Kultur Kunst

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Marion Anna Simon erwartet als Ergebnis ihrer Arbeit in Longerich „ein spannendes Porträt“.

Marion Anna Simon erhält das 22. Dormagen-Guffanti-Stipendium

Köln | Die vielseitige Kölner Künstlerin Marion Anna Simon ist die diesjährige Dormagen-Guffanti-Stipendiatin. Die Jury hat sich einstimmig für sie entschieden. Sie wird in den nächsten sechs Monaten mit den Bewohnern des Städtischen Behindertenzentrums in Longerich ein gemeinsames Kunstwerk schaffen.

Simon hat schon zu Monatsbeginn das Atelier auf dem Gelände im Norden Kölns bezogen. Aktuell stellt sie ihr Pojekt vor und sucht Mitstreiter. Ausgangspunkt soll die Büste Hubert Dormagens sein, die im Eingang des Zentrums steht.

Diese wird auf Pappe auf etwa 4,5 Meter vergrößert und in einzelne Flächen aufgeteilt. Diese sollen dann von den Bewohner nach ihren Vorstellungen, die sie mit dem zugrundeliegenden Körperteil verbinden, gestaltet werden. Das Ergebnis werde dann die viele Facetten widerspiegeln, die unsere Kunst und unser Leben ausmachen, erklärt Simon ihr Ziel. Als künftigen Standort wünscht sie sich dann einen Platz, der öffentlich zugänglich ist.

Keine Kunsttherapie, sondern eigenständiges künstlerisches Schaffen

Benannt ist das Stipendium nach seinen beiden Stiftern Hubert Dormagen und Anton Guffanti. Dormagen hatte der Stadt 1913 rund eine halbe Million Mark zum Bau eines “Krüppelheims” vermacht. Außerdem viele Gemälde, von deren Betrachtung er sich eine “therapeutische Wirkung” auf die Bewohner des Heims erhoffte. Seine Urururnichte Nicola Dormagen, selber Künstlerin, griff die Idee von der Verbindung Kunst und Gesundheit auf und hob 1997 das Stipendium aus der Taufe.

Es ist mit je 770 Euro monatlich dotiert plus einem einmaligen Materialkostenzuschuss in Höhe von 1.000 Euro. In den sechs Monaten ist der Stipendiat verpflichtet, das Atelier in Longerich zu nutzen und gemeinsam mit den Bewohnern des Zentrums Kunstwerke zu schaffen, zum Abschluss gibt es eine Ausstellung.

Die gemeinsame Arbeit ist ausdrücklich keine Kunsttherapie sein. So müssen die Bewerber auch keine Erfahrung im Umgang mit behinderten Menschen haben, es ist aber ein “Auch-Kriterium” bei der Auswahl. Simon jedenfalls kann bislang nur auf Erfahrungen mit nicht-behinderten Jugendlichen und Erwachsenenzurückgreifen. Was sie sich nun in Longerich erhofft? „Ein spannendes Porträt.“.

Auch Simons Experimentierfreude überzeugte die Jury

Das Stipendium wird jährlich von der Stadt Köln bundesweit ausgeschrieben – abwechselnd für die Sparten Video/Installation, Fotografie, Zeichnung, und Bildhauerei. In diesem Jahr war Malerei an der Reihe. Es gab 10 Bewerbungen. Simon (1972 in Bitburg geboren, sie lebt und arbeitet in Köln) ist auch in den diesmal nicht-ausgeschriebenen Sparten zuhause, ebenso in Performance. Die Jury überzeugte sie durch ihre Personendarstellungen in Überlebensgröße sowie die historischen Bezüge, die sie damit herstellt. Außerdem sei sie sehr experimentierfreudig.

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