Kultur Kunst

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Neuer Kurator des Kölnischen Kunstvereins stellt Programm für 2012 vor

Der neue Kurator des Kölnischen Kunstvereins, Søren Grammel, möchte interessante und teils auch überraschende Kunst in gut gemachten Ausstellungen zeigen. Um sich voll auf dieses Kernmodell konzentrieren zu können und Raum für Experimente und Vielfalt zu schaffen, setzt er dabei besonders auf die Kooperation mit den Partnern in der Brücke. Ein Leitmotiv hat er seiner Aufgabe nicht voran gestellt, um Einschränkungen zu vermeiden.

Aufgrund baulicher Sanierungsmaßnahmen im Brücke-Gebäude, die noch bis Ende März anhalten werden, beginnt das künstlerische Programm des Kölnischen Kunstvereins in diesem Jahr erst im April. Diese Übergangszeit konnte Grammel aber nach eigenen Angaben dazu nutzen, sich in Köln einzugewöhnen und sich mit seinen neuen Aufgaben vertraut zu machen. 2012 sind drei Ausstellungen und ein Konzert geplant. Außerdem wird es einen Stand auf der „Art Cologne“ geben, an dem eine Art kleine Vorschau auf die Jahresausstellungen zu sehen sein wird.

Ein neues Miteinander in der Brücke

Dieses Jahr wurde das Logo des Kölnischen Kunstvereins geändert und steht so stellvertretend für die neue Ausrichtung. Es wurde dem Schriftzug „Die Brücke“ über der Eingangstür des Gebäudes nachempfunden und ist nun einfarbig, um so die Druckkosten sämtlichen Materials zu verringern und das Budget auf diese Weise zu schonen. In Zuge des neuen ökonomischen Denkens soll auch die Zusammenarbeit der weiteren Partner im Brücke-Gebäude - beispielsweise das Kino - verstärkt und ihnen mehr Zuständigkeit übertragen werden. In diesem Sinne werden in den kommenden Monaten Fahnen an der Außenwand des Eingangbereiches installiert werden, wie es bereits in den 1950er Jahren der Fall gewesen war. Sie seien Teil der Programmatik für das Miteinander in der Brücke, so Grammel.
Die Fahnen sind jedoch nur ein Teil der Maßnahmen, das Brücke-Gebäude im alten Glanz neu erstrahlen zu lassen. Schrittweise soll eine Gastronomie in Zusammenarbeit mit dem Café Schmitz entstehen. Dafür wird eine Sommerterrasse gebaut werden, wie es sie bereits in der Anfangszeit gegeben hat. Um alles so getreu wie möglich nachzuempfinden, werden zur Zeit noch Sponsoren gesucht, um eine Glastüre zum Außenbereich im Foyer bauen zu können.

Kölnischer Kunstverein eine besondere Herausforderung

Søren Grammel arbeitete zuletzt sechseinhalb Jahre als Kurator im Kunstverein Graz. Den Unterschied zu Köln sieht er vor allem darin, dass er in dem wesentlich kleineren Grazer Kunstverein mehr Einschnitte habe machen können, um das Budget zu schonen. In Köln hingegen müsse er weitere Projekte wie die Künstlerateliers, die vom Kunstverein zu 100 Prozent finanziert werden, stemmen. Aber er sehe dort die besondere Aufgabe seiner Arbeit. Des Weiteren reize ihn hauptsächlich die Ausstellungshalle, die er als eine der schönsten überhaupt bezeichnet. Er werde versuchen, mit der Immaterialität und dem Licht zu arbeiten, um so mit diesem „wunderschönen Raum zu arbeiten“. Die Herausforderung dabei sei insbesondere, dass keine „Möbelhaus-„ oder „Messekojenatmosphäre“ entstehe.  

Die Ausstellungen 2012 im Überblick

A wavy line is drawn across the middle of the original plans

Die erste Ausstellung im Frühjahr steht unter dem Motto “A wavy line is drawn across the middle of the original plans”, einem Zitat der dort ebenfalls präsentierten neuseeländischen Künstlerin Ruth Buchanan. Die Ausstellungsstücke sind überwiegend aus einfachen Materialien und Baustoffen gearbeitet und reflektieren den alltäglichen Gebrauch oder verfremden eben diesen. Die Schwedin Marie Lund „schält“ beispielsweise Skulpturen, bis diese nur noch in rudimentärster Form zu erkennen sind. Ausgestellt werden Werke von Chantal Akerman, Ruth Buchanan, Liudvikas Buklys, Saim Demircan, Sara Deraedt, fabrics interseason, Benjamin Hirte, Marie Lund, David Maljkovic, Michaela Meise, Nicole Wermers und Heimo Zobernig. Dies sind überwiegend junge Künstler, die noch von keiner festen Galerie vertreten werden. Stolz weist Grammel darauf hin, dass statistische Erhebungen seit 1997 zeigen, dass rund 18 Prozent der in Kunstvereinen gezeigten Künstler es später in Museen oder Sammlungen schaffen und sieht daher seine Aufgabe auch darin, die Produktion neuer  Kunst zu fördern.

Am Eröffnungstag wird die Künstlerin und Musikerin Michaela Melián ein Konzert geben. Dies wird ihr erster öffentlicher Auftritt nach vielen Jahren Bühnenabstinenz sein.

Bernd Krauß

Im Sommer werden Arbeiten des Künstlers Bernd Krauß in einer Einzelausstellung gezeigt. Dies wird seine erste Ausstellung in Deutschland seit 15 Jahren sein. Was genau ausgestellt werden wird, ist noch nicht bekannt, da viele Werke noch im Entstehungsprozess sind. Grammel hält den nomadisch lebenden Krauß jedoch für einen der interessantesten Gegenwartskünstler, der aber aufgrund der schweren Vermittelbarkeit seiner Arbeiten völlig unterpräsentiert sei. Daher freue er sich besonders über die Möglichkeit, mit unkonventionellen Künstlern, die sonst keinen Platz in der Kunstszene finden, interessante Ausstellungen zu machen.

Janice Kerbel, Hilary Lloyd und Silke Otto-Knapp

Die Ausstellung im Herbst zeigt Werke von  Janice Kerbel, Hilary Lloyd und Silke Otto-Knapp. Hier wird das besondere Augenmerk auf der Darstellung der persönlichen und bereits existierenden Beziehung der drei Künstlerinnen liegen und diese auf intime und romantische Art und Weise zeigen, teils in Einzelarbeiten, teils in neuen gemeinsamen Projekten.

Infobox:

Ausstellung: “A wavy line is drawn across the middle of the original plans”
18. April bis 10. Juni 2012

Konzert: Michaela Melián
18. April 2012 um 20 Uhr

Ausstellung: Bernd Krauß
29. Juni bis 16. September 2012

Ausstellung: Janice Kerbel, Hilary Lloyd, Silke Otto-Knapp
20. Oktober bis 16 Dezember 2012

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