Kultur Kunst

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von links nach rechts: Monika Kuhnke, Dolmetscherin und Wojciech Kowalski

Raub und Restitution - Polnisches Generalkonsulat und NS-DOK stellen neue Publikation vor

Köln | Das kulturelle Erbe Polens erlitt während des Zweiten Weltkrieges infolge von Kriegshandlugen und Besatzungen enorme Verluste. Viele Kulturgüter wurden entweder zerstört oder geraubt und in andere Länder verbracht. Die neue Publikation „Raub und Restitution. Aktivitäten des polnischen Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten im Bereich der Rückgabe der von Polen im Zweiten Weltkrieg verlorenen Kulturgüter“ die am heutigen Freitag, 10. Juni, im NS-Dokumentationszentrum (NS-Dok) vorgestellt wurde, biete einen Überblick über die bereits zurückgegebenen Kunst- und Kulturgegenstände. Lediglich einige hundert von 63.000 bekannten und gut dokumentierten Kulturgütern seien zurück in Polen. Herausgegeben hat sie das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der Republik Polen. Für die Publikation waren Prof. Wojciech Kowalski, Dr. Monika Kuhnke und Justyna Wróbel verantwortlich.

Der Raub von Kunstwerken in Polen

Nach wie vor hochaktuell ist das Thema des Raubs von Kunst- und Kulturgütern während des Zweiten Weltkriegs. Auch das kulturelle Erbe Polens erlitt in dieser Zeit große Verluste. Viele Kulturgüter wurden infolge von Kriegshandlungen zerstört oder geraubt und auch während der Besatzung in Polen vernichtet. Die geraubten Kunst- und Kulturschätze verbrachten die Täter meistens in andere Länder. „Was für mich als Historiker sehr überraschend ist, waren die festgelegten und gut organisierten Zerstörungen und Diebstähle. Leider wurde in dieser Zeit viel zerstört. In unsere Publikation sind diese auch wissenschaftlich Belegt“, erklärt Kowalski.

Die Bemühungen um eine Restitution der verschollenen Kunstgegenstände setzten bereits unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ein und wurden zu einer Aufgabe des polnischen Außenministeriums. Aufgrund der polnischen Situation waren dessen Bemühungen jedoch jahrelang nur wenig erfolgreich. Erst die Wende von 1989-1990 ermöglichte ein Aufgreifen dieser Angelegenheit in den Beziehungen mit den Nachbarn Polens sowie anderen Staaten.

Zur Publikation: „Raub und Restitution“

Zu den restituierten Kunst- und Kulturgütern – die in der Publikation zu finden sind – gehören alte Handschriften, religiöse Kultusgegenstände, Plastiken, Gemälde, archäologische Fundstücke und vieles mehr. Die Publikation biete auch einen Einblick in den Rückgabeprozess und die langwierigen Verhandlungen mit Ländern, Institutionen und Privatpersonen – den zwischenzeitigen Besitzern der Kulturgegenstände – in der ganzen Welt. „Ich habe selbst das Buch gelesen und es kam mir vor wie ein Krimi. Es geht um die Rückgaben bedeutender Kulturgüter und die abenteuerlichen Dinge die dabei passiert sind. Es ist ein Zeugnis von Raub und Vernichtung der Kunstgüter in einem unglaublichen Ausmaß.“, erklärt Dr. Werner Jung, Direktor NS-Dok.

Die Publikation sei nicht käuflich, aber in den Universitäts- und Stadtbibliotheken findbar.

Verluste: 63.000 dokumentiere Kunstwerke

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Foto: Außenministerium | Das Pontifikale von Płock, mittelalterliche Handschrift aus der Mitte des 12. Jh., auf 214 Pergamentblättern enthält es Beschreibungen von bischöflichen Riten. Im Bestand der Kathedrale von Płock und anschließend im Bestand der Bibliothek des Priesterseminars. Von einer deutschen Expertenkommission aus Königsberg beschlagnahmt und im Frühjahr 1940 nach Deutschland verbracht. Im April 2015 Restitution an Polen.

Man habe festgestellt, dass von etwa 70.000.000 Bändern, die sich vor 1939 in den polnischen Bibliotheken befanden, etwa 70 bis 75 Prozent dieser Bänder, das heißt mehr als 50.000.000 der Bänder während des Krieges verloren gegangen sind. Darunter etwa 1.200.000 Denkmäler des Schrifttums von besonderem Wert, die in keiner Weise ersetzt oder wiederhergestellt werden können.

Im Bereich der Kunstwerke kann die vollständige Einschätzung aufgrund der umfrangreichen Zerstörung nicht erbracht werden. Es sei bisher gelungen, über 63.000 Kunstgegenstände zu registrieren. Es müsse aber hinzugefügt werden, dass es sich dabei um einen Wissensstand über die Verluste und nicht um das tatsächliche verschollene Kulturgut handle. Das Ausmaß des Verlustest sei aber mehrfach größer.

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