Panorama Deutschland Nachrichten

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RKI zählt fast 1.000 Corona-Neuinfektionen - Altmaier "alarmiert"

Berlin | Das Robert-Koch-Institut hat innerhalb von 24 Stunden fast 1.000 Neuinfektionen registriert. Laut der Angaben, die am Samstagmorgen veröffentlicht wurden, gab es am Freitag genau 955 neue Fälle. Das ist der höchste Tageswert seit Anfang Mai. Mittelstands-Präsident Mario Ohoven appelliert an die Politik, auch im Falle steigender Infektionszahlen einen zweiten Lockdown zu verhindern.

Auch die Zahl der aktiven Infektionen steigt weiter, laut der RKI-Zahlen auf nunmehr rund 7.800, den höchsten Stand seit Ende Mai. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) nannte die Zahlen am Samstagmorgen "alarmierend". Dies insbesondere, da es "nicht große `Hotspots`, sondern viele kleinere Ansteckungen" gebe, wie Altmaier auf Twitter schrieb.

Hauptrisiken müssten deutlicher sichtbar benannt werden, damit zielgenauere Vorsicht möglich sei, so der Wirtschaftsminister.

Mittelstandspräsident: Weiterer Lockdown würde in den Ruin treiben

Mittelstands-Präsident Mario Ohoven appelliert an die Politik, auch im Falle steigender Infektionszahlen einen zweiten Lockdown zu verhindern. "Es wäre unverantwortlich, die deutsche Wirtschaft durch einen weiteren Lockdown in den Ruin zu treiben", sagte der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Auch wenn lokale Ausbrüche zu partiell erhöhten Infektionszahlen führen, darf daraus kein zweiter Shutdown entstehen", mahnte Ohoven.

Haseloff befürchtet zweiten Lockdown

Angesichts der rasanten steigende Zahl von Coronainfektionen in Deutschland haben führende Politiker und Ökonomen vor einem weiteren Lockdown gewarnt. "Einen zweiten Lockdown können wir uns nicht leisten. Das würde unsere Wirtschaft kaum verkraften und sich letztendlich auch negativ auf den Sozialstaat und seine Stabilität auswirken", sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben).

Und weiter: "Hilfsmaßnahmen wie im jetzigen finanziellen Rahmen ließen sich wohl nicht wiederholen." Beim Aufflammen neuer Infektionsherde müsse "schnell, niederschwellig und differenziert auf lokaler Ebene" reagiert werden, forderte Haseloff. "Wir dürfen bei der Einhaltung der Maßnahmen gegen das Virus nicht nachlässig werden. Nur dann können wir gemeinsam eine zweite Welle verhindern." Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm warnte vor einer langanhaltenden Wirtschaftsschwäche, sollte es zu einem weiteren Lockdown kommen. "Für die Erholung der Wirtschaft ist es entscheidend, dass ein erneut dynamisches Infektionsgeschehen oder eine zweite Corona-Welle nicht mit Einschränkungen beantwortet wird, die die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aktivitäten in ihrer ganzen Breite treffen", sagte das Mitglied des Sachverständigenrats den Funke-Zeitungen.

"Es muss vielmehr gelingen, regionales Infektionsgeschehen mit maßgeschneiderten Konzepten zur Pandemiebekämpfung und zum Gesundheitsschutz auch regional und zielgerichtet zu adressieren." Sollte dies nicht gelingen, so Grimm, sei "mit einer deutlich länger anhaltenden Schwächephase zu rechnen". Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy, rief dazu auf, eine zweite Infektionswelle möglichst lange hinauszögern.

"Ein zweiter großer Lockdown für unser ganzes Land würde uns alle treffen und sicher zu einem weiteren Wirtschaftseinbruch führen. Deshalb muss alles getan werden, dass es so weit nicht kommt", sagte er den Funke-Zeitungen. Aktuell bleibe es richtig, lokale Corona-Ausbrüche schnell und möglichst kleinräumig einzudämmen. Dabei müssten notwendige Schutzmaßnahmen und vor allem Bewegungseinschränkungen zeitlich und räumlich sehr eng begrenzt werden, so Dedy. "Diese Strategie müssen wir solange wie irgend möglich fortsetzen, um einen größeren Lockdown zu vermeiden, der ein ganzes Bundesland oder die ganze Republik erfasst."

Mützenich gegen Urlaubsreisen in Corona-Risikogebiete

Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag, Rolf Mützenich, hat Urlaubsreisende kritisiert, die ihre Ferien in Corona-Risikogebieten verbringen. "Dass Menschen auf die Idee kommen, Gebiete mit einem hohen Infektionsrisiko als Erholungsorte zu nutzen, kann ich nicht nachvollziehen", sagte Mützenich dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Samstagausgaben). Lediglich Trauerfälle oder Notfälle in der Familie könnten Gründe für eine solche Reise sein.

Der Kritik daran, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zu spät Vorkehrungen für Reiserückkehrer getroffen habe, stimmte Mützenich zu. "Es wäre wünschenswert gewesen, schon deutlich vor Beginn der Sommerferien darüber nachzudenken, wie wir mit den Urlaubsrückkehrern umgehen sollen", sagte er. "Wir hätten wenigstens abstrakt eine bessere Vorbereitung gebraucht."

Mützenich appellierte an die Menschen, weiterhin vorsichtig zu sein. "Die Gefahr einer zweiten Corona-Welle besteht. Die Warnungen muss man sehr ernst nehmen", sagte er.

Andere Länder hätten bereits die Erfahrung gemacht, dass mangelnde Vorsicht zu steigenden Infektionszahlen führe. "Wir müssen alles daransetzen, dass uns das in Deutschland nicht passiert." Die meisten Menschen hielten sich an die Verhaltensregeln, sagte der SPD-Politiker.

"Den Leichtsinnigen sei gesagt: Ihr bringt nicht nur Euch selbst in Gefahr, sondern auch alle anderen."

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