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Constantin Chepa in Aktion

"Blind Audition Vol. 1" - Interview zu Kölns erstem Dunkelkonzert

Köln | aktualisiert | Am 27. Juli 2014 findet im Arkadas Theater in Köln-Ehrenfeld unter dem Titel "Blind Audition Vol. 1" Kölns erstes Dunkelkonzert statt. report-k.de | Kölns Internetzeitung sprach vorab mit Veranstalter Constantin Chepa über die Entstehungsgeschichte hinter diesem Konzept.

Gewinnspiel: report-k.de verloste 1 x 2 Karten für Kölns erstes Dunkelkonzert. Die Gewinnerin ist benachrichtigt, allen anderen vielen Dank für die Teilnahme und viel Glück beim nächsten Mal.

report-k.de: Am 27. Juli bieten Sie ein Dunkelkonzert im Arkadas Theater an. Was hat Sie zu der Idee inspiriert und wie können wir uns das vorstellen?

Constantin Chepa: Die Idee ist entstanden, als eine hübsche Zumbatrainerin erzählte, dass in Würzburg einmal im Monat blinde Musiker ein Konzert geben. Da fand ich es nur logisch den Spieß umzudrehen, und ein Konzert im Dunkeln zu geben. Am nächsten Morgen schrieb ich einen 15-seitigen Businessplan, nahm das Telefon in die Hand und legte los. Als Musikstudent kenne ich natürlich viele tolle und talentierte Musiker. Alle fanden die Idee super und wollten gerne mitmachen.

Am Konzertabend wird das Publikum zunächst bei schummrigem Licht nur die Liveband sehen. Dann gibt es den Einzähler vom Drummer: "One, Two, three, das Licht geht aus und der erste Song beginnt“.

In der Dunkelheit muss sich die erste Sängerin an einer Schnur zum Mikro vortasten. Sie singt ihre ersten zwei Songs und verlässt die Bühne. Das Licht geht wieder an und auf der Bühne sind nur noch die Musiker der Liveband.

So geht es nun mit Sängerin zwei, drei und vier weiter. Nach der Pause singen sie in der selben Reihenfolge noch einmal jeweils einen Song. Erst jetzt gehen alle Lichter an und der Zuschauer sieht alle vier Sängerinnen zum ersten Mal. Doch wer war nun wer?

Wer sind die Musiker?

Ich selbst werde Klavier und Keyboard spielen. Die restlichen Musiker studieren alle an der Hochschule für Musik und Tanz Köln - umgangssprachlich auch einfach Musikhochschule genannt - und sind meine Kommilitonen. Zu verraten wer die Sängerinnen sind, wäre jetzt grob fahrlässig :)

Wie gehen die Musiker mit der Dunkelheit um, proben Sie jetzt seit Monaten in einem abgedunkelten Proberaum?

Das ist das große Experiment, das wir auf uns nehmen. Wir alle spielen unser Instrument in gewisser Weise eh blind. Nun wird sich zeigen, ob wir es auch wirklich blind beherrschen. Ich verrate soviel: Die Proben laufen seit einer Woche und Augenbinden gehören dazu.

Wie findet man den Einstieg, schließlich müssen vier Sänger und eine Band koordiniert werden, nur durch Artikulation, also das Anzählen eines Stückes?

Unser Schlagzeuger ist der Chef auf der Bühne. Er zählt ein, er kennt die Tempi und durch seine Spielweise leitet er souverän die neuen Formteile ein. Der Rest ist dann Übung und Vertrauen, dass sich alle an die Absprachen halten.

Warum überhaupt Musik in der Finsternis?

Ich denke, dass die Idee von Sinnesschärfung durch Reiz-Entzug längst in der Popkultur angekommen ist.  In der Gastronomie gibt es Dunkelrestaurants, im Wellnessbereich gibt es Floating und andere tolle Konzepte, bei denen man in eine neue Sinnenwelt eintauchen kann.

Ein Konzert im Dunkeln erscheint mir einfach konsequent. Außerdem ist es ein interessantes Forschungsgebiet für das Publikum; "Gehört die Stimme, die ich am besten finde auch der Person, die ich am attraktivsten finde?“ - Die Blind Audition gibt dem „Zuschauer“ - oder besser „Zuhörer“ - die Möglichkeit die inneren Vorstellung mit der Realität abzugleichen. Das ist eine spannende Erfahrung.

Am Ende sollen die Besucher die Stimmen erraten, wie kann man sich das vorstellen?

Am Ende des Konzertes will man natürlich wissen wie die Sängerinnen aussehen. Diesen Wunsch wollen wir dem Publikum natürlich nicht verwehren. Wir werden es aber nicht einfach auflösen, sondern ein Quiz aufspannen.

Es wird Karten geben, mit deren Hilfe jeder im Publikum einen Tipp abgeben kann. Es gibt natürlich auch einen Preis zu gewinnen. Wichtig ist, dass es sich NICHT um einen Wettbewerb handelt, bei dem die Sängerinnen bewertet werden. Ich mag den Wettbewerbsgedanken in der Musik überhaupt nicht.
Es soll erraten werden welche Stimme zu welcher Person gehört.

Vielen Dank für das Interview.

Infobox:

Blind Audition Vol. 1 - Kölns erstes Dunkelkonzert - 27.07.2014 20:05 UhrArkadas Theater - Bühne der KulturenPlatenstr. 32, Köln-Ehrenfeld

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