Kultur Kunst

museum_ludwig_step_05062020

Zu sehen sind bei der Sonderschau auch Kunstwerke von Nkiruka Oparah und Frida Orupabo. Foto: Eppinger

Neue Sonderausstellung der Reihe „Hier und Jetzt“ im Museum Ludwig

Köln | Es ist die erste Eröffnung einer Sonderausstellung nach der Wiederöffnung des Museums Ludwig. Zu ihrer Besonderheit gehört, dass es keine Vernissage vor Ort geben wird, sondern einen digitalen Eröffnungsfilm auf Instagram. Damit setzt das Museum seine digitalen Angebote, mit denen man während des Shutdowns die Menschen zur Kunst geführt hat. Insgesamt 57.500 Follower konnte man so gewinnen. Dazu kommen 2000 neue Abonnenten für den eigenen Instagram-Kanal.

„Dynamische Räume“ öffnen den Blick nach Afrika

Bei der neuen Sonderschau „Dynamische Räume“, die in der Reihe „Hier und Jetzt“ bis zum 30. August läuft, wird eine weitere Schnittstelle zwischen der On- und der Offline-Welt eröffnet. Partner der Ausstellung ist die Onlineplattform Contemporary And, die sowohl Online- als auch Print-Kunstmagazine herausbringt. Darin geht es um den internationalen Kunstbetrieb und die Präsentation neuer, digitaler Kunstproduktionen. Dabei fällt der Blick nicht nur auf Hotspots wie New York oder London, sondern auch in Städte wie Nairobi oder Johannesburg. Zugänglich ist die Onlineplattform weltweit, das gilt auch für die Autoren, die für Conremporary And tätig sind. So bekommt der Nutzer bzw. Leser Zugang zu Kunstszenen, die man nur selten in den großen Kunstmagazinen findet.

Bei den „Dynamischen Räumen“ fällt der Blick auf den afrikanischen Kontinent. Es geht dort um die Spuren des Kolonialismus und des Rassismus, der wie die aktuellen Entwicklungen in den USA zeigen, längst noch nicht der Geschichte angehört, sondern der hochaktuell ist. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das „C& Center of Unfinished Business“. Dabei handelt es sich um einen partizipativen Leseraum, der von Contempory And je nach Standort erweitert wird. In Köln steht er im Dialog mit der Museumsbibliothek im Ludwig und mit dem Berliner Bildungsprojekt „Each One Teach one“. Der Fokus liegt auf Kulturproduktionen aus Afrika und der globalen Diaspora. Im Center werden Leerstellen der westlich zentrierten Kunstgeschichte und Aspekte der kolonialen Vergangenheit hinterfragt. Auch rassistisch eingestufte Bücher aus dem „Giftschrank“ des Berliner Bildungsprojekts finden sich in den Regalen. Durch diese kann sich der Besucher stöbern und es ist erlaubt, die Bücher immer wieder neu anzuordnen.

Darüber hinaus werden Videoarbeiten der beiden Künstlerkollektive The Nest Collective aus Nairobi und CUSS mit Vukani Ndebele aus Johannesburg, die für die Online-Videoplattform von Contempory And produziert wurden, erstmals im musealen Raum gezeigt. Beide Positionen arbeiten an den digitalen Schnittstellen verschiedener gesellschaftlicher Kontexte und beschäftigen sich mit dem eigenen urbanen Umfeld. So ist ein Horrorfilm gnauso zu sehen wie ein humorvolles Kammerspiel.

Mit Nkiruka Oparah, die in Oakland lebt, und Frida Orupabo aus Oslo präsentiert die Ausstellung zudem zwei Künstlerinnen, deren Praxis sich durch die Reflexion afrodiasporischer Identität sowie durch die Befragung von Eigen- und Fremdrepräsentation, der Wiederaneignung von Bildern und den Einfluss visueller Kulturen des Internets auszeichnet. Orupabos Bilder kreisen um Themen wie Religion, Mutterschaft und die Sexualisierung des weiblichen, schwarzen Körpers. Zu sehen sind eine Videoproduktion sowie Papiercollagen. Im Nachdenken über Sprache, Geschlecht und Erinnerung verbindet Oparahs Kunst persönliche mit kulturell geprägten Bildern zu Zeichnungen, Videocollagen und Objekten.

Zurück zur Rubrik Kunst

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Kunst

La-Tour___402-727-heller-32___WF___xxxxx

Köln | Das Kölner Auktionshaus Lempertz versteigert am 8. Dezember 2020 die hochkarätige Sammlung Alter Meister des verstorbenen Unternehmers Heinrich Bischoff. Auf dem Programm ein Bild des französischen Malers Georges de La Tour. „La Fillette au Braisier" (wörtlich „Mädchen, in ein Kohlebecken blasend"), das wohl das letzte Gemälde des französischen Meistermalers, das nicht in einem Museum hängt, könnte ein Auktionsrekord in Deutschland werden. Christoph Mohr befragte Lempertz-Chef Prof. Henrik Hanstein.

freese_2212020

Köln | Klaus Gerrit Friese, zuerst Kunstverleger, dann Galerist, gehört zu den bekannteren Figuren der deutschen Kunstszene. Das hängt mit seiner Galerie zusammen, die zuerst in Stuttgart, seit 2015 in Berlin beheimatet ist, vor allem aber mit seiner Rolle an der Spitze des Bundesverbands Deutscher Galerien. Friese ist auch Vorsitzender des Trägervereins des Zentralarchivs für deutsche und internationale Kunstmarktforschung (ZADIK) in Köln.

jahn_screen_22112020

Köln | Die Galerie Jahn + Jahn in München entstand im Jahre 2017 aus dem Zusammenschluss der alten, 1978 gegründeten Galerie Fred Jahn, die große Namen wie Gerhard Richter oder Georg Baselitz vertrat, und der 2008 eröffneten Galerie Matthias Jahn, die sich auf junge Künstler fokussierte. Christoph Mohr befragte Matthias Jahn, was die Absage der Art Cologne 2020 für die Galerie bedeutet.

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS

KOMMUNALWAHL 2020

wahlbox

Report-K berichtet intensiv über die Kommunalwahl am 13. September 2020. Hier finden Sie alle Informationen rund um die Kommunalwahl, Interviews mit Kandidatinnen und Kandidaten. 2020 wählt Köln einen neuen Rat, 9 Bezirksvertretungen, den Integrationsrat und eine oder einen Oberbürgermeisterin oder Oberbürgermeister. Hier finden Sie alle Infos zur Kommunalwahl 2020 in NRW >

Kölner Karneval

3_g_10012020klein

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Designer*innen-Gespräche

designerinnen_gespraeche300_20012019

Design Parcour Ehrenfeld 2019 im Rahmen der Passagen. 18 Designer und Designer*innen traf report-K, Internetzeitung Köln, zum Gespräch im Video-Livestream.

Designer*innen Gespräche zum Nachsehen >