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Psycho-Thriller „Seelenfeindin“: Spannende Verwirrung

Köln | Ihre aktuelle Patientin bringt die Psychiaterin Nadja Schönberg an die Grenzen ihres Könnens: Was ist Wahrheit, was Lüge? Mit „Seelenfeindin“ legt Sabine Trinkaus ihren fünften Krimi vor – und verwirrt den Leser bis zum Schluss so, wie es ihrer Ärztin geschieht.

Die muss sich mit der erfolgreichen TV-Journalistin Konstanze Friedrichs messen, die sich von ihrem Ex-Freund verfolgt und tödlich bedroht fühlt. Ein schwieriger Fall, und um Durchblick zu gewinnen, überschreitet Schönberg – sie hat gerade eine neue Stelle angetreten – die Regeln, die ihr Berufsstand vorschreibt.

Trifft sich zum Beispiel mit Friedrichs Ex-Freund. Was den Fall weiter kompliziert – denn der erzählt die Schlüsselszenen der gescheiterten Beziehung genau anders herum. Und ebenfalls durchaus glaubhaft. Was also ist passiert mit dem brutal ermordeten Haushund, dessen Leiche verschwunden ist, bevor die Polizei kam? Wie lief die Auseinandersetzung um das Kind – von ihm gewollt, von ihr abgetrieben?

Und schließlich: Wie ähnlich sind sich Schönberg und Friedrichs etwa in Karrieredenken und ihrer Auffassung von einer glücklichen Beziehung, mit oder ohne Kind?

Man muss sich in den Thriller hineinlesen, Rückblende und Gegenwart gehen – auch typografisch – ineinander über, ebenso Handlung und der Blick in die eigene Seele der Ich-Erzählerin Schönfeld. Was anfangs ganz schön verwirrend ist. Zumal Schönberg noch an einen alten, tödlichen Behandlungsfehler erinnert wird und selber in einer unbefriedigenden Beziehung steckt.

Klingt kompliziert, ist aber logisch, stringent und vor allem spannend aufgebaut – um so überraschender dann die blutige Auflösung. Aber auch die ist glaubhaft – zumindest für den Leser.

Sabine Trinkaus: „Seelenfeindin“ – emons:thriller, emons Verlag, Köln 2017, 332 Seiten, 14,95 Euro

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