Köln | 25.000 Euro Prämie erhält die Kölner Musik-Initiative Loft 2nd Floor von der NRW-Landesregierung. Das Geld stammt aus dem Topf der „Spielstättenprogrammprämie“, mit dem das Ministerium für Kultur und Wissenschaft gemeinsam mit dem Landesmusikrat NRW alljährlich kleine und mittlere Bühnen für Jazz und Popmusik auszeichnet, die in Form ihrer Live-Programme Musikerinnen und Musikern regelmäßige Auftrittsmöglichkeiten bieten.

„Die prämierten Spielstätten haben sich mit großem Erfindungsreichtum der Herausforderung gestellt, Musikerinnen und Musikern auch während der Corona-Pandemie eine Bühne zu geben. Diesen Einsatz wollen wir würdigen und die Spielstätten darin bestärken, ihr Konzertangebot auch in den aktuell schwierigen Zeiten aufrechtzuerhalten. Denn Auftrittsmöglichkeiten sind die Grundvoraussetzungen einer lebendigen freien Musikszene“, lässt sich Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft zitieren.

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Der Name Loft 2nd Floor bezieht sich auf einen Raum in der Wissmannstraße 30 in Köln-Ehrenfeld, einer ehemaligen Parfümfabrik. Hier gibt es neben dem Konzertraum auch ein angeschlossenes Tonstudio. Die Geschichte der Initiative ist allerdings noch älter: 1986 gründete Hans-Martin Füller, Flötist und damaliger Dozent an der Musikhochschule Köln das Loft in einem Hinterhof-Fabrikraum in der Nähe der Kölner Musikhochschule. 1987 zog das Loft nach Köln-Ehrenfeld um, 1989 dann noch einmal in die heutigen Räumlichkeiten.

Der 2nd Floor e.V. wurde im Oktober 2003 gegründet. Ziel des Vereins ist nach eigenen Angaben „die Förderung des Jazz, der improvisierten Musik, der aktuellen elektronischen Musik, der zeitgenössischen Musik in all ihren Spielarten durch Konzerte, Produktionen und Dokumentationen, kurz gesagt, diese oft kommerziell nicht tragfähigen, im Konzertbetrieb unterrepräsentierten und unterfinanzierten Musikformen sollen dem Publikum hör- und erlebbar gemacht werden.“ Aktuell fungieren Sebastian Sternal, Shannon Barnett und Susanne Traumann als Vereinsvorstände.

Insgesamt wurden in diesem Jahr 140.000 Euro auf 13 kleine und mittlere Spielstätten für Jazz- und Popkonzerte verteilt. Neben der Prämie in Höhe von 25.000 Euro an das Loft 2nd Floor (Köln), gehen 20.000 Euro der Bunker Ulmenwall (Bielefeld) und das Loch (Wuppertal), 15.000 Euro erhalten die Black Box (Münster) und das domicil (Dortmund), eine Prämie in Höhe von 10.000 Euro erhält die Jazzschmiede (Düsseldorf) und Prämien in Höhe von 5.000 Euro erhalten jeweils das Gdanska (Oberhausen), die Jazz Initiative (Dinslaken), In Situ Art Society (Bonn), der „Ort“ (Wuppertal), die GZM Klangbrücke (Aachen), der Jazzkeller (Krefeld) und der Steinbruch (Duisburg). Die Preisträger wurden im Rahmen einer digitalen Preisverleihung bekannt gegeben.

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Veranstaltungshinweis

Samstag 16. Januar 2021 auf YOUTUBE

Livestream aus dem Loft: Die DIETMAREI lädt ein… Vol VII

Marei Seuthe – Violoncello etc.

Dietmar Bonnen – Präpariertes Klavier, Rhodes etc.

Mariá Portugal – Schlagwerk etc.

Stream-Beginn: 20h15; Konzertbeginn: 20h30

Dietmar Bonnen und Marei Seuthe, zwei Kölner Garanten für feine improvisierte Klänge in dadaistischer Manier, bitten jeweils einen hochkarätigen Gast zur Verfertigung unwiederholbarer musikalischer Ereignisse in ihre Klangmanufaktur zu einer kleinen Konzertreihe.

Dieses Mal ist die brasilianische Schlagzeugerin Mariá Portugal geladen. Maria Portugal studierte neben Komposition auch Kommunikationswissenschaften, schreibt Musik für Ballett und Theater, produziert Radioprogramme und vieles mehr. 2020 war sie im Rahmen des Moers-Festivals „Improviser in Residence“ (Veranstalterinfo)

Autor: Von Christoph Mohr

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