Köln | Am heutigen Mittwoch, 17. Mai, beginnt das Tribunal „NSU-Komplex auflösen“ am Schauspiel Köln-Mülheim. Auf der heutigen Pressekonferenz spricht auch Özcan Yıldırım. Gemeinsam mit seinem Bruder Hasan Yıldırım, betreibt er das Friseurgeschäftes in der Keupstraße, vor dem am 9. Juni 2004 eine Nagelbombe explodierte. Er fasst noch einmal zusammen was nach dem Anschlag passierte und erzählt wie er heute noch fühlt.

Anmerkung der Redaktion: Özcan Yıldırım spricht auf Türkisch. Übersetzt wird er von Ayşe Güleç, Tribunal „NSU-Komplex auflösen“.

Die Brüder Hasan und Özcan Yıldırım fielen dem NSU-Anschlag auf die Keupstraße am 9. Juni 2004 zum Opfer. Ihr Geschäft wurde bei dem Anschlag verwüstet und Hasan Yıldırım schwer verletzt. Damals legten sich die Ermittler ziemlich schnell fest: die Schuldigen befinden sich im Migrantenmilieu selbst und nicht etwa in einer rechtsextremistischen Terrorzelle. Erst Jahre später, nach der Veröffentlichung eines NSU-Bekennervideos, nahmen die falschen Verdächtigungen ein Ende. Nicht aber der NSU-Prozess selbst. Er läuft heute noch. Mittlerweile hat auch Bundeskanzlerin Angela Merkel eine „lückenlosen Aufklärung“ versprochen. Auch dies bleibt bis heute uneingelöst.

Özcan Yıldırım, der Betreiber des Friseurgeschäftes, vor dem vor 13 Jahren eine Nagelbombe explodierte, fasst noch einmal zusammen, was nach dem Anschlag passierte, wie er behandelt wurde und wie er noch immer an den Erinnerungen und den Ermittlungspannen leidet.

Autor: Irem Barlin
Foto: v.l.n.r. Thomas Laue, Ayşe Güleç, Özcan Yıldırım, Mitat Özdemir und Tim Klodzko