Kultur Musik

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Baustelle Kölner Oper: Blick in die Schatzkiste Offenbachs

Am 22. Juni feiert das Stück „Je suis Jacques“ an der Kölner Oper am Offenbachplatz seine Uraufführung - ein Streifzug durch Offenbachs Bühnenwerke im Jubiläumsjahr, inszeniert und konzipiert von Christian von Götz.

Köln | In diesem Jahr wird der 200. Geburtstag des Komponisten Jacques Offenbach groß gefeiert. Die Kölner Oper hat dafür von Regisseur Christian von Götz extra ein neues Stück entwickeln lassen, das am 22. Juni auf der Baustelle am Offenbachplatz uraufgeführt wird. In „Je suis Jacques“ gibt sich Offenbach persönlich die Ehre. Anlässlich seines Geburtstags empfängt er Figuren aus seinen Werken. Was den Anschein eines Dinners hat, entpuppt sich im Verlaufe des Abends als eine Mischung aus kriminalistisch-absurdem Theater, geheimbündischer Séance, frech-witziger Revue und pseudo-philosophischer Erkenntnissuche im Geiste der „Bouffes-Parisiens“. Im Mittelpunkt steht Offenbachs Musik, von der auch zahlreiche unbekannte Schätze gehoben werden.

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Christian von Götz | Foto: Kathrin Freund

Von Götz ist Opernregisseur, gilt aber auch als Spezialist für unkonventionelles Musical und Operette. Er inszenierte unter anderem an der Komischen Oper Berlin, der Oper Leipzig, der Hamburgischen Staatsoper, dem Gärtnerplatztheater München, der Royal Opera Kopenhagen, den Opernhäusern in Lissabon und Odessa sowie beim Edinburgh International Festival.

Was macht für Sie der Reiz von Jacques Offenbach aus?

Christian von Götz: Die Rezeption von Offenbach in Deutschland ist nicht ganz unkompliziert. Ich habe mich seit meines Regie-Studiums in Berlin mit dem Komponisten auseinandergesetzt. Dabei habe ich mich vor allem für die unbekannteren Stücke interessiert. Bei meiner Suche bin ich auf einen Klavierauszug von „Les trois baisers du diable“ gestossen, ein Einakter von 1857, der noch nie in Deutschland gespielt wurde. Das war für mich die Initiation für Offenbach. Ich war komplett fasziniert, auch weil das Werk den Offenbach-Klischees so widersprochen hat. Es ist ein romantisch, dramatisches und mystisches Werk. Und es ist ein Beispiel dafür, welchen Reichtum das mehr als 100 Stücke umfassende Werk dieses Komponisten hat. Es war für mich der Anreiz, weiter zu graben und zu forschen.

So ist auch die Idee zu „Je suis Jacques“ an der Oper Köln entstanden, das im Juni seine Premiere feiert?

Von Götz: Die Idee, im Jubiläumsjahr etwas zu machen und es der Oper Köln vorzuschlagen kam vor etwa zwei Jahren. Es sollte ein eigenständiges Werk sein, das die unbekannten und vergessenen Stücke Offenbachs in den Mittelpunkt rückt. Dazu gehören zum Beispiel „Die verwandelte Katze“, „Monsieur et Madame Denis“ oder die „Zauberpfeife“. Insgesamt habe ich 33 unbekannte Stücke durchgearbeitet. Spannend war auch „Ritter Eisenfraß“ - ein absurde und verrückte Anti-Kriegs-Ritter-Geschichte mit einer großartigen Musik. Ich war oft in Paris und habe mich dort mit Kollegen und Sängern in einem Café getroffen – das war schon fast ein geheimes Symposium zu Offenbach. Dass es der Oper Köln in Absprache mit der Sanierung der Bühnen Köln gelungen ist die Kantine in der Baustelle zur Verfügung zu stellen ist ein großer Glücksfall.

Wie bringen Sie das Ganze auf die Bühne?

Von Götz: Im Mittelpunkt steht eine Kiste mit Notenblättern auf der Bühne. Jacques hat dort seine Werke gehortet, die nun nach und nach aus der Kiste gelassen werden. Ich habe eine kleine Komödie entwickelt, die eine poetisch, skurrile Handlung bekommt, in die die einzelnen Stücke eingefügt worden sind. Hauptfigur ist ein einsamer Kellner.

Wer ist unter den illustren Gästen?

Von Götz: Zu den Gästen im Stück zählen Helene, Blaubart, Orpheus, Lindorf, Olympia und eine sechste unbekannte Figur, die sich als Marktfrau zur Feier verirrt hat. Ich hatte beim Schreiben die große Freiheit, auch neue deutsche Fassungen ins Spiel zu bringen und diese für die Handlung des Stücks entsprechend anzupassen.

Wo wird „Je suis Jacques“ genau aufgeführt?

Von Götz:  In der Kantine der Bühnen der Stadt Köln, die im Bereich der Oper neu gebaut wird. Es ist sehr aufregend, auf einer Baustelle zu proben. Ich habe in Köln in der Oper vor dem Umbau vier bis fünf Stücke inszeniert und kenne diese daher sehr gut. Durch das Bühnenbild wird das ein echter Opernabend. Wir werden von sechs Musikern des Gürzenich-Orchesters zuzüglich des Dirigenten am Klavier musikalisch unterstützt. Von den 75 Minuten Gesamtzeit für das Stück sind 50 Minuten reine Musik.

„Je suis Jacques“ feiert am 22. Juni um 20 Uhr auf der Baustelle Opernhaus am Offenbachplatz Premiere. Weitere Vorstellungen gibt es dort am 25. Juni, 20 Uhr, 29. Juni 18 und 20.15 Uhr, 2. Juli 20 Uhr, 6. Juli 18 und 20.15 Uhr, sowie 9. Juli 20 Uhr.

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