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Ron Williams als DJ Dr. Feelgood in der Show „The Sound of Classic Motown“. | Foto: Frank Witzelmaier/BB-Promotion

Köln „On Air“ in der Philharmonie – starker Start von „The Sound of Classic Motown“

Köln | Hit an Hit reihte sich bei der Premiere von „The Sound of Classic Motown“ – brillant moderiert von Ron Williams – im Rahmen des 32. Kölner Sommerfestivals, dessen gelungenen Abschluss die Revue eines der erfolgreichsten Labels der Pop-Geschichte, bildet. Das Kölner Publikum feierte, tanzte, sang und klatschte sich die Hände wunde. Ein großer Abend für Soulfans in der Kölner Philharmonie.

Besonders stark zeigte sich die Revue dann, wenn die Sängerinnen und Sänger die Songs von Popgrößen wie „The Four Tops“, „The Supremes“, „Marvin Gaye“, „Gladys Knight & The Pips“ oder „Stevie Wonder“ freier als nur das Original nachsingend interpretierten. Leah Jones begeisterte mit ihrer eigenwilligen und fast schon verjazzten Version von „Midnight Train to Georgia“. Sie erhielt spontan Standing Ovations. Alleine dieser eine Song rechtfertigt einen Besuch und ist ein absoluter musikalischer Hochgenuss.

"Dr. Feelgood" in Höchstform

Aber auch Ron Williams als Erzähler in der Rolle des „Dr. Feelgood“ – vor seinem leuchtenden „On Air“ Schild – griff zum Mikrofon und interpretierte fantastisch den Hit „25 Miles“ von „Edwin Starr“. Wow, was für ein Entertainer. Auch optisch ist Ron Williams eine Granate in seinem leuchtend roten Anzug und rot-weißen Schuhen mit der coolen Sonnenbrille. Rote Schuhe trägt in Köln normalerweise nur der Prinz Karneval oder der Papst, aber deren Unterhaltungswert reicht nicht an den von "Dr. Feelgood" ran. Williams erzählte die Story des Motown-Labels teils in Deutsch mit amerikanischem Akzent. Dabei machte er auch auf die politische Dimension des Labels gegen Rassismus im damaligen und heutigen Amerika aufmerksam.

„The Sound of Classic Motown“ ist eine Reise in die große Zeit das Pop und Soul, von klassisch bis psychodelisch, weit vor Techno und fetten Beats. Es ist die Zeit der Handmade-Musikmacher, die ihren, wie die Band des Abends, Instrumenten alles entlockten, was möglich war. Namen, die jeder, der sich mit Musik ein wenig beschäftigt als Legenden kennt. Und nicht wenige im Kölner Publikum spielten noch am gleichen Abend zu Hause die alten Soulscheiben, legten diese auf den – vielleicht schon angestaubten – Plattenteller, um noch einmal in ihre Jugendzeit zu entfliehen. Aber gerade die Jüngeren im Publikum flippten übrigens teilweise bei Songs wie "Do you love me" völlig aus. Klar, dass Ron Williams auch einmal die besonders tanzwütigen auf die heiligen Dielen der Philarmonie zum Tanzen holte.

Von den Interpreten auf der Bühne ist auch Edward Wade hervorzuheben, der Showman unter den männlichen Künstlern. Mit seiner Interpretation des Songs „Money“, dem ersten großen Hit des Labels, sang er sich nicht nur in die Herzen des Publikums, sondern kombinierte den Song mit eigenen gesanglichen Elementen und gehörte so wie Leah Jones bei den Frauen, zu den herausragenden Sängern. Auch seine Auffassung des „Marvin Gaye“-Klassikers „I Heard it through the Grapevine“ gehörte zu den Höhepunkten des Abends.

Die Songs der „Jackson 5“ gelangen leider gesanglich ein wenig zu flach, dafür entschädigte allerdings die Performance bei den „Stevie Wonder“-Hits „I wish“ und „Superstition“ oder „Papa was a Rolling Stone“ von den "Temptations". Derrick Alexander brachte die Philharmonie zum Tanzen. Noch ein Wort zu Ron Williams, dem Charmeur mit Mikrofon, Einpeitscher und Partymanipulator. Zu jeder Zeit lenkte er das Publikum, feuerte es an, riss es von den Stühlen und war der Entertainer. Und als die Kölnerinnen und Kölner eine Pause in den weichen Philharmonie-Sesseln einlegen wollten, holte er sie mit dem frechen Spruch und Frage ob er in Stuttgart oder in Köln war, wieder aus diesen hervor.

Soul vom Feinsten entließ beseelte Kölnerinnen und Kölner nach mehr als zwei Stunden in die Kölner Nacht. Mit „The Sound of Classic Motown“ geht ein mehr als gelungenes und spannendes 32. Kölner Sommerfestival langsam zu Ende mit einer tollen Mischung aus Tanz, Show und Musik. Gerne mehr davon im nächsten Jahr. „The Sound of Classic Motown“ ist noch heute Abend, 17. August, und am Sonntag, 18. August, jeweils ab 20 Uhr, in der Philharmonie zu sehen. Es gibt noch wenige Restkarten unter www.bb-promotion.com

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