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Belgisches Viertel: Wenn die blaue Forelle auf den Barracuda trifft

Im Belgischen Viertel gibt es eine neue Bierkneipe - die hat sehr viel Tradition und reichlich Gerstensaft vom Fass.

Köln | Wenn Brigitte Voigt auf ihr ehemaliges Bierstüffje an der Bismarckstraße 44 im Belgischen Viertel blickt, gibt es für die frühere Wirtin so manches Erinnerungsmoment. „Die Barhocker stammen noch aus meiner Zeit und auch die Schränke hinter dem Tresen hatte ich in meiner Kneipe. Das gilt natürlich auch für das FC-Altärchen“, kommt Voigt ins Schwärmen, als sie sich in der neuen Bierkneipe Forelle Blau umschaut.

Fast 20 Jahre hatte sie das Sagen in diesen Räumlichkeiten. „Das war mein kleines Wohnzimmer, da war ich mehr als zu Hause. Das war hier schon immer eine Kneipe, vor mir gab es hier das Domstübchen, das der Wirt wegen Krankheit aufgeben musste. Ich hatte davor das Haus Krämer an der Vogelsanger Straße. Eigentlich wollte ich danach keine Kneipe mehr, aber ich wurde überredet“, erinnert sich die Kölnerin, die heute auf Gran Canaria lebt und arbeitet.

„Meine Schwester lebt da und ich habe auf der Insel bei einer Metzgerei mit Imbiss einen Job gefunden. Da gibt es deutsche Spezialitäten wie Fleisch- und Blutwurst. Das mögen natürlich die Touristen, aber auch die Einheimischen.“ Auf ihren geliebten FC muss Voigt auch in der Ferne nicht verzichten. „Da gibt es mehrere Kneipen, wo die Spiele übertragen werden. Dorthin gehe ich immer mit meinem Neffen. Natürlich bekommt man auf Gran Canaria auch sein Kölsch“, sagt Voigt, die auf ihrem Balkon eine FC-Fahne gehisst hat.

Echte deutsche Bierkneipe

Nachdem in der direkten Nachfolge im Bierstüffje das fußballfreie Bierchen eingezogen ist, das auf viele verschiedene Fass- und Flaschenbiere gesetzt hat, kommt nun der Kultverein wieder zurück in die beliebte Kneipe. „Ich bin gebürtiger Wuppertaler und so natürlich Fan meines Heimatvereins WSV. Aber ich lebe seit 1996 in Köln und da liegt einem der FC natürlich auch am Herzen. Die Fans der beiden Vereine müssen ja auch ähnlich leiden, wenn es mal wieder nicht so läuft“, sagt der Chef der neuen Bierkneipe „Forelle Blau“, Tobias Mintert.

Er ist seit mittlerweile 20 Jahren Chef der Barracuda-Bar direkt nebenan. „Den neuen Namen haben wir ganz bewusst gewählt. Die Forelle Blau ist das Gegenteil meiner Bar. Dort steht der exotische Fisch für die vielen internationalen Cocktails, die es dort gibt. Forelle Blau steht dagegen für eine echte deutsche Bierkneipe. Das Gericht selbst wird es bei uns aber nie geben, auch weil wir hier keine eigene Küche haben. Im Angebot sein werden hier kleine Gerichte wie Eintöpfe, die wir erwärmen können, oder auch Frikadellen“, sagt Mintert, der auch Chef der Ehrenfelder Bar Zwei ist.

FC is back

Eine gute Woche hat er in die Neugestaltung seiner Kneipe investiert und da gab es reichlich zu tun. „Mir war vor allem wichtig, dass der FC zurückkehrt und dass das hier kein Schickimicki-Laden wird. Jetzt bin ich sehr zufrieden mit der Forelle Blau und mit Tobi“, erklärt Voigt, die zur Eröffnung extra aus Spanien angereist ist.

Anders als beim Bierchen setzt Mintert mehr auf Fassbier. Insgesamt gibt es zehn Zapfstellen – eine Vielfalt, die es sonst in Köln eher selten gibt. „Es ist reizvoll, das eigene Angebot zu erweitern, ohne sich dabei selbst Konkurrenz zu machen. Mir ist auch wichtig, hier eine Tradition weiterzuführen. Die Vielfalt beim Bier ist ein maßgebliches Thema geworden. Man sieht es ja auch bei Brauereien wie Gaffel, die ihr Angebot erweitert haben.“

Das Bierangebot selbst wird sich saisonal immer wieder anpassen. „Jetzt im Sommer passt das Sonnenhopfen von Gaffel perfekt. Zur Oktoberfestzeit wird es bei uns auch ein Oktoberfestbier geben. Und an Weihnachten wäre ein Glühbier, wie es das in Belgien gibt, durchaus denkbar.“ Aktuell gehören beispielsweise zum Angebot auch Gaffel.Kölsch, ein Pale Ale von Vulkan in der Eifel, das Bonner Wieß von Ale-Mania, das Südstadtpils, das Bierchen und ein Helles aus dem bayerischen Rosenheim.

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