Panorama Deutschland Nachrichten

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Großrazzia in Berliner "Edel-Bordell"

Berlin | In Berlin ist am Mittwochabend ein als "Edel-Bordell" überregional bekanntes Etablissement vom mehreren Hundert Polizeibeamten durchsucht worden. Laut Augenzeugenberichten sollen 900 Beamte bei der Razzia im "Artemis" im Einsatz gewesen sein. Im Gebiet rund um den Berliner Funkturm kam es zu einem Verkehrschaos.

Es geht dabei laut Medienberichten um den Vorwurf von Steuerhinterziehung bzw. Hinterziehung von Sozialbeiträgen und möglicherweise auch um Menschenhandel. Demnach wurde seit Monaten unter größter Geheimhaltung bei diversen Behörden ermittelt. Offiziell arbeiten bis zu 100 Frauen am Tag selbstständig in dem Bordell.

Die B.Z. schreibt auf ihrer Internetseite, dass die Ermittler Hinweise gesammelt hätten, wonach die Frauen faktisch angestellt seien. So gebe es ein festes Regelwerk, Schichtpläne, Preisvorgaben, Kontrollen und Sanktionen. Neben einer "Kronzeugin" soll es weitere Zeugen geben, die die Betreiber belastet haben.

"Es geht allem Anschein nach um Steuerhinterziehungen und Geldwäsche", sagte ein Ermittler hingegen der "Welt". Berlins Polizeisprecher Stefan Redlich sagte derselben Zeitung, dass der Einsatz den Hintergrund habe, dass Prostituierte des Bordells "ohne eigene Entscheidungsgewalt" dort arbeiten würden. Sozialabgaben seien nicht entrichtet worden, das Hauptzollamt sei in die Operation involviert.

Das Artemis wird nach Informationen der "Welt" auch von arabischen Großfamilien aus Geldeinnahmequelle genutzt. Wie aus Polizeikreisen verlautete, ließen die Araber ungeachtet der deutschen Zuhälter ihre Frauen dort anschaffen und drohten bei Widerspruch mit Gewalt. Ein Ermittler bestätigte der "Welt", dass viele der Prostituierten für eine Hells-Angels-Gruppierung "anschaffen" würden. Mit einer Fläche von rund 3.000 Quadratmetern ist der im September 2005 eröffnete Club das größte Bordell Berlins und gilt auch als eines der größten Bordelle in ganz Deutschland. Ähnlich wie in anderen derartigen Einrichtungen bezahlen sowohl die Prostituierten als auch die Freier ein Eintrittsgeld, um die Örtlichkeiten uneingeschränkt nutzen zu können.

In sozialer und karitativer Hinsicht strebte das Artemis immer wieder eine positive Außenwahrnehmung an, was auch zu entsprechender Medienberichterstattung geführt hat. So entrichtete der Club regelmäßig Spenden an die Berliner Tafel, andere wohltätige Brennpunkt-Organisationen sowie das Obdachlosenmagazin "Strassenfeger". Darüber hinaus bot das Artemis in der Vergangenheit ein- bis zweimal in der Woche auf die Hälfte reduzierte Eintrittspreise für Rentner an.

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