Panorama Deutschland Nachrichten

corona_07102020a

Wissenschaftler zweifeln an Corona-Maßnahmen

Berlin | Eine Gruppe von Wissenschaftlern, Kassenmanagern und Medizinern um den Gesundheitsökonomen Gerd Glaeske hat Bund und Ländern eine verfehlte Politik bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie vorgeworfen. Es gebe eine Reihe von "besorgniserregenden Fehlentwicklungen", heißt es in einem Thesenpapier, über das die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" in ihren Dienstagsausgaben berichten. "Es überwiegt der Eindruck, dass die Verantwortlichen auf den immergleichen Vorgehensweisen beharren und Maßnahmen sogar noch verstärken, an deren Wirksamkeit und Akzeptanz es aus wissenschaftlicher Sicht größte Zweifel geben muss", kritisieren die Autoren.

Sie warnen Bund und Länder nachdrücklich davor, die Bevölkerung mit immer neuen Drohungen vor einem erneuten Lockdown zur Disziplin bewegen zu wollen. Dieser anhaltende und als alternativlos bezeichnete Bezug allein auf die Verantwortlichkeit des Einzelnen führe "zu Ermüdung, Abwendung und Flucht in falsche Heilslehren, aber nicht zu einer Verbesserung der Wirksamkeit der vorgeschlagenen beziehungsweise angeordneten Maßnahmen", wird argumentiert. "Dies gilt vor allen Dingen im Zusammenhang mit einer Drohkulisse, die aus den impliziten Versatzstücken `langdauernder Winter`, `Weihnachten im Lockdown` und `es könnte für Sie kein Intensivbett mehr frei sein` zusammengesetzt ist", so die Autoren.

Diese Form der Krisenkommunikation führt nach Ansicht der Wissenschaftler in eine Sackgasse. Erforderlich sei vielmehr, regelmäßig eine "verständliche Neuanalyse der Situation" vorzunehmen und Konzepte weiterzuentwickeln. Die Chance dafür sei auf der Konferenz der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in der vergangenen Woche jedoch verpasst worden.

Stattdessen werde fälschlicherweise auf mehr Druck, mehr Kontrolle, eine Kriminalisierung der Bevölkerung und teilweise auch auf Denunziation gesetzt. Konkret fordern die Autoren, den Schutz von Risikogruppe in den Mittelpunkt der aktuellen Politik zu stellen. Das müsse der neue Leitgedanke sein, auch in der Krisenkommunikation.

Dass das bisher noch nicht geschehen sei, sei eine "folgenreiche Fehlentscheidung". Dabei zeigten Erfahrungen aus der Vergangenheit, zum Beispiel bei der HIV-Bekämpfung, dass allgemeine Maßnahmen immer mit spezifischen Schutzkonzepten für besonders gefährdete Gruppen kombiniert werden müssten. "Als Alternative bleibt sonst nur die Misere, die sich derzeit beobachten lässt: die allgemeinen Maßnahmen müssen immer weiter verschärft werden (bis zum Lockdown), um dann doch festzustellen, dass sie keinen Erfolg bringen", wird in dem Papier gewarnt.

Zurück zur Rubrik Deutschland Nachrichten

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Deutschland Nachrichten

Berlin | Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) kritisiert eine Datenauswertung, die nahelegt, dass die Corona-Dunkelziffer bei Kindern und Jugendlichen nicht so hoch sei, als wenig aussagekräftig. Gegenüber dem Nachrichtenportal Watson sagt er: "Die Studie ist für die Lage heute ohne Bedeutung." Die Studie wurde von der Passauer Kinderklinik mit Unterstützung des Verbands Leitender Kinder- und Jugendärzte und Kinderchirurgen durchgeführt und am Montag veröffentlicht.

Berlin | Bei der EU-Mission zur Eindämmung des Waffenschmuggels nach Libyen ist es laut eines Berichts des "Spiegel" wieder zu einem Eklat gekommen.

spritze_09112020

Oxford | Der von der Universität Oxford und AstraZeneca entwickelte Corona-Impfstoff soll einen Wirkungsgrad von 70 Prozent haben. Das zeigten Zahlen einer groß angelegten Studie, berichtete die BBC am Montagmorgen. Für gewöhnlich ist ein Wirkungsgrad von 70 Prozent bei einem Impfstoff ein guter Wert, die kommerziellen Pharmaunternehmen Biontech/Pfizer und Moderna hatten allerdings in den letzten Tagen Wirkungsgrade von rund 95 Prozent gemeldet.

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS

KOMMUNALWAHL 2020

wahlbox

Report-K berichtet intensiv über die Kommunalwahl am 13. September 2020. Hier finden Sie alle Informationen rund um die Kommunalwahl, Interviews mit Kandidatinnen und Kandidaten. 2020 wählt Köln einen neuen Rat, 9 Bezirksvertretungen, den Integrationsrat und eine oder einen Oberbürgermeisterin oder Oberbürgermeister. Hier finden Sie alle Infos zur Kommunalwahl 2020 in NRW >

Kölner Karneval

3_g_10012020klein

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Designer*innen-Gespräche

designerinnen_gespraeche300_20012019

Design Parcour Ehrenfeld 2019 im Rahmen der Passagen. 18 Designer und Designer*innen traf report-K, Internetzeitung Köln, zum Gespräch im Video-Livestream.

Designer*innen Gespräche zum Nachsehen >