Panorama Deutschland Nachrichten

"Focus Online": BGH hebt Urteil gegen Vater des Amokläufers von Winnenden auf

Karlsruhe | Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat das Urteil gegen den Vater des Amokläufers von Winnenden aufgehoben. Wie "Focus Online" meldet, muss der Prozess nun neu aufgerollt werden. Das Landgericht Stuttgart hatte den heute 53-Jährigen wegen fahrlässiger Tötung in 15 Fällen und fahrlässiger Körperverletzung in 14 Fällen zu einer Haftstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt, ausgesetzt zur Bewährung.

Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, Jörg K. habe seinem Sohn den Zugang zu Schusswaffen und Munition ermöglicht. Zudem habe der Vater die von seinem Sohn ausgehende Gefahr gekannt. Tim K. hatte am 11. März 2009 bei einem Amoklauf in der Albertville-Realschule in Winnenden insgesamt 15 Personen erschossen und 14 weitere durch Schüsse verletzt.

Die Verteidiger von Jörg K. hatten gegen das Urteil im Juni 2011 beim BGH Revision eingelegt, der nun in Teilen stattgegeben wurde. Die Feststellungen zum Tatablauf sind davon jedoch ausgenommen. Einen entscheidenden Verfahrensfehler sah der BGH "Focus" Online zufolge beim Umgang mit einer wichtigen Zeugin.

Die Familientherapeutin Astrid L. hatte Jörg K. mit ihren Aussagen schwer belastet, sich dann aber in Widersprüche verwickelt und in geriet in den Verdacht der uneidlichen Falschaussage. Kurz bevor K.`s Verteidiger sie im Prozess befragten konnten, berief sie sich auf ihr Schweigerecht. Der BGH rügte, die Verteidigung habe "zu keiner Zeit Gelegenheit" gehabt, die Zeugin zu befragen.

Dies beanstande die Revision zu Recht. Zum Schuldspruch an sich bemerkte der BGH, die zuständige Strafkammer des Landegerichts habe zutreffend "neben den Verstößen gegen das Waffengesetz auch fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung" festgestellt. Die Annahme der Strafkammer, der Angeklagte habe eine Gewalttat voraussehen können, sei nicht zwingend davon abhängig, wie präzise seine Kenntnis über das Maß der psychischen Erkrankung seines Sohnes war. Schon die unzulängliche Sicherung von Waffen und Munition könne den Vorwurf der Fahrlässigkeit von Straftaten begründen. Für die Vorhersehbarkeit könnte zudem sprechen "dass der Angeklagte entgegen dem Rat des Klinikums nicht für eine Weiterbehandlung seines Sohnes sorgte, dies selbst dann noch nicht, als sich dessen psychischer Zustand wieder deutlich verschlechterte". Die Sache wurde zur neuen Verhandlung und Entscheidung an eine andere Jugendkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

Zurück zur Rubrik Deutschland Nachrichten

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Deutschland Nachrichten

Berlin | Das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) hat einen Rettungsschirm für die Offene Kinder- und Jugendarbeit in Deutschland gefordert.

Berlin | In Berlin gilt mittlerweile jeder einzelne Bezirk als Corona-Risikogebiet. Das geht aus Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor, die am Dienstagmorgen veröffentlicht wurden. Demnach ist Neukölln am stärksten betroffen - mit einer Inzidenzzahl von 256,9 überschreitet der Bezirk den Grenzwert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner und Woche deutlich.

pflege_pixabay_27102020

Berlin | Der Mangel an Pflegepersonal in deutschen Krankenhäusern entwickelt sich nach Ansicht von Ärztevertretern zu einem zentralen Problem bei der Versorgung von Covid-19-Patienten. Viele der Zusatzbetten, die in der Pandemie in den Kliniken geschaffen worden seien, könnten "nicht belegt werden, weil das Personal zur Versorgung der Patienten fehlt", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagausgaben). Janssens mahnte: "Wir haben einen dramatischen Mangel an Pflegekräften."

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS

KOMMUNALWAHL 2020

wahlbox

Report-K berichtet intensiv über die Kommunalwahl am 13. September 2020. Hier finden Sie alle Informationen rund um die Kommunalwahl, Interviews mit Kandidatinnen und Kandidaten. 2020 wählt Köln einen neuen Rat, 9 Bezirksvertretungen, den Integrationsrat und eine oder einen Oberbürgermeisterin oder Oberbürgermeister. Hier finden Sie alle Infos zur Kommunalwahl 2020 in NRW >

Kölner Karneval

3_g_10012020klein

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Designer*innen-Gespräche

designerinnen_gespraeche300_20012019

Design Parcour Ehrenfeld 2019 im Rahmen der Passagen. 18 Designer und Designer*innen traf report-K, Internetzeitung Köln, zum Gespräch im Video-Livestream.

Designer*innen Gespräche zum Nachsehen >