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Krebshilfe kritisiert Tabakwerbeverbot als unzureichend

Berlin | Die Deutsche Krebshilfe kritisiert das am Freitag auf der Tagesordnung des Bundesrats stehende Tabakwerbeverbot als unzureichend. Es sei ein "spätes Verbot mit Lücken", sagte der Vorstandsvorsitzende Gerd Nettekoven der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitagsausgabe). Zugleich appellierte er an die Bundesregierung, zeitnah weitere, längst überfällige Maßnahmen der Tabakprävention umzusetzen.

Dazu gehören nach seinen Worten insbesondere deutlich höhere Steuern für Tabakprodukte und E-Zigaretten. Nach der Anfang Juli vom Bundestag beschlossenen Vorlage gilt ab 2022 ein Werbeverbot auf Außenflächen wie Plakatwänden oder Haltestellen - allerdings zunächst nur für herkömmliche Tabakprodukte. Für Tabakerhitzer greift das Außenwerbeverbot ab dem Jahr 2023, ein Jahr später ist dann auch die Außenwerbung für E-Zigaretten verboten.

Nettekoven sprach von Schlupflöchern und sagte: "Hier hätten wir uns deutlich kürzere Fristen gewünscht." Sorgen bereiten der Krebshilfe außerdem die weiterhin bestehenden Ausnahmen. "Auch wenn das Gesetz in vier Jahren vollständig umgesetzt sein soll, werden die Produkte öffentlich auch in Zukunft präsent beworben: In Kinos bei Filmen ohne Jugendfreigabe sowie an Verkaufsorten, zu denen nicht nur Fachgeschäfte zählen, sondern auch Tankstellen, Supermärkte und Schreibwarenläden", so der Krebshilfe-Chef.

Unangetastet bleibe zudem das persönliche Bewerben im Rahmen von Konzerten, Veranstaltungen und in den sozialen Medien, fügte Nettekoven hinzu. Die Deutsche Krebshilfe habe sich immer für ein umfassendes und vollständiges Werbeverbot eingesetzt und werde dies auch in Zukunft einfordern. Jährlich sterben laut Nettekoven etwa 120.000 Betroffene bundesweit an den Folgen ihrer Nikotinsucht.

Rauchen sei der größte vermeidbare Krebsrisikofaktor. 14 Krebsarten würden nachweislich durch den Konsum von Tabakprodukten begünstigt, warnt die Krebshilfe.

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