Kultur Kunst

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Ausstellungs Ko-Organisator Jochen Heufelder vor einem Wandbild Salvatore Picones.

„thecolognebiennal“ gibt dem Nachwuchs eine Chance

Köln | Zwischen 2009 und 2015 förderte die Kölner Ausstellungsreihe „new talents – biennale cologne“ über 200 Nachwuchskünstler. Dann fehlte das Geld. Jetzt gibt es eine Wiederauferstehung unter dem Titel „thecolognebiennal“. Präsentiert werden 12 Absolventen der Kölner Kunsthochschule für Medien und der Kunstakademie Düsseldorf. Dazu 11 Stars von heute mit „Jugendwerken“.

Ausgestellt die Fotos, Gemälde, Zeichnungen, Videos, Installationen und Skulpturen Arbeiten in einem teilweise leerstehende Bürogebäude der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG)im unterschätzten Kulturquartier Agrippa. Die relativ kleinen Räume eignen sich hervorragend zu thematischen Gegenüberstellungen: Arbeiten des Nachwuchses werden frühen Arbeiten von Stars wie Christo gegenübergestellt.

Sirin Simsek trifft auf Andreas Gursky, Jonas Blum auf Lutz Fritsch

So trifft die junge Sirin Simsek mit ihren Porträts einer Frau, die sich systematisch mit Botox und Operationen „verschönert“ auf Claus Goedickes ätherische „Porträts“ von Plastikflaschen. Mit einer anderen Arbeit behauptet sie sich erfolgreich gegen ein Foto von Andreas Gursky. In der Abteilung „Architektur“ treffen zarte Zeichnungen von Jonas Blum auf die bekannten Trinkhallen-Fotos von Tata Ronkholz und die „Über Augenhöhe“-Serie von Lutz Fritsch: In den leeren Himmel ragen Teile von Gebäuden. Darunter auch die beiden Domspitzen. Blum setzt sich auch sarkastisch mit der verbauten Hinterhof-Idylle des DEG-Gebäudes auseinander: Die lässt er von einer Büste des Fußball-Stars Marco Reus betrachten.

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Ke Li gießt poetische Phantasieblumen und Fabeltiere in Polyester ein.

Eberhard Havekosts realistische Pflanzenbilder bilden einen spannenden Kontrast zu Domingo Chavez, der Pflanzenblätter bearbeitet und daraus großformatige Kompositionen zusammensetzt. Zum Thema „Natur“ passt auch Ke Li: Sie setzt Mineralien und Pflanzenteile zu Fabeltieren zusammen, die sie dann in Polyester gießt. Präsentiert werden diese dann wie in einem wunderlichen mittelalterlichen Kabinett. Aus farbigen Holzschnitten setzt Inessa Emmer ihre surrealen Traumwelten – etwa angelnde Fische in einem kleinen Boot – zusammen. Das passt wunderbar zu Arbeiten von Neo Rauch. Von dem ist im Übrigen auch eine Arbeit zu sehen, die er heute am liebsten aus seinem Ouevre verbannen würde.

Das Bankhaus Sal. Oppenheim sammelte Frühwerke der „Altmeister“

Da haben die Kunstexperten der Bank Sal. Oppenheim – aus deren Sammlung stammen alle „alten“ Meister, die bislang noch die öffentlich präsentiert wurden – sowohl einen guten Blick wie einen guten Griff getan. Den können auch die Besucher dieser Ausstellung beweisen: Von vielen Jungen werden (Unikat-)Editionen in geringer Auflage zwischen 150 und 450 Euro angeboten.

Möglich gemacht hat „thecolognebiennal“ der Verein „Stadtmarketing Köln“. Eine gezielte Marketingmethode um vom Image Kölns als Stadt des Karnevals und des Klüngels abzulenken. Schließlich: Es kommen mehr Menschen der Kultur wegen nach Köln als um Fußball zu gucken. Auch viele internationale Firmen machten ihre Entscheidung, sich hier niederzulassen, vom kulturellen Angebot der Stadt abhängig. Bleibt der neuen Ausstellungsreihe – sie beschränkt sich anders als ihre Vorgängerin – auf bildende Kunst derselbe Erfolg zu wünschen: Die bei den „new talents“ gezeigten Künstlerinnen und Künstler konnten inzwischen über 600 Stipendien und Preise einheimsen.

„thecolognebiennal“ – bis 29. April 2018, DEG-Kunsthaus, Großer Griechenmarkt 2, 50676 Köln. Mi, Do und Fr 14-19 Uhr, Sa und So 12-18 Uhr. Eintritt: 7,50/5 Euro. Kölns Alt-OBs Fritz Schramma und Jürgen Roters können als Kunsterklärer gebucht werden.

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