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Neues Buch: „Köln in Bewegung“ – nüchtern und faktenreich

Köln | Ob zu Lande oder in der Luft, dazu noch der Rhein – Köln ist in jeder Beziehung ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Ein zusammenfassender „Stadtführer“ hierzu ist seit langem überfällig. Susanne Raupach füllt diese Lücke jetzt mit „Stadt in Bewegung“.

Lebendig, locker und mit Begeisterung für das Thema geschrieben, überzeugte Susanne Raupach gerade erst mit „Stadt mit Skulpturen“, ebenfalls beim Marzellen-Verlag in der Reihe „Köln plus“ erschienen. Mit dem Überblick „Stadt in Bewegung“ hat sie sich (mit Co-Autor Ernst Jansen) ein dickes Thema vorgenommen – das Ergebnis ist nüchtern und faktenreich, fällt aber gegen den Vorläufer deutlich ab.

Das Layout ist wieder großzügig, die Fotos erfreuen das Auge. So mag es dem geringen Platz geschuldet sein, das vieles Interessante und Wichtige fehlt. Wo etwa kommen im Kapitel „Zu Wasser“ die beiden Fähren im Norden und Süden der Stadt vor? Sparsam geht sie auch (wieder) mit Kritik um, etwa zum durch jahrelange Vernachlässigung miserablen Zustand der Brücken – egal ob die über den Rhein oder die der Deutschen Bahn im innerstädtischen Gebiet. Und wenigstens im Rückblick hätte der Nachkriegsplan erwähnt werden können, die Kreuzung Aachener Straße/Innere Kanalstraße zu einem Autobahnkreuz Aachener auszubauen – was Köln auf dem Weg zur autogerechten Stadt erspart blieb.

Es fehlen zahlreiche Stadt-Anekdoten, die den Text auflockern

Bestenfalls nachlässig ist es, die Anfänge des Autobahnrings durch die Nationalsozialisten zu erwähnen, ohne dabei auf die schon 1932 eröffnete Autobahn zwischen Köln und Bonn hinzuweisen. Und dass der legendäre Autobauer Ettore Bugatti in Köln arbeitete, dass Köln nach 1945 einen Bogen der Hohenzollernbrücke nach Duisburg verkaufte und dass ein falsches Stadtwappen die Südbrücke ziert, sind sicher mehr als nur vernachlässigenswerte Stadt-Anekdoten und wären wie andere einer Erwähnung wert.

So bleibt ein dichtes, eher nüchternes und teilweise recht aktuelles Kompendium von Fakten über den Rhein, über Brücken, Straßen, Schienen, Luftverkehr und – nicht zu vergessen – die Seilbahn. Fakten – die sicherlich nicht allen bekannt sind – wie etwa, dass der Theodor-Heuß-Ring ehemals ein von den Franzosen ausgehobenes Hafenbecken war und deshalb nicht bebaut werden kann. Ergänzt wird es durch „Porträt“-Interviews mit dem Chef der Wasserschutzpolizei, einer Mitarbeiterin und einem Straßenbahnfahrer über deren Arbeit.

Susanne Raupach: „Stadt mit Bewegung“ – Reihe „Köln Plus“, Marzellen Verlag, Köln 2017. 120 Seiten, zahlreiche Fotos. 11 Euro

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