückgabeforderungen seines Landes bekräftigt hat", sagte die in Berlin und Paris lehrende Professorin dem "Spiegel".

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS

KOMMUNALWAHL 2020

wahlbox

Report-K berichtet intensiv über die Kommunalwahl am 13. September 2020. Hier finden Sie alle Informationen rund um die Kommunalwahl, Interviews mit Kandidatinnen und Kandidaten. 2020 wählt Köln einen neuen Rat, 9 Bezirksvertretungen, den Integrationsrat und eine oder einen Oberbürgermeisterin oder Oberbürgermeister. Hier finden Sie alle Infos zur Kommunalwahl 2020 in NRW >

Kölner Karneval

3_g_10012020klein

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Designer*innen-Gespräche

designerinnen_gespraeche300_20012019

Design Parcour Ehrenfeld 2019 im Rahmen der Passagen. 18 Designer und Designer*innen traf report-K, Internetzeitung Köln, zum Gespräch im Video-Livestream.

Designer*innen Gespräche zum Nachsehen >