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Tremezza von Brentano vor einem Selbstporträt – rechts ist ihr „Spiegelbild“ zu erkennen, auf das die Künstlerin erst von einer Bekannten aufmerksam gemacht wurde.

„Selbstbildnisse“: Käthe-Kollwitz-Museum feiert 75. Geburtstag von Tremezza von Brentano

Köln | Käthe Kollwitz und Tremezza von Brentano: Obwohl Generationen voneinander entfernt, sind sie sich ähnlich. Sie setzten sich als Frauen in einer Männerwelt durch, sie kommentierten das Zeitgeschehen – und sie porträtierten sich immer wieder selber. Naheliegend also, dass das Käthe-Kollwitz-Museum der Kölner Künstlerin zum 75. Geburtstag eine kleine Sonderausstellung ausrichtet.

31 Selbstbildnisse aus den letzten 40 Jahren sind zu sehen. Und sie zeigen auch den Unterschied zur Namensgeberin des Museums. Am augenfälligsten die Farbe. Von Brentano arbeitet mit kühlen Farben, Blau herrscht vor. Die Formen werden mit dunklen, an Expressionismus erinnernden Strichen umrahmt.

Von der Abstraktion zum Realismus gefunden

Angefangen hatte sie Studium und Karriere, als Abstrakt und Konzeptkunst die Szene beherrschten. Auch sie malte zunächst abstrakt, wandte sich dann aber dem Realismus zu. Eine Entwicklung, die – so erinnert sie sich – nicht einfach war. In einem Bild lässt sie die Kunstgeschichte passieren, zitiert darin die Höhlenmalerei, Jackson Pollock und Yves Klein. Als Porträt Anthonis van Dyck, Gustave Courbet, Piero della Francesco – und sie selber als Aktmodell dazwischen.

Wobei dies kein Selbstporträt sein muss. Denn weil ihr als Malerin weibliche Modelle fehlen, nimmt sie sich selber als Typ, der gerade gebraucht wird. „Maler können ihre Frau oder Geliebte als Modell nehmen, Frauen haben das nicht“, erklärt sie das Phänomen, dass Frauen häufiger Selbstporträts malen als die Männer. Keineswegs male sie sich aus Eitelkeit oder um sich zu glorifizieren, versichert sie. Auch Kollwitz hat sich immer in andere, meist politische Zusammenhänge „verpflanzt“.

Tremezza von Brentano sehen wir so etwa neben zwei schwarz verhüllten Dschihaddistinnen mit Augenschlitz oder vor einer Horde heranstürmender Politiker, wer genau hinguckt, kann Schröder und Putin erkennen. Die Frau davor in derselben Pose und im gleichen blauen Anzug – und mit den Zügen der Künstlerin. „Ich wollte wissen, wie diese Bewegung, diese Haltung entsteht“, erklärt sie.

Ihre Bilder erlauben viele Interpretationen

Anders als Kollwitz und deren klares politisches Engagement auch in der Kunst lässt sie offen, was sie mit dem Bild aussagen will. Sie legt Wert darauf, viele Interpretationen zuzulassen. „Darum muss man vereinfachen“, begründet sie ihren Stil. Dabei können Betrachter etwas entdecken, das ihr selber entgangen ist, das sie zumindest nicht „bewusst“ gemalt hat. Etwa ein Spiegelbild in einem Bild, das sie als Puzzle zusammengesetzt zeigt.

Eindeutig sind dagegen die Bilder, die sie in ihrem Atelier vor meist leeren Leinwänden zeigt. Hier reflektiert sie ihre Arbeit als Künstlerin. Und auf vieren ihrer Selbstporträts ist auch ihr Ehemann zu sehen. Auch das eine klare Aussage: „Er gehört zu meinem Leben. Ich kannte ihn schon vor dem Studium, er hat mich immer unterstützt und zu mir gehalten.“.

„Selbstbildnisse: Tremezza von Brentano zum 75. Geburtstag“ – bis 25. Februar 2018, Käthe Kollwitz-Museum, Neumarkt 18-24, 50667 Köln, Tel. 0221 / 227-28 99 / 26 02, Öffnungszeiten: Di-Fr 10-18 Uhr, Sa, So und feiertags 11-18 Uhr, Eintritt: 5/2 Euro. Umfangreiches Begleitprogramm: www.kollwitz.de

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