Panorama Deutschland Nachrichten

Kinderhilfswerk: Offene Kinder- und Jugendarbeit vor Zusammenbruch

Berlin | Das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) hat einen Rettungsschirm für die Offene Kinder- und Jugendarbeit in Deutschland gefordert.

"Schon vor der Corona-Pandemie war die Kinder- und Jugendhilfe in vielen Kommunen auf Kante genäht, jetzt steht sie vielfach vor dem Zusammenbruch", sagte DKHW-Präsident Thomas Krüger der "Welt". "Setzt sich die Reduzierung der Angebote fort, werden wir sehr viele Kinder und Jugendliche verlieren, gerade in den sozialen Brennpunkten. Das wird kurz-, mittel- und langfristig große Probleme nach sich ziehen, beispielsweise im Bildungsbereich." Ernährungsangebote wie gesunde Mittagstische und die Elternarbeit, die für die nachhaltige Arbeit mit Kindern und Jugendlichen vielfach essenziell sei, lägen bereits flächendeckend brach. Grund sind neben den Einschränkungen durch die Abstands- und Hygieneregeln und daraus resultierenden kleineren Gruppengrößen auch wegbrechende Einnahmen zur Finanzierung der Angebote in Zeiten der Pandemie.
Viele Veranstaltungsformate, die für entsprechende Einnahmen sorgen, könnten derzeit nicht umgesetzt werden, sagte Krüger. "Das ist nicht hinnehmbar, da auch diese Träger ebenso wie die Kinder und Jugendlichen selbst systemrelevant sind. Das muss auch während der Corona-Pandemie gelten."

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert deshalb finanzielle Hilfen für die Offene Kinder- und Jugendarbeit. Zudem könne beispielsweise auch die Möglichkeit geschaffen werden, nicht verausgabte Haushaltsmittel aus dem Jahr 2020 ausnahmsweise in die Folgejahre zu übertragen. "Diese könnten so im Haushalt des jeweiligen Trägers verbleiben, ohne dass zusätzliche Belastungen für die kommunalen Haushalte entstehen", sagte Krüger.

Er warnte vor einer Verschärfung der Probleme in den Wintermonaten. "Bisher konnte vieles noch durch Improvisation und Kreativität kompensiert werden, aber kurz- und mittelfristig braucht es Konzepte, um die Kinder- und Jugendarbeit zu erhalten", so Krüger. Gerade bei Schulschließungen brauche es außerschulische Angebote, die soziale Interaktion ermöglichen, Bewegungs- und Ernährungsangebote aufrechterhalten und eine Ansprechfunktion in schwierigen familiären Situationen bieten könnten. Kinder- und Jugendeinrichtungen hätten hier auch die Funktion einer "Kinderschutzinstanz, die in vielen Fällen schlimmeres verhindert".

Zurück zur Rubrik Deutschland Nachrichten

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Deutschland Nachrichten

Berlin | Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) kritisiert eine Datenauswertung, die nahelegt, dass die Corona-Dunkelziffer bei Kindern und Jugendlichen nicht so hoch sei, als wenig aussagekräftig. Gegenüber dem Nachrichtenportal Watson sagt er: "Die Studie ist für die Lage heute ohne Bedeutung." Die Studie wurde von der Passauer Kinderklinik mit Unterstützung des Verbands Leitender Kinder- und Jugendärzte und Kinderchirurgen durchgeführt und am Montag veröffentlicht.

Berlin | Bei der EU-Mission zur Eindämmung des Waffenschmuggels nach Libyen ist es laut eines Berichts des "Spiegel" wieder zu einem Eklat gekommen.

spritze_09112020

Oxford | Der von der Universität Oxford und AstraZeneca entwickelte Corona-Impfstoff soll einen Wirkungsgrad von 70 Prozent haben. Das zeigten Zahlen einer groß angelegten Studie, berichtete die BBC am Montagmorgen. Für gewöhnlich ist ein Wirkungsgrad von 70 Prozent bei einem Impfstoff ein guter Wert, die kommerziellen Pharmaunternehmen Biontech/Pfizer und Moderna hatten allerdings in den letzten Tagen Wirkungsgrade von rund 95 Prozent gemeldet.

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS

KOMMUNALWAHL 2020

wahlbox

Report-K berichtet intensiv über die Kommunalwahl am 13. September 2020. Hier finden Sie alle Informationen rund um die Kommunalwahl, Interviews mit Kandidatinnen und Kandidaten. 2020 wählt Köln einen neuen Rat, 9 Bezirksvertretungen, den Integrationsrat und eine oder einen Oberbürgermeisterin oder Oberbürgermeister. Hier finden Sie alle Infos zur Kommunalwahl 2020 in NRW >

Kölner Karneval

3_g_10012020klein

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Designer*innen-Gespräche

designerinnen_gespraeche300_20012019

Design Parcour Ehrenfeld 2019 im Rahmen der Passagen. 18 Designer und Designer*innen traf report-K, Internetzeitung Köln, zum Gespräch im Video-Livestream.

Designer*innen Gespräche zum Nachsehen >